William Blair sieht Opportunitäten bei Goldminen in Schwellenländern
EM-Goldminen könnten sich nach Einschätzung von William Blair in dem aktuellen Marktumfeld besser entwickeln als Wettbewerber aus Industrieländern. Der Asset Manager verweist auf Kostenvorteile, Währungseffekte und anhaltende Zentralbankkäufe als Stützen des langfristigen Investment Case für Gold.

Eckpunkte:
- Fundamentaldaten für Goldproduzenten aus Schwellenländern verbessern sich
- Zentralbankkäufe bleiben wichtiger struktureller Nachfragetreiber
- Jüngste Preisschwäche ändert nichts am langfristigen Investment Case für Gold
Trotz geopolitischer Spannungen und anhaltender Unsicherheit ist der Goldpreis zuletzt unter Druck geraten. Für Alexandra Symeonidi, Senior Corporate Credit and Sustainability Analyst im Emerging-Markets-Debt-Team von William Blair Investment Management, ändert dies jedoch nichts an der langfristigen Attraktivität des Edelmetalls. "Die jüngste Schwäche von Gold dürfte eher auf höhere Realrenditen und Positionierungsdruck zurückzuführen sein als auf eine Verschlechterung des langfristigen Investment Case", schreibt die Analystin. Strukturelle Faktoren wie die Diversifizierung der Währungsreserven, geopolitische Spannungen und Sorgen um die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen sprächen weiterhin für Gold.
Zentralbankkäufe stützen den Markt
Zwar wurden Zentralbanken im März zu Nettoverkäufern, nachdem unter anderem die Türkei und Indien Teile ihrer Goldreserven zur Stabilisierung ihrer Währungen eingesetzt hatten. Bereits im April kehrten sie jedoch wieder zu Nettokäufen zurück. Polen führte die Käufe an, während China seine Goldreserven den Angaben zufolge den 18. Monat in Folge aufstockte.
Für Symeonidi spricht dies gegen einen Stimmungsumschwung. "Wir sind der Ansicht, dass diese Käufe einen strukturellen Trend zur Diversifizierung der Reserven widerspiegeln und keinen opportunistischen Handel", schreibt sie. Sollte die US-Notenbank einen klareren Lockerungspfad signalisieren, könnte dies Gold zusätzlichen Rückenwind verleihen.
Kostenvorteile sprechen für EM-Produzenten
Besonders gut positioniert sieht William Blair Goldproduzenten aus Schwellenländern. Viele Unternehmen operierten in der unteren Hälfte der globalen Kostenkurve und könnten bei den aktuellen Goldpreisen höhere Margen und Cashflows erzielen als Wettbewerber aus Industrieländern.
Hinzu komme, dass Produzenten aus Schwellenländern in Phasen steigender Ölpreise häufig von einer Abwertung ihrer Heimatwährungen profitierten. Das könnte steigende Input- und Betriebskosten teilweise ausgleichen. Produzenten in Industrieländern seien dagegen oftmals mit höheren strukturellen Kosten und stärkeren, rohstoffnahen Währungen konfrontiert.
"Die Fundamentaldaten von Goldproduzenten aus Schwellenländern verbessern sich, und wir sind der Ansicht, dass sie sich in diesem inflationären Umfeld besser entwickeln könnten als ihre Wettbewerber aus entwickelten Märkten", so Symeonidi. Damit sieht William Blair Goldproduzenten aus Schwellenländern im aktuellen Marktumfeld besser positioniert als viele Wettbewerber aus Industrieländern. (dv)