Wird 2026 ein vielversprechendes Jahr für Risikoanlagen?
Nach einem Jahr geopolitischer Schlagzeilen und durch US-Zölle geprägten wirtschaftlichen Unsicherheiten ist die DWS vorsichtig optimistisch für 2026. Ihre Prognosen lassen auf eine Wachstumsbeschleunigung in den USA und eine solide Konjunktur in Europa schließen - eine gute Basis für 2026.

Bei der DWS geht man davon aus, dass die US-Wirtschaft im kommenden Jahr zu einem stärkeren Wachstum zurückkehren könnte, unterstützt durch Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und ein möglicherweise günstiges Zinsumfeld. Die US Federal Reserve (Fed) werde voraussichtlich drei weitere Zinssenkungen vornehmen, während die Inflation sich Richtung 2,4 Prozent bewegen dürfte, so die Experten weiter. In Europa scheine vor allem die fiskalische Wende in Deutschland die Konjunktur zu stützen, während die Inflation nahe dem Europäische Zentralbank (EZB)-Ziel von zwei Prozent verharren sollte. Die Notenbanker könnten sich daher eine abwartende Haltung leisten. Japan bleibe trotz Tarifeffekten stabil, China setze stark auf Technologie und steigende Einkommen, um das heimische Wachstum zu stützen.
Makroökonomische Ausgangslage prägt die Erwartungen der DWS
Bei Aktien sieht das Haus 2026 weiterhin mögliche Chancen, insbesondere in den USA, wo KI-Investitionen und anhaltend robustes Gewinnwachstum den S&P 500 bis Jahresende auf rund 7.500 Punkte treiben dürften. „Wir sehen keine KI-Blase, wir sehen einen fortgesetzten KI-Boom, der in den kommenden Jahren zu deutlichen Produktivitätsgewinnen führen könnte“, betont Benjardin Gärtner, globaler Aktienchef der DWS. Zwar dürfte es auf dem Weg dorthin auch zu Rückschlägen kommen – wie bei jeder technologischen Revolution –, doch die Wachstumsstory scheint intakt zu bleiben. Die europäischen Märkte profitieren von fiskalischen Impulsen, wenngleich die Dynamik hier etwas geringer ausfällt, mit einer Jahresendprognose für den Stoxx Europe 600 bei 600 und für den Dax bei 26.100 Punkten. In Japan sollte die Kombination aus politischem Führungswechsel und fiskalischen Maßnahmen für eine konstruktive Stimmung sorgen.
Bonds: vergleichsweise stabile Renditen erwartet
Im Anleihebereich rechnet die DWS mit vergleichsweise stabilen Renditen von Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries prognostiziert man auf Jahressicht bei 4,15 Prozent, und auch in Europa dürften die Renditeveränderungen nur moderat ausfallen, mit zehnjährigen Bunds Ende Dezember bei 2,70 Prozent. Unternehmensanleihen scheinen attraktiv zu bleiben, allerdings mit zunehmender Spread-Differenzierung im hochverzinslichen Bereich. Die Spreads für Investment-Grade-Anleihen verharren nahe ihrer Mehrjahrestiefs, gestützt durch aus Sicht der DWS solide Fundamentaldaten und technische Faktoren.
Alternative Assets
Im Bereich der alternativen Anlagen bleibt Gold gefragt, nicht nur als Diversifikationsinstrument, sondern auch als potentielle Absicherung gegen geopolitische und fiskalische Risiken. Die „vier Ds“ – Defizite, Debasement, De-Globalisierung und De-Dollarisierung – stützen die Goldpreis-Prognose von 4.500 US-Dollar je Unze.
Résumé
"Zusammenfassend können wir konstatieren, dass die Ausgangslage für 2026 attraktiv erscheint, doch der Spielraum für Fehler bleibt gering", sagt Benjardin Gärtner. "Politische Schlagzeilen und geopolitische Risiken könnten jederzeit für erhöhte Volatilität sorgen. Eine breit diversifizierte, aber vor allem auch zielgerichtete Anlagestrategie über Regionen und Anlageklassen hinweg könnte Investoren helfen, Chancen zu nutzen und gleichzeitig auf mögliche Rückschläge vorbereitet zu sein." (kb)
Die wichtigsten DWS-Prognosen für die nächsten zwölf Monate auf einen Blick
