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Wertvollstes Edelmetall Rhodium stellt alles andere in Schatten

​Der großartige Jahresauftakt von Palladium verblasst im Vergleich zu seinem weniger bekannten, aber viel teurerem Schwestermetall Rhodium. Dieses wird hauptsächlich in Autokatalysatoren verwendet und ist fünfmal teurer als Gold und in diesem Monat bereits um 32 Prozent gestiegen.

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Ausschnitt aus dem Rhodium-Angebot der Degussa
© Degussa Goldhandel GmbH

Damit hat der Rhodium-Preis den höchsten Wert seit 2008 erreicht. Die strengeren Emissionsvorschriften haben eine mehrjährige Rallye angeschoben. Es gibt Spekulationen, dass auch die Investoren einsteigen und darauf wetten werden, dass die Preise auf ein Rekordhoch klettern werden.

Preissprung
Auf Basis der Rallye vom letzten Jahr setzte Rhodium 2020 zum Sprung an

Quelle: Bloomberg

Verzwölffachung bereits abgeschlossen
Rhodium hat sich in den letzten vier Jahren bei steigender Nachfrage aus dem Automobilsektor mit einer zwölffachen Kurssteigerung deutlich besser entwickelt als alle anderen wichtigen Rohstoffe. Wie Palladium fällt das Metall als Nebenprodukt beim Abbau von Platin und Nickel an. Aber der Markt ist viel kleiner und weist daher große Preisbewegungen auf, wenn sich Angebot oder Nachfrage ändern.

Rhodium unterliegt einer verrückten Volatilität
Das sagte Anton Berlin, Leiter Analyse und Marktentwicklung bei der russischen Norilsk Nickel, die etwa zehn Prozent des gesamten Rhodiums abbaut, gegenüber Bloomberg. Das Angebot sei knapp, und Spekulanten hätten verstärkt das Metall gekauft, nachdem sich große Industrieverbraucher Ende letzten Jahres Volumina gesichert hätten.

Rhodium lag laut Johnson Matthey am Dienstag bei 7.925 US-Dollar pro Unze. Der Gewinn in diesem Monat steht auch in Zusammenhang damit, dass sich die Investoren Edelmetallen zuwandten und einen sicheren Hafen angesichts der Spannungen im Nahen Osten suchten. Das bescherte Palladium einen Preisanstieg von etwa neun Prozent.

Physische Nachfrage aus Asien trieb Preis im Januar 2020
„Der Haupttreiber Anfang Januar war die physische Nachfrage aus Asien, die möglicherweise auch mit der Automobilindustrie zu tun hat“, sagte Andreas Daniel, Händler bei Heraeus Holding. “Käufe haben weitere Käufe ausgelöst und in einem nicht regulierten Markt war der Effekt massiv, mit einer Preisbewegung, die nur alle zehn Jahre zu beobachten ist.” Die Nachfrage hat sich gegen Ende letzter Woche etwas abgekühlt, berichtet Daniel. Der Preis kletterte bis auf 8.200 Dollar am Mittwoch und ging die Tage danach leicht zurück.

Rekord von 2008 in Reichweite?
Obwohl in diesem Jahr Rückschläge möglich sind, könnte Rhodium den Rekord von 10.100 US-Dollar aus dem Jahr 2008 übertreffen, sagt Afshin Nabavi, Leiter des Handels bei dem Veredler MKS PAMP Group in der Schweiz. Dennoch veranlassten diese hohen Preise vor einem Jahrzehnt die Autokatalysatorhersteller, auf Platin und Palladium umzusteigen, die ebenfalls zur Emissionssenkung verwendet werden.

Kleiner Markt
Es ist viel schwieriger, in Rhodium zu investieren als in andere Edelmetalle. Es wird nicht an der Börse gehandelt, der Markt für Barren oder Münzen ist im Vergleich zu Gold oder Silber winzig und die meisten Geschäfte finden zwischen Lieferanten und industriellen Nutzern statt. Die weltweite Produktion entspricht kaum mehr als einem Zehntel der Platin- oder Palladiumproduktion.

Jährliche Nachfrage nach Edelmetallen im Vergleich

Südafrika-Dominanz: Anstieg der Bergbauwerte
Höhere Rhodiumpreise sind eine gute Nachricht für südafrikanische Produzenten, auf die mehr als 80 Prozent der globalen Produktion entfällt. Zuwächse bei Metallen der Platingruppe und ein schwacher Rand trugen dazu bei, dass sich der Aktienindex für die Bergbaubranche des Landes in den letzten zwölf Monaten verdreifacht hat und den höchsten Wert seit 2011 erreichte. 

Klumpenrisiko: Südafrika steht für vier Fünftel des weltweiten Outputs

Die Dominanz Südafrikas bedeutet aber auch Produktionsrisiken in dem Markt.  Stromausfälle im vergangenen Jahr führten zu vorübergehenden Unterbrechungen bei einigen Bergbauaktivitäten, und in den vergangenen Jahren gab es lange Minenstreiks von Arbeitern für höhere Löhne. (kb)

 

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