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Wie erfolgreich die Asset Allokation professioneller Investoren ist

Neues aus der StarCapital-Kapitalmarktforschung belegt, was viele insgeheim immer schon wussten: um die Asset Allokation-Fähigkeiten Institutioneller in Deutschland ist es nicht zum Besten bestellt. Aber auch die Regularien sorgen für suboptimale langfristige Anlagen.

Norbert Keimling, Head of Research bei StarCapital
Norbert Keimling, Head of Research bei StarCapital
© StarCapital

In den letzten 100 Jahren verdienten Anleger in Staatsanleihen, Gold und Immobilien pro Jahr real lediglich ein bis zwei Prozent. Staatsanleihen fielen zum Teil über 50 Jahre oder wurden nicht zurückgezahlt, Grundbesitz wurde in Krisenzeiten massiv besteuert, und der Edelmetallbesitz sanktioniert. "Aktien mögen kurzfristig stark schwanken, sie legten inflationsbereinigt auf lange Sicht im Mittel jedoch um sieben Prozent pro Jahr zu, und spätestens nach 20 Jahren wurden Wertzuwächse erzielt. Langfristig sind Aktien deshalb nicht nur die renditestärkste, sondern auch die risikoärmste Anlage überhaupt", sagt Norbert Keimling, Head od Research bei StarCapital.

Wie deutsche Lebensversicherer anlegen
Trotzdem investierten beispielsweise deutsche Lebensversicherungen trotz des Niedrigzinsumfeldes und hoher Kurszuwächse in den letzten Jahren lediglich drei bis fünf Prozent in Aktien. Sie erwiesen sich darüber hinaus als schlechte Market-Timer: Die höchsten Aktienquoten wurden im Jahr 2000, kurz vor dem Platzen der New-Economy-Blase, gehalten. Ungünstige Verkäufe auf niedrigen Niveaus führten dazu, dass die Portfolios noch immer unter den Verlusten aus zwei Börsenkorrekturen leiden, während der DAX Verluste in beiden Fällen zügig aufholte.

Das Bild des Grauens
So "erfolgreich" war die Asset Allokation professioneller Investoren, Wohlstandsgefährdung inklusive.

Besonders gravierend dabei sei die Tatsache, so Keimling, dass sie Lebensversicherung seit Jahrzehnten das liebste Anlageprodukt der Deutschen sei , wenn es um die private Altersvorsorge gehe. So könnte die niedrige Aktienquote - teilweise bedingt durch eine prozyklische Regulatorik - und falsches Timing den Wohlstand in Deutschland gefährden.

Medianvermögen in Deutschland unter dem europäischen Schnitt
Schon jetzt sei hierzulande der Median der Vermögen, trotz überdurchschnittlichem Einkommen, deutlich geringer als der EU-Schnitt. Laut einer Bundesbank-Studie müsse man stärker auf Aktien setzen, um beim Vermögen aufzuholen. Da die deutschen Privathaushalte jedoch „weiterhin eine Präferenz für liquide und als risikoarm empfundene Anlageformen“ hätten, sei es umso wichtiger, dass bei den Lebensversicherungen ein Umdenken hin zu höheren Aktienquoten und antizyklischem Timing stattfinde, meint Keimling. Ob die Regulatoren das wohl gerne hören? (kb)

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