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Werner Krämer, Lazard: "Don’t fight the Fed"

Der Chef-Makroökonom bei Lazard Asset Management rät Investoren in den kommenden Wochen mehr auf Defensive zu setzen, aber keinesfalls gegen die Fed zu spekulieren.

Werner Krämer, Chef-Makroökonom bei Lazard Asset Management
Werner Krämer, Lazard Asset Management
© Lazard

Was können institutionelle Investoren für das zweite, bereits angelaufene Anlagequartal erwarten? Werner Krämer, Chef-Makroökonom bei Lazard Asset Management, steht dem aktuellen Aufschwung an den Aktienmärkten skeptisch gegenüber und rät dazu, weniger risikobehaftete Anlageklassen in Betracht zu ziehen.

Alte Börsenregeln gelten weiter
„Die Weisheit ‚Don’t fight the Fed‘ bewahrheitet sich wieder einmal“, erläutert der Ökonom. Der gegenwärtige Aufschwung an den Kapitalmärkten sei jedoch eine künstliche Verlängerung des Bullenmarktes der letzten zehn Jahre durch die Zentralbanken. „Die Zentralbanken müssen den Versuch, ihre Geldpolitik zu normalisieren, wieder aufgeben. Ein selbsttragender Aufschwung ohne Zentralbankgeld scheint nicht mehr möglich“, erklärt Krämer.

Davon profitierten momentan auch die Risikomärkte. Es herrsche eine ‚Risk on‘-Mentalität, wodurch der kurz- bis mittelfristige Ausblick für Risikoassets positiv sei. „Doch auch wenn die Bewertungen vieler Assetklassen hoch sind, sind die Konjunkturschwächen wirklich, die politischen Risiken real und jeder Aufschwung letztlich endlich“, gibt Krämer zu bedenken.

Er empfiehlt Anlegern, die gegenwärtige Hausse in vielen Assetklassen für eine Umschichtung in weniger risikobehaftete Anlageklassen wie Global Fixed Income oder Scandinavian Fixed Income zu nutzen.

Deutsche sollten auch beim Investieren über die Grenze blicken
Insbesondere für deutsche Investoren sei eine globale Diversifikation aufgrund der wieder erreichten Niedrigzinsen in Deutschland naheliegend. „Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld der Eurozone (ohne Italien) sind die Renditevorteile der Rentenmärkte außerhalb der Eurozone stetig angewachsen. Aus Eurozonen-Sicht sind skandinavische oder globale Renten damit sehr interessant“, argumentiert der Ökonom.

Allerdings müssten insbesondere institutionelle Investoren im Bereich Fixed Income auf die hohen Hedge-Kosten achten. Sie seien in vielen Konzepten ein Problem, sodass dem Währungsmanagement eine wichtige Rolle zukomme. „Langfristig könnte die geänderte Geldpolitik der Fed aber dazu führen, dass die Hedge-Kosten wie zuletzt geschehen weiter zurückgehen“, prognostiziert Krämer.

 

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