Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Wie ansteckend sind Gewinnschätzungen?

Die Börsen scheinen das Corona-Virus schon abgehakt zu haben. Dabei dürfte er die ohnehin wenig dynamischen Gewinnschätzungen negativ beeinflussen. Ob man wohl auf Hilfe hoffe, fragen sich die Experten der DWS Group.

6.jpg
© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Dass die Börse schon wieder zur Tagesordnung zurückgekehrt ist, könnte man jedenfalls beim Blick auf den S&P 500 meinen, der ungefähr wieder auf dem Vorkrisenniveau steht. Das ist insofern bemerkenswert, als selbst bei einer baldigen Überwindung des Virus der wirtschaftliche Schaden dennoch bereits eingetreten ist, und sich derzeit noch täglich erhöhen dürfte. Das trifft auch US-Firmen, sofern sie etwa auf chinesische Touristen, auf Flüge nach China, auf Konsumenten in China oder auf die Produktionsstätten in der Provinz Hubei angewiesen sind.

Q1-Zahlen und damit auch die Ganzjahres-Gewinnzahlen wohl schwächer 
Die Spuren dürften sich in erster Linie in den Zahlen zum ersten Quartal zeigen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Ganzjahreszahlen. Gleicher Kurs bei geringerem Gewinn – damit würde der S&P einmal mehr von einer Bewertungsausweitung profitieren. Jener Faktor, der 2019 fast alleinverantwortlich für die S&P-500-Rallye war - so man denn die 2019er Gewinne zugrunde legt, die gegenüber 2018 nicht gewachsen sind. Doch der Markt schaut nach vorne. Und für 2020 erwartet er für den S&P 500 immerhin (noch?) einen Gewinnanstieg von 8,5 Prozent.

Ist ein Gewinnanstieg für 2020 von 8,5 Prozent realistisch?
Was den Markt mittelfristig jedoch mehr bewegt, sind die Veränderungen der Schätzungen. Wieder folgende Chart zeigt, sieht es hier eher mau aus. Seit Juli 2019 hat der S&P 500 zwar um 17 Prozent zugelegt, die Gewinnschätzungen für 2020 sind jedoch um 3,6 Prozent zurückgegangen. Verantwortlich waren dafür, wenig überraschend, die zyklischen Sektoren, während sich bei den defensiven Sektoren (Versorger, Gesundheit, Immobilien und defensiver Konsum) so wenig tat, dass die DWS sie gar nicht in die Grafik aufgenommen hat.

Einziger positiver Ausreißer war einmal mehr der Technologiesektor
Dieser schafte es auch für das vierte Quartal 2019, die hohen Erwartungen zu übertreffen. Alles in allem dürften sich die Auswirkungen des Virus noch nicht in den Konsensschätzungen widerspiegeln. Warum aber sehen die Börsen scheinbar so nonchalant über den Virus hinweg? Vielleicht hoffen sie erneut auf jene Medizin, die sie stets als opportun für Wirtschafts- und Marktschwächen erachten: Geldspritze und -lockerungen seitens der Zentralbanken. Chinas Währungshüter haben die erste Dosis bereits verabreicht.... (kb)


Die DWS ist einer der vielen, namhaften Sponsoren des 13. Institutional Money Kongresses (25. bis 26. März 2020 im Wiesbadener Congress Center). Chief Investment Officer Martin Moryson wird in einem Workshop einen Kapitalmarktausblick geben und herausarbeiten, in welchen Segmenten noch Renditepotenzial steckt und wo Risiken lauern. Interessiert? Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

 

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren