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Wie lange noch steuert die M&A Aktivität auf einen Rekord zu?

Transaktionen im Volumen von mehreren Milliarden US-Dollar, die die Gesundheitsbranche und den Mediensektor grundlegend verändern werden, haben dazu geführt, dass 2018 das bisher größte Jahr für globale Fusionen und Übernahmen werden dürfte.

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© md3d / stock.adobe.com

Aber nach fünf beispiellosen Jahren fangen die die Transaktionen begleitenden Banken nun an, zur Vorsicht zu mahnen. Unternehmen kündigten in der ersten Hälfte des Jahres 2018 Transaktionen in Höhe von 2,1 Billionen US-Dollar an, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Damit könnte 2018 das Gesamtvolumen von 2007 von 4,1 Billionen US-Dollar übertroffen werden. Vierundzwanzig Akquisitionen im Wert von mehr als 10 Milliarden US-Dollar haben die Zahlen nach oben getrieben, darunter der Kauf von Shire über 62 Milliarden US-Dollar durch Takeda Pharmaceutical und die 26,5 Milliarden US-Dollar  teure Übernahme von Sprint durch T-Mobile US.

How far can it go?
Während die M&A-Welle weiter rollt, fragen sich einige Berater, wie lange der Wahnsinn noch anhalten kann. Im Gegensatz zur Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000 oder der Subprime-Hypothekenkrise von 2007 gibt es jedoch keine eindeutige Bedrohung. Stattdessen werden eine Vielzahl von Warnzeichen als mögliche Gefahren genannt.

"Die US-amerikanischen und europäischen M&A-Märkte feuern aus allen Rohren, und wir beobachten eine Risk-On-Stimmung", sagte Eamon Brabazon, Co-Leiter M&A für Europa, den Nahen Osten und Afrika bei Bank of America gegenüber Bloomberg. "Was hoch geht, normalisiert sich normalerweise im Zeitverlauf", sagte er und nannte als möglichen Gegenwind Faktoren wie hohe Bewertungen, kartellrechtliche und aufsichtsrechtliche Unsicherheit und geopolitische Risiken.

Die Bäume wachsen nicht in den HImmel
"Wer das schon einmal erlebt hat und regelmäßig am M&A-Markt involviert ist, muss sich im Klaren sein, dass einige dieser Risiken zu einem gewissen Zeitpunkt einen dämpfenden Einfluss auf den Markt haben könnten", sagte Stephen Arcano, M&A-Partner und globaler Leiter Transaktionen bei der Anwaltskanzlei Skadden Arps Slate Meagher & Flom.

Handelskriege, Geopoltik und Bewertungen als mögliche Spielverderber
Seit der S&P 500 Index im Januar ein Rekordhoch erreichte, haben ein sich verschärfender Handelskrieg mit China und geopolitische Spannungen um die Beziehungen der USA mit Nordkorea und dem Iran die Märkte erschüttert. Aufsichtsbehörden wie der Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den USA sind gegen Übernahmen von heimischen Unternehmen durch Interessenten aus dem Ausland hart vorgegangen und haben den größten Deal des Jahres vereitelt. Sie sagten, dass der Versuch von Broadcom, Qualcomm zu übernehmen, ein nationales Sicherheitsrisiko darstellen könnte. US-Präsident Donald Trump blockierte den Deal im März.

Aktien der M&A-Partner verloren im ersten Quartal 2018
Die Investoren beginnen auch, angesichts der Rekordwerte bei Fusionen und Übernahmen vorsichtiger zu werden, was die Aktien von Unternehmen, die die meisten Transaktionen in mindestens zehn Jahren angekündigt haben, nach unten treibt. Der globale M&A-Markt, gemessen an der Aktienkursentwicklung sowohl der Käufer als auch der Zielunternehmen, verzeichnete laut einem Bericht von Willis Towers Watson das schlechteste Quartal seit 2008. Die M&A-Parteien blieben im ersten Quartal 2018 um 6,1 Prozentpunkte hinter den globalen Indizes zurück, eine dramatische Trendumkehr seit Beginn des aktuellen M&A-Zyklus, bei dem die Aktien die Märkte sogar um 17,1 Prozentpunkte geschlagen haben.

Parallelen zu 2000 und 2007 sind nicht von der Hand zu weisen
"Die schlechte Performance nach abgeschlossenen Deals lässt darauf schließen, dass die Anleger derzeit eine sehr geringe Fehlerspanne haben", sagte Jana Mercereau, Leiterin des Bereichs Corporate M&A für Großbritannien bei Willis Towers Watson. "Es ist auch schwer zu ignorieren, dass die letzten beiden Gelegenheiten, als M&A-Aktivitäten ein ähnliches Niveau erreichten, ein Jahr vor dem Finanzcrash im Jahr 2007 und kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 waren", sagte Mercereau.

Tempoverlangsamung erwartet
Der starke Einbruch der Deal-Performance signalisiert die Müdigkeit der Anleger mit einem Zyklus, der das fünfte Jahr in Folge auf ein Transaktionsvolumen von mehr als 2,5 Billionen US-Dollar zusteuert, wie Daten von Bloomberg zeigen. Selbst wenn die M&A-Aktivitäten während des restlichen Jahres unverändert bleiben, wird 2018 immer noch jedes bisherige Jahr übertreffen. "Es wird wahrscheinlich ein Rekordjahr werden, aber es wird schwierig sein, das derzeitige Tempo für weitere sechs Monate beizubehalten", sagt Steve Krouskos, Global Vice Chair der Transaktionsberatung bei EY, in einem Interview auf Bloomberg TV. (kb)

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