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Zinsanstieg: Staatsanleihen der Peripherie dürften unter Druck kommen

In einem ungewöhnlichen Schritt hat EZB-Präsidentin Lagarde im Blog der Zentralbank die kurzfristigen geldpolitischen Pläne der Bank erläutert und damit den Beginn des Zinserhöhungszyklus der EZB im Juli bestätigt.

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Silvia Dall’Angelo, Senior Economist bei Federated Hermes
© Federated Hermes

Lagarde deutete auch an, dass die EZB bei jeder weiteren Sitzung in diesem Jahr Zinserhöhungen von 25 Basispunkten vorsieht, so dass der Leitzins zum Jahresende leicht im positiven Bereich liegen wird. "Insgesamt ist es sinnvoll, dass die EZB einen allmählichen Normalisierungspfad einschlägt. "Die jüngsten Daten - insbesondere die PMI-Erhebungen - deuten darauf hin, dass sich der Aufschwung in den letzten Monaten trotz des Schocks durch den Krieg fortgesetzt hat", sagt Silvia Dall’Angelo, Senior Economist bei Federated Hermes.  Laut einer jüngsten EZB-Veröffentlichung führte die Kombination aus erhöhter Verbraucherinflation und einer Anspannung auf dem Arbeitsmarkt zu Beginn dieses Jahres zu solide ausgehandelten Löhnen, was auf die Gefahr von Zweitrundeneffekten hinweist.

Straffungszyklus der EZB wird wohl kaum reibungslos ablaufen
Der Ausstieg aus den Negativzinsen ist ein relativ leicht zu erreichendes Ziel – durch den Abwärtsdruck auf die Währung ist der negative Einlage-Zins unter den derzeitigen Umständen eher kontraproduktiv, da er den negativen Terms-of-Trade-Schock durch höhere internationale Rohstoffpreise verstärkt. Mit steigenden Zinsen dürfte es jedoch zu einer Marktfragmentierung kommen, wobei Staatsanleihen der Peripherie unter Druck geraten dürften.

Weitere wirtschaftliche Abkühlung
Die S&P Global Flash PMIs für Mai zeigten eine weitere Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit in den meisten Ländern, für die Daten verfügbar waren. Während die PMI-Indizes in Frankreich und Deutschland auf einem gesunden Niveau blieben, waren die Rückgänge in Australien, den USA und insbesondere im Vereinigten Königreich erheblich. Der US-Gesamt-PMI ging im Mai auf 53,8 zurück (April: 56), was darauf hindeutet, dass sich das Wachstum auf ein normaleres Niveau abgekühlt hat. Die gleiche Dynamik war im Vereinigten Königreich noch ausgeprägter, wo der zusammengesetzte PMI im Mai von 58,2 auf 51,8 zurückging. "Die britischen Unternehmen nannten die Geopolitik und die Inflation als Hauptbelastungsfaktoren, doch das Schlimmste steht noch bevor, da sich die Verbrauchernachfrage unter dem Druck der hohen Inflation, die die Realeinkommen drückt, und der fiskalischen und geldpolitischen Straffung wahrscheinlich deutlich abschwächen wird", so D'all Angelo.

Spreadausweitungen
"Die Renditen im Hochzinsbereich haben sich inzwischen deutlich ausgeweitet, und der iTraxx Eur Xover nähert sich der Marke von 500 (was deutlich über seinem historischen Durchschnitt liegt, obwohl er im ersten Quartal 2020 etwa 700 erreicht hatte). "Wir gehen davon aus, dass sich die wichtigsten Markttreiber weiterhin auf die Inflation und die Reaktion der Zentralbanken zur Verringerung des Drucks, globale Wachstumssorgen und die Frage, wie China seine Nullzins-Politik in den Griff bekommt, und den geopolitischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine konzentrieren werden. Ein positiver Nachrichtenfluss zu jedem dieser Markttreiber könnte die Risikostimmung deutlich verbessern. Allerdings gibt es eine breite Palette von Szenarien, die sich in der Zwischenzeit abspielen könnten. Wir bevorzugen es, bei der Kreditqualität im oberen Bereich zu bleiben, und suchen weiterhin nach attraktiven Möglichkeiten, die Konvexität bei den Emittenten, die wir besitzen, zu optimieren, insbesondere wenn die Barpreise niedrig sind. Wir suchen nach einem relativen Wert innerhalb der Kapitalstruktur. Außerdem haben wir uns mit Optionen für den Fall abgesichert, dass der Markt weiter abrutscht", merkt Fraser Lundie, Head of Fixed Income - Public Markets bei Federated Hermes, an. 

Europäische Strategien
"Diese Strategien sind in erheblichem Maße in den Halbleiter-Kapitalausrüstungssektor investiert", sagt James Rutherford, Head of European Equities bei Federated Hermes. Die meisten Anlegerfragen, die in letzter Zeit an die CEOs/CFOs der Branche gerichtet wurden, bezogen sich auf die Auswirkungen einer erwarteten makroökonomischen Rezession. Als Antwort darauf wiederholen die Unternehmen immer wieder sehr starke Nachfragetrends, wachsende Auftragsbestände und keine Anzeichen einer Nachfrageverlangsamung. Dennoch bleibt der Markt nervös, und die Kursentwicklung deutet darauf hin, dass die Anleger nach wie vor mit einer bevorstehenden Rezession auf breiter Front rechnen, von der kein Bereich des Marktes verschont bleiben wird.

Hohe Service- und Wartungseinnahmen, dazu noch Buy-Backs
"Wir sind zuversichtlicher, da unsere Unternehmen strategische Technologien verkaufen, die die Kunden nicht aufschieben können und die für den technologischen Fortschritt der Menschheit von grundlegender Bedeutung sind. Ihre Geschäftsmodelle zeichnen sich auch durch beständige und vorhersehbare Service- und Wartungseinnahmen aus, und unsere Unternehmen kaufen zudem Aktien zurück. Auch wenn die Stimmung kurzfristig gegen sie sprechen mag, halten wir sie mittel- und langfristig für deutlich unterbewertet". sagt Rutherford. (kb)

 

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