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Wie löst sich der Corona-bedingte Stillstand wieder auf?

Das öffentliche Leben in Deutschland ist fast zum Erliegen gekommen. Wir halten uns Gott an die Vorgaben zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus. Aber zunehmend stellt sich die Frage: Wie lange kann eine Volkswirtschaft im Ausnahmezustand bleiben? Uwe Burkerts Empfehlungen zum Neustart.

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Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research
© LBBW

Der Sinn hinter den massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens war und ist, die Infektionsrate abzuflachen, um die notwendigen Versorgungskapazitäten im Gesundheitssystem zu erhalten beziehungsweise auszubauen. Es ist auch nach den Worten von Bundeskanzlerin Merkel davon auszugehen, dass in Deutschland 60 bis 70 Prozent aller Bürger mit dem Virus infiziert sein werden.

Versorgungs- und Testkapazitäten sind wichtig, aber auch eine Aufsperrstrategie
Vor diesem Hintergrund kommt es nun auf drei Dinge an, sagt Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research: "Erstens muss dem Ausbau der Versorgungskapazitäten absolute Priorität eingeräumt werden. Dazu zählt vorrangig die Beschaffung der notwendigen Schutzkleidung etc. für Klinikpersonal und Pflegekräfte. Zweitens müssen gleichzeitig die Tests massiv ausgeweitet werden, um die notwendige Transparenz und Übersicht über die Infizierten zu bekommen. Und drittens muss eine Strategie und abgestimmte Vorgehensweise zur Wiederherstellung des öffentlichen Lebens erarbeitet werden."

Wege zum Neubeginn - Empfehlungen
Das Wiederanfahren einer Volkswirtschaft ist umso schwieriger, je abgebremster diese ist. Vorhandene Kapazitäten lassen sich schneller wieder aktivieren als abgebaute. Daher ist das Thema Kurzarbeit und auch die Soforthilfen für Selbständige, kleinere und mittlere Unternehmen so wichtig und richtig. Jetzt gilt es aber, das Hochlaufen der Volkswirtschaft wieder anzugehen.

Wiedereröffnung unter Auflagen
Uwe Burkert dazu: "Wir müssen so schnell wie möglich das öffentliche Leben wieder normalisieren. Dazu sollen alle Geschäfte, die wieder öffnen wollen, ihre Belegschaften auf Covid-19 testen lassen. Bei positivem Test von Mitarbeitern ist, wie bisher auch, eine Quarantäne notwendig. Damit hat aber der Betrieb eine klare Zeitvorgabe (14 Tage) – und eine klare Vorgabe, wie lange er Notunterstützung benötigt. Bei negativem Test ist ein sofortiges Wiedereröffnen möglich, allerdings mit besonderen Hygienevorschriften. Eine Rückkehr an die Produktionsarbeitsplätze sollte eingeleitet werden, wenn die Zahl der Gesundeten die der Neuinfizierten deutlich und verlässlich übersteigt. Dann können, wie in Südkorea, Teile der Produktion anlaufen.

Zunächst sollte sich die Rückkehr auf getestete Personen beschränken
Dies erhöht für alle den Anreiz zu testen, wobei die derzeitigen Kontaktsperren im privaten Umfeld zunächst noch aufrechterhalten werden sollten, um das Risiko einer Einschleppung der Infektion in die Betriebe durch ursprünglich getestete, dann aber später infizierte Personen zu minimieren.

Tests sind regelmäßig zu wiederholen
Der Neustart steht und fällt mit der verfügbaren Kapazität von Testkits, Schutzmasken und Beatmungsgeräten. Hier muss die Regierung im Zweifel auch mit Zwangsmaßnahmen die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Burkert abschließend: "Jetzt gilt es, konzentriert und schnell zu handeln, um den Wirtschaftszug wieder ins Rollen zu bekommen!" (kb)

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