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Wie gut verstehen die Börsen Covid-19?

Das Kursmuster der europäischen Aktienmärkte erinnert stark an Asiens Börsen nach dem SARS-Ausbruch. Das stimmt aber nur bedingt zuversichtlich, meinen die Experten der DWS Group.

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© aphaspirit / stock.adobe.com

Wie kann es sein, dass die Aktienmärkte trotz steigender Covid-19-Infektionszahlen zu neuen Gipfelstürmen ansetzen? Diese Frage haben sich die Fachleute bei der DWS erstmals bereits vor gut fünf Monaten gestellt. Mitte Februar – China hatte gerade die Zahl der gemeldeten Fälle um 14.800 nach oben revidiert – erreichten viele Aktienindizes neue Höchststände. Als Anhaltspunkt für die Entwicklung warf mandamals einen Blick zurück in das Jahr 2003 und den seinerzeitigen Ausbruch desSevere Acute Respiratory Syndromes (SARS). Obwohl man zur Vorsicht riet, überstieg das gesamte Ausmaß der Pandemie sowie der damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden die Vorstellungskraft. Dennoch haben sich die Märkte seit ihrem Tiefpunkt im März wieder schön erholen können. Wie sieht diese Entwicklung im Lichte der Covid-19-Fallzahlen aus?

Frappante Ähnlichkeit zur Reaktion auf SARS
Obwohl im Ausmaß um ein Vielfaches schwerwiegender als beim seinerzeitigen SARS-Ausbruch, so ist dennoch eine frappierende Ähnlichkeit im Muster zu erkennen. An westlichen Börsen begann der scharfe Abverkauf gut zwei Wochen vor dem starken Anstieg der Infektionszahlen, wie der nachstehende Chart anhand der europäischen Aktienmärkte, repräsentiert durch den MSCI EMU Index, zeigt. Den Tiefpunkt fanden Aktien etwa eine Woche bevor die Zahl der entdeckten täglichen Neuansteckungen ihren Höhepunkt erreichte.

Covid-19 und der europäische Aktienmarkt

Markt mit hellseherischen Fähigkeit?
Nun könnte man den Märkten aus dieser Perspektive eine hervorragende Einschätzung der Pandemieentwicklung attestieren, auch wenn der Vorlauf nur ein paar Tage beträgt. Mit dieser Einschätzung sollte man etwas vorsichtig, sagt die DWS: Für Märkte scheinen nicht die Zahl der Erkrankten, sondern die wirtschaftlichen Aussichten relevant zu sein.

Alles was zählt, sind die wirtschaftlichen Aussichten
Dafür, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten wieder stabilisiert haben, ist wohl weniger der medizinische Fortschritt verantwortlich, sondern schon eher die massiven wirtschaftlichen Stimulusprogramme von Fiskal- und Geldpolitik. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die Erkrankungszahlen in den USA. Bisher hat auch in Europa der aktuell zu beobachtende Anstieg an Neuinfektionen die Märkte nicht sehr beeindruckt. Bei weiteren Krankheitswellen könnte sich das aber rasch wieder ändern. Immerhin ist SARS seinerzeit aus bisher ungeklärten Gründen wieder gänzlich verschwunden. Bei der aktuellen Pandemie ist dagegen weltweit kein Ende in Sicht, gibt die DWS zu bedenken. (kb)

 

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