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Wiederum ist keine normale Berichtssaison zu erwarten...

Katastrophal dürften die Quartalsergebnisse nicht ausfallen. Die DWS Group erwartet jedoch Revisionen der Schätzungen für das Jahr 2023, in dem ein Rückkehr zur „Normalität“ unwahrscheinlich scheint.

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Thomas Bucher, Aktienstratege der DWS
© DWS

Bald fängt die Berichtssaison an, in der die börsennotierten Unternehmen über den Geschäftsverlauf des dritten Quartals berichten werden. Was ist zu erwarten? Sind sie wichtiger denn je, um extrem verunsicherten Anlegern zu zeigen, dass es vielen Unternehmen immer noch relativ gut geht, zumindest gemessen am über 25-prozentigen Rückgang, den globale Aktien seit ihrer Spitze Anfang 20211 erlitten haben? Oder sind sie nebensächlich, da die Welt gerade andere Sorgen hat? Inflation, gewaltige Zinssprünge, Währungsturbulenzen, Energieversorgungsengpässe und nicht zuletzt ein Krieg Russlands, der sich anbahnt, lassen die Welt noch unberechenbarer werden.

Unternehmensgewinne: Nebensache wegen der Geopolitik oder von großer Wichtigkeit?
Die Mischung könnte es sein, da Aktienkurse von zwei Faktoren getrieben werden: den Gewinnen und dem Bewertungsmultiplikator (KGV, Kurs-Gewinn-Verhältnis), den Anleger bereit sind, für diese Gewinne zu bezahlen. In den vergangenen Jahren hat sich das KGV stark an den Realrenditen von Staatsanleihen und der Volatilität der Aktienmärkte orientiert. In den USA sind die Realrenditen seit Jahresanfang von minus eins auf 1,5 Prozent gesprungen, in Deutschland von minus zwei auf jetzt etwa null Prozent. Die Volatilität wiederum, etwa des S&P 500, ist wieder nah an ihren Jahreshöchstwerten. „Diese beiden Faktoren dürften den größten Einfluss auf die schwache Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen sechs Wochen gehabt haben,“ meint dazu Thomas Bucher, Aktienstratege der DWS.

Prognoseänderungen für Gewinne der kommenden 12 Monate für ausgewählte Sektoren
Der Chart zeigt, wie sich die Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monaten einiger Sektoren im Laufe des Jahres verändert haben.

Quelle: FactSet, DWS Investment GmbH; Stand 28.09.2022

Was spielen Quartalszahlen da noch für eine Rolle?
Eine große, wie immer, da sie die Markterwartungen mit der Realität abgleichen und die Basis für die 2023er Gewinnschätzungen bilden, auf die die Kapitalmärkte jetzt zunehmend ihr Augenmerk legen.

„Wir denken, dass die publizierten Gewinnschätzungen für das dritte und vierte Quartal tendenziell noch zu hoch sind, allerdings erwarten wir in Summe auch keinen (nominalen) Gewinn- oder Umsatzeinbruch. Wir denken aber, dass der Konsens für die 2023er Gewinne während der Berichtssaison weiter nach unten, und damit in unsere Richtung, revidiert werden könnte. Anders als der Konsens rechnen wir zum Beispiel für den S&P 500 mit einem Gewinnrückgang 2023 gegenüber 2022“, sagt David Bianco (Bild links), CIO Americas der DWS. 

Energiesektor überschaubar gewichtet
Der Energiesektor hat mit einem Plus von 160 Prozent zwar für viel Aufsehen gesorgt, allerdings ist sein Gewicht mit fünf Prozent überschaubar. Ansonsten liegen nur bei den Sektoren Grundstoffe und Industrie die Schätzungen noch über denen vom Jahresanfang, bei allen anderen Sektoren wurde nach unten revidiert, so dass insgesamt ein Minus von rund zwei Prozent zu Buche schlägt. Das mutet in diesem Umfeld nicht übermäßig vorsichtig an. Real, also inflationsbereinigt, sieht das dann ohnehin noch weniger erbaulich aus. Und auch eine andere Bereinigung wird man zunehmend öfter in den Quartalszahlen entdecken: die Währungsbereinigung – ein weiterer Faktor, der Investoren den Vorjahresvergleich erschweren wird und den Unternehmen das Planen schwerer macht. Aber mit einer Rückkehr zur „Normalität“ sollten Investoren in den kommenden Monaten wohl ohnehin nicht rechnen. (kb)

 

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