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ZEW-Konjunkturerwartungen steigen weiter deutlich an

Die Konjunkturerwartungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) steigen im Januar von 10,7 auf 26,7 Punkte. Auch die aktuelle Lagebeurteilung verbessert sich merklich.

konjunktur
© eisenhans / stock.adobe.com

Die ZEW-Konjunkturerwartungen geben jetzt ein klares Bild ab: Die Zeichen stehen auf Erholung. Laut dem Mannheimer Wirtschaftsbarometer müsste die Konjunkturdelle ausgebeult sein.

Aus Sicht der VP Bank ist allerdings noch Vorsicht angesagt
"Die vom ZEW befragten Finanzmarktanalysten lassen sich allzu leicht von der guten Stimmung an den Aktienmärkten leiten. Und letztere war bekanntlich in den vergangenen Monaten äußerst gut", gibt Dr. Thomas Gitzel (Bild), Chefökonom der VP Bank Gruppe, zu bedenken. "Aus dem Mittelwert der vom ZEW erhobenen aktuellen Lagebeurteilung und den Konjunkturerwartungen lässt sich hingegen ein recht zuverlässiger Indikator für die konjunkturelle Entwicklung der kommenden Monate ermitteln. Das grundsätzliche Bild einer wirtschaftlichen Erholung bleibt danach erhalten, allerdings fällt diese weniger stark aus, als es der reine Blick auf die ZEW-Konjunkturerwartungen suggerieren mag. Dies kommt der zu erwartenden Realität wohl sehr nahe."

Erhöhte Sicherheit bei der unternehmerischen Planung
Ja, die Teileinigung bei den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China bringt zunächst etwas mehr Planungssicherheit. Verbessert sich die globale Investitionslaune, wird die deutsche Volkswirtschaft davon profitieren. Es sind dennoch einige Hürden zu nehmen. Die Automobilindustrie ist mit der Umstellung auf die Elektromobilität inmitten eines Strukturwandels. Letzterer bekommt besonders der deutsche Maschinenbau zu spüren, merkt Gitzel an.

Der Brexit geht auch in die Verlängerung
Die Aushandlung eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien wird alles andere als einfach. Der Ton beidseits des Ärmelkanals klingt rau. Die weitere Ausbreitung des Coronavirus könnte der verbesserten Stimmung ebenfalls zusetzen. Die binnenwirtschaftlichen Kräfte werden die wichtigste Wachstumsstütze bleiben. Diese sehen gut aus. Die Bauwirtschaft läuft nach wie vor rund, die stabilen privaten und öffentlichen Konsumausgaben tun ihr Übriges.

Fazit
Wirtschaftliche Erholungstendenzen sind erkennbar. Die Konjunkturbäume werden jedoch nicht in den Himmel wachsen. Die Zuwachsraten des Bruttoinlandproduktes bleiben ein zartes Pflänzchen, ist der Ökonom überzeugt. (kb)

 

 

 

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