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ZIA: Kluft zwischen Baugenehmigungen und Fertigstellungen wächst

Trotz zunehmender Baugenehmigungen sieht der ZIA keinen Grund zur Entwarnung für den deutschen Wohnungsmarkt, denn die Zahl fertiggestellter Wohnungen sinkt weiter. Der Immobilienverband konstatiert wachsende Investitionshemmnisse und fordert bessere Rahmenbedingungen für private Investoren.

Aygül Özkan, ZIA: "Wir kennen die Stellschrauben – jetzt müssen sie auch gedreht werden."
Aygül Özkan, ZIA: "Wir kennen die Stellschrauben – jetzt müssen sie auch gedreht werden."© Laurence Chaperton

Eckpunkte:

  • Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser steigen um 14,7 Prozent
  • Fertigstellungen 2025 um 18 Prozent auf 206.600 Wohnungen gesunken
  • ZIA fordert stärkere Investitionsanreize für den Wohnungsbau

Während die Baugenehmigungen in Deutschland haben wieder spürbar zugelegt haben, sind die Fertigstellungen weiter zurückgegangen. Die strukturellen Probleme des Wohnungsbaus seien weiterhin ungelöst, erklärt der Zentrale Immobilien Ausschuss.

Im April dieses Jahres seien nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 9,2 Prozent mehr Wohnungen genehmigt worden als im Vorjahresmonat. Besonders bei Mehrfamilienhäusern zeige sich eine Erholung: Von Januar bis April summierte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen auf 44.300 und lag damit 14,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

"Genehmigungen zeigen Potenzial, aber das Potenzial muss auch gehoben werden können. Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, keine neuen Belastungen", so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.

Fertigstellungen gehen weiter zurück
Besonders kritisch bewertet der Verband die Entwicklung bei den tatsächlich fertiggestellten Wohnungen. Im Jahr 2025 wurden bundesweit lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Zahl der Fertigstellungen bereits das zweite Jahr in Folge deutlich.

"Steigende Genehmigungszahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen wächst", warnt der ZIA. Als Ursachen nennt der Verband gestiegene Baukosten, weiterhin hohe Finanzierungskosten sowie regulatorische Unsicherheiten, die Investitionsentscheidungen erschwerten.

Private Investitionen mobilisieren
Um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln, fordert der ZIA zusätzliche Anreize für private Investoren. Dazu zählen staatliche Bürgschaften und Garantien zur Verbesserung des Kreditzugangs, verlässliche Abschreibungsbedingungen sowie eine Senkung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber und private Vermieter.

"Wir haben die Instrumente, wir kennen die Stellschrauben – jetzt müssen sie auch gedreht werden", so Özkan. "Nur mit einem klaren Bekenntnis zu investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen können wir den Wohnungsmangel in Deutschland nachhaltig überwinden."

Für institutionelle Investoren dürfte insbesondere die Entwicklung bei Mehrfamilienhäusern relevant bleiben. Zwar hellt sich die Genehmigungslage auf, die Umsetzung vieler Projekte bleibt jedoch weiterhin eine Herausforderung. (dv)

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