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Willkommen im "New Normal" für Diversifikation: Aktienvola statt Bonds

Die negative Verzinsung sicherer Anleihen schmälert zunehmend das Diversifikationspotential in klassischen Portfolios. Die Marktbewegung 2020 verdeutlicht die Schwäche traditioneller Diversifikationsstrategien. Aktienvolatilität bietet eine strategische, zukunftsfähige Alternative, sagt Assenagon.

Assenagons Volatility-Portfolio-Management-Team wird verantwortet von Daniel Danon (links) und Tobias Knecht (rechts).
Assenagons Volatility-Portfolio-Management-Team wird verantwortet von Daniel Danon (links) und Tobias Knecht (rechts).
© Assenagon

Die klassische Portfolioaufteilung in sichere Bundesanleihen und Aktien war über Jahrzehnte ein Erfolgsgarant bei der Geldanlage für institutionelle Anleger. Dabei hat insbesondere die Anleihekomponente in zweierlei Hinsicht maßgeblich zum Erfolg solcher Mischportfolien beigetragen. Zum einen durch den laufenden Ertrag, mit dem man im Portfolio rechnen konnte. Zum anderen durch den diversifizierenden Zusatzertrag, wenn die Aktien einmal schwächelten. Der Zusatzertrag speiste sich aus Kursgewinnen durch sinkende Zinsen in Stressphasen.

Ausgleichende Effekt war äußerst verlässlich
So sanken die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen in der Finanzkrise um rund 1,5 Prozentpunkte – ein sattes Kursplus von knapp 15 Prozent noch vor Kuponzahlungen, das bei 10-jährigen US-Anleihen sogar noch etwas deutlicher ausfiel. Dieser Diversifikationsbeitrag fiel jüngst deutlich geringer aus, wie die folgende Grafik illustriert.

Zuletzt schwindender Diversifikationsbeitrag

Quelle: Assenagon AM

Beispiel Bundesanleihen: Diversifikationspotential schon seit Jahren fraglich
Um heute einen ähnlich positiven Portfolio-Effekt wie in der Vergangenheit zu erzielen, müsste die Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihen auf minus 2 Prozent fallen – ein Szenario, das sich weder im Sell-off im vierten Quartal 2018 noch im ersten Quartal 2020 realisiert hat und auf das man auch in Zukunft nicht bauen sollte. In beiden Sell-offs kam es im historischen Vergleich zu ausgesprochen hohen Korrelationen zwischen den Asset-Klassen, die einen Vorgeschmack auf die künftigen Diversifikationsherausforderungen von gemischten Anlagen bot. Insbesondere traditionelle Anlageklassen zeigten einen hohen Performance-Gleichlauf ohne nennenswerte ausgleichende Effekte, wie ein Blick auf die Wertentwicklungen im Aktien und Bondbereich 2020 zeigt.

Extreme Korrelationsmuster im Jahr 2020

Quelle: Bloomberg

Volatilitätsfonds als Alternative
Edelmetalle wie Gold stehen als Alternative, die mitunter negativ zu Aktien korreliert ist, bei einem Preis von 1.968 US-Dollar im wahrsten Sinne des Wortes hoch im Kurs. Volatilität ist eine weitere Anlageklasse, die natürlicherweise auf Aktienkursrückschläge reagiert. Schließlich misst Aktienvolatilität unmittelbar, wie intensiv der Preis einer Aktie schwankt – also genau das Risiko, gegen das sich Investoren wappnen wollen. Marktkorrekturen und steigende Aktienmarktvolatilität hängen unmittelbar zusammen, so auch im Corona-Sell-off 2020.

Volatilität am Aktienmarkt lässt sich mit Hilfe von Optionen handeln
Fonds, die Optionen so einsetzen, um von einem Volatilitätsanstieg zu profitieren, findet man zum Beispiel im CBOE Eurekahedge Long Volatility-Index. Im bisherigen Jahresverlaufes 2020 erzielten alle Fonds mit einem Volumen von über 100 Millionen US-Dollar in diesem Index einen positiven Return zwischen 4,8 und 130,7 Prozent. Performance-Werte, die sich aus Portfoliosicht durchaus positiv bemerkbar machen.

Langfristiger Performance-Effekt im Vergleich: Lackmustest Corona-Sell-off
Der folgende Chart vergleicht die Wertentwicklung eines traditionellen mit einem alternativen Mischportfolio, jeweils in Euro abgesichert und quartalsweise rebalanced, seit Dezember 2014.

Alternatives versus traditionelles Portfolio (30.12.14 – 31.08.20)

Assenagons Volatilitätsstrategie sticht Renten aus
Das traditionelle Portfolio besteht zu jeweils 50 Prozent aus einem globalen Aktien- und einem globalen Anleihen-ETF (Investment Grade Rating). Das alternative Portfolio setzt sich zu jeweils 50 Prozent aus einem globalen Aktien-ETF und der Assenagon Volatilitätsstrategie zusammen, die bei Assenagon seit 2012 umgesetzt wird.

Alternatives Mischportfolio deutlich stabiler
Im Ergebnis zeigt sich, dass das alternative Portfolio das traditionelle über den Zeitraum outperformen konnte. Von März 2014 bis Juli 2020 erzielte das alternative Portfolio eine Rendite von 6,3 Prozent jährlich, während das traditionelle Portfolio eine Rendite von 4,6 Prozent erwirtschaftete. Diese Outperformance von 1,7 Prozent jährlich wurde trotz der globalen Geldflut und der in den vergangenen Jahren sinkenden Zinsen erzielt, die immens positive Effekte auf die Anleihekomponente des traditionellen Mischportfolios hatten. Der maximale Kursverlust der beiden Mischstrategien war lange Zeit vergleichbar – seit 2020 ist dies nicht mehr der Fall: Während das Mischportfolio aus Volatilität und Aktien 2020 maximal 7,6 Prozent verlor, gab das traditionelle Mischportfolio 19,2 Prozent ab, deutlich mehr als in der Vergangenheit. Das Risikoverhalten des traditionellen Mischportfolios hat sich in 2020 spürbar verändert, das alternative Mischportfolio blieb deutlich stabiler.

Wertversprechen von Staatsanleihen als Defensivbaustein ist zu hinterfragen 
Das Coroanvirus und der einhergehende massive Ölpreisverfall führten im ersten Quartal 2020 zu einem der schnellsten Kursrückgänge aller Zeiten. Insbesondere Anleihen lieferten dabei im Sell-off kaum nennenswerte Diversifikationsbeiträge. Im Ergebnis hat sich das Risikoprofil von traditionell gemischten Anlagen gegenüber den Krisen aus der Vergangenheit merklich verändert und Korrelationsrisiken schlagartig aufgedeckt. Vor dem Hintergrund anämischer Anleihekupons, die jetzt auch US-Anleihen umfassen, und der Korrelationsanfälligkeit, die schon im 4. Quartal 2018 immer augenscheinlicher wurde, muss das Wertversprechen der Anleihequote als Defensivbaustein hinterfragt werden. Eine alternative Renditequelle sind dabei Volatilitätsstrategien, die das Haus Assenagon Asset Management als zukunftsfähige Antwort auf extreme Korrelationsmuster sieht. (kb)

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