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Yves Longchamp prognostiziert die Fed-Entscheidung dieser Woche

Der Head of Research bei Ethenea geht zwar nicht von großen Überraschungen von der Fed-Sitzung am Mittwoch aus, weist aber auf zwei Aspekte hin, die Investoren auf der Rechnung haben sollten.

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Yves Longchamp, Ethenea:  „Die große Frage, auf die Powell am kommenden Mittwoch erste Antworten liefern wird, lautet: wie muss eine sukzessive Straffung der Geldpolitik gestaltet werden, damit Preisstabilität, anhaltendes Wirtschaftswachstum und steigende Börsenkurse sichergestellt werden?“
 
© Ethenea

Laut Ansicht von Yves Longchamp, Head of Research bei Ethenea, seien bei der am Mittwochabend europäischer Zeit anstehenden geldpolitischen Entscheidung der US-Zentralbank Fed kaum Überraschungen zu erwarten. Nahezu alle Finanzmarktteilnehmer würden einer Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte rechnen. "Wir halten diese ebenfalls für am wahrscheinlichsten, denn diese Entscheidung würde zum US-Wirtschaftswachstum passen und entspricht zudem der Forward Guidance der Fed“, erklärt Longchamp.

Zwei weitere Aspekte verdienten seiner Einschätzung anch ebenfalls besondere Beachtung. "Zunächst wird das bereits jetzt günstige makroökonomische Szenario nach den dieses Jahr bisher anhaltend positiven Wirtschaftsdaten vermutlich noch optimistischer bewertet werden“, sagt Longchamp. „Das makroökonomische Szenario ist für den Entscheidungsprozess der Fed elementar. Entsprechend könnte auch der berühmte Dot Plot, der die Zinserwartungen aller Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) zusammenfasst, nach oben korrigiert werden. Bis dato sind für 2018 drei Zinserhöhungen geplant, eine vierte könnte jedoch am Mittwoch angekündigt werden.“

Powell offensiver als Janet Yellen
Der zweite für institutionelle Investoren interessante Aspekt sei der neue Notenbankpräsident Jerome H. Powell, der nach dem Abschied seiner Amtsvorgängerin Janet Yellen seine erste Pressekonferenz abhalten wird. „Im Spektrum zwischen ‚Taube‘ und ‚Falke‘ steht Powell etwa in der Mitte und gilt als neutral“, sagt Longchamp. „Damit ist er etwas offensiver als seine Vorgängerin. Bei den jüngsten geldpolitischen Entscheidungen lag Powell allerdings auf der Linie von Janet Yellen und steht also wohl eher für Kontinuität denn für Wandel.“

Ein Anwalt hält seine erste Pressekonferenz
Völlig ungewiss sei hingegen, wie er die Pressekonferenz gestalten werde. Seine Vergangenheit als Investmentbanker und Anwalt unterscheide ihn grundlegend von Yellen, die einen volkswirtschaftlichen Hintergrund habe und ihr ganzes Leben als Volkswirtin tätig war, sei es als Professorin, bei der Fed oder im Weißen Haus.

„Seit der Finanzkrise haben die Anleger alle Zentralbankverlautbarungen bis ins Detail analysiert. Das Thema Zinsanstieg in einem Umfeld ungewöhnlich niedriger Zinsen, beginnendem Inflationsdruck und hoch bewerteten Finanzmärkten ist von zentraler Bedeutung“, erklärt Longchamp. „Die große Frage, auf die Powell am kommenden Mittwoch erste Antworten liefern wird, lautet: wie muss eine sukzessive Straffung der Geldpolitik gestaltet werden, damit Preisstabilität, anhaltendes Wirtschaftswachstum und steigende Börsenkurse sichergestellt werden?“ (aa)

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