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Wunder: Zinserträge deutscher Banken sind 2018 evtl. sogar gestiegen!

Wie geht denn das? Belastungen im Zinsergebnis gehören seit geraumer Zeit zum festen Kanon des großen Klageliedes der Banken. Und in der Tat ist das Zinsergebnis in den Jahren 2016/17 um mehr als zehn Prozent rückläufig gewesen. 2018 könnte es aber ganz anders aussehen, sagt Barkow Consulting.

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Peter Barkow, Gründer und Geschäftsführer von Barkow Consulting 
© Barkow Consulting

Es ist nichts Neues, dass Banken über niedrige Zinsergebnisse, rückläufige Margen, teure Refinanzierung und anderes mehr klagen. Trotz dieses seit gefühlt mehreren Jahrzehnten andauernden Klageliedes ist das (Netto-) Zinsergebnis der deutschen Banken bis 2015 allerdings mehr oder weniger kontinuierlich gestiegen.

Zinsergebnis 2016/17: endlich Grund zum Klagen!
Erst in den Jahren 2016/17 spiegelte sich das Klagen der Banken dann auch Zahlen wider. Gemäß Statistik der Deutschen Bundesbank verloren deutsche Banken in zwei Jahren über zehn Milliarden Euro Zinsertrag oder mehr als zehn Prozent. Besonders besorgniserregend ist, dass sich der Negativtrend zu beschleunigen scheint. 2016 betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr „lediglich“ 4,9 Prozent. 2017 waren des dann schon 6,2 Prozent. Das ließe ja für 2018 eigentlich Fürchterliches erwarten. Die folgende Grafik zeigt (gerundet) ganz rechts diese negative Veränderungen des Netto-Zinsergebnisses in den letzten beiden Jahren.

2018: Das Zinswunder der deutschen Banken?
Die für deutsche Banken wohl wichtigste, wenn auch nicht ideale Statistik der Deutschen Bundesbank wird aber leider lediglich einmal im Jahr veröffentlicht. Und dann sind die Zahlen leider auch schon fast neun Monate alt. Für 2018 sind also entsprechend noch keine Zahlen publik.

Was tun man also in der Zwischenzeit?
Barkow: "Wir behelfen uns mit Zahlen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Bundesverbandes der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) für 2018. Und die sehen gar nicht so schlimm aus, wie man erwarten würde. Die Sparkassen (Savings in der Grafik) wiesen 2018 einen „ordentlichen“ Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Volks- und Raiffeisenbanken (Coops in der folgenden Grafik links) hingegen konnten ihr Zinsergebnis sogar um 0,6 Prozent steigern." Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Hochrechnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Legt man deren Zahlenwerk zugrunde, ist das Zinsergebnis der deutschen Banken 2018 fast gar nicht rückläufig gewesen. Zu guter Letzt (auch in Bezug auf den Publikationszeitpunkt) kann man auch noch das Zahlenwerk der EZB konsultieren. Die EZB weist für deutsche Banken sogar ein Zinsergebnis aus, das gut drei Prozent über dem Vorjahr liegt. Alle diese Schätzwerte finden sich im linken Teil der folgenden Grafik.

Zinsmassaker blieb wohl 2018 aus
Nimmt man nun alle Zahlenwerke zusammen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das Zinsmassaker der Vorjahre 2018 nicht fortgesetzt hat. Das Zinsergebnis war vermutlich konstant. Im besten Fall ist es sogar angestiegen.

Und warum gab’s das deutsche Zinswunder?
Dass sich die Kredit- oder Einlagenmargen verbessert haben, ist nun aber recht unwahrscheinlich. Auch eine wundersame Vermehrung der Erträge aus der Fristentransformation (bei Sparkassen die sogenannten Depot A-Erträge) scheint nahezu sicher ausgeschlossen. Immerhin ist die Belastung deutscher Banken durch den Negativzins 2018 nicht mehr so stark gestiegen wie in den Vorjahren. Ein konstantes oder vielleicht sogar gestiegenes Zinsergebnis vermag dies jedoch auch nicht zu erklären.

Einzig plausible Erklärung
Laut Barkow verbleibt daher als einzig vernünftige Erklärung eine - recht deutliche -  Ausweitung der Kreditbücher. Dies erkläre auch, dass die Bestandsmargen bezogen auf die durchschnittliche Bilanzsumme sowohl nach BaFin als auch gemäß EZB 2018 rückläufig waren (siehe letzte Grafik rechts).

Fragwürdiges Timing für die Ausweitung der Kreditbücher
Zu recht fragt sich Peter Barkow, ob diese Strategie der Weisheit letzter Schluss ist. Leicht süffisant merkt er an, dass in Zeiten einer ökonomischen Abkühlung dieser Schritt aber vielleicht auch nicht gänzlich risikofrei wäre… (kb)

 

 

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