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Zinsswap-Positionen in London? Union Investment sagt "nein, danke"

​Die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit hat den zweitgrößten deutschen Vermögensverwalter dazu veranlasst, seine Zinsswap-Positionen vom Finanzzentrum London nach Frankfurt zu verlagern.

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Christoph Hock, Leiter des Multi-Asset-Handels bei Union Investment
© Union

Union Investment, die ein Vermögen von 333 Milliarden Euro verwaltet, verkündete als erste die Schließung bestehender, auf Euro lautender Swap-Geschäfte an der Londoner LCH Ltd., der weltweit größten Clearingstelle und wahrscheinlich eine der störungsanfälligsten unter den Firmen in der City of London in den nächsten Monaten.Das berichtet Bloomberg News. "Wir haben uns entschieden, unter Wahrung der Interessen unserer Anleger auch bestehende Positionen aus London" zur Eurex nach Eschborn bei Frankfurt zu transferieren", sagte Christoph Hock, Leiter des Multi-Asset-Handels bei Union per E-Mail.

Union Investment geht auf Nummer sicher
Union nutzt die Deutsche Bank zum Clearing ihrer Swap-Geschäfte sowohl bei der LCH, die sich mehrheitlich im Besitz der London Stock Exchange Group befindet, als auch bei Eurex Clearing von der Deutschen Börse. Clearinghäuser stellen sicher, dass Handelsgeschäfte mit Derivaten auch bei einem Ausfall eines der Händler eingehalten werden. Bestehende Nutzer von LCH müssen der Clearingstelle drei Monate im Voraus mitteilen, wenn sie ihre Swaps-Transaktionen schließen wollen.

Brexit als Game-Changer - oder auch nicht
Der Brexit hat viele Finanzdienstleister mit Sitz in Kontinentaleuropa gezwungen, die weitere Nutzung von LCH zu überprüfen, da bei einem No-Deal-Brexit für sie das Risiko besteht, keinen Zugang zu der Institution zu haben, auf die mehr als 90 Prozent des Clearings von Swap-Geschäften entfällt.

Die EU-Kommission wird wahrscheinlich nächste Woche einen Plan annehmen, der die Regeln für britische Clearinghäuser als gleichwertig einstufen würde gegenüber denjenigen in der Europäischen Union. Diese Änderung dürfte den Unternehmen aus Kontinentaleuropa den Zugang zu LCH auch dann ermöglichen, wenn Großbritannien im März ohne Vereinbarung aus der EU ausscheiden sollte.

 

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