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Wermuth AM: Schafft Deutschland ein „grünes“ Wirtschaftswunder?

Investoren, Unternehmen und Politik diskutierten beim Berlin Investment Forum „Shifting Investments to Reach Climate Goals“ wie Klimaziele erreicht werden können. Für Wermuth Asset Management sind Investitionen in fossile Energieträger und Verbrennungsmotoren sind betriebswirtschaftlicher Unsinn.

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Die Teilnehmer der Weltklimakonferenz (COP21) hatten sich Ende 2015 in Paris verpflichtet, den Klimawandel zu stoppen. Heute diskutierten namhafte Experten beim zweiten Berliner Investment Forum darüber, wie sich dafür die politischen Rahmenbedingungen und die Struktur der Investitionen ändern müssen. Referenten waren der Klimaforscher Gernot Klepper von der Universität Kiel, Staatssekretär Rainer Baake vom Ministerium für Wirtschaft und Energie sowie zahlreiche Unternehmen und „Impact Investoren“, darunter Allianz Global Investors, Citigroup, General Electric, Willows Investments und Wermuth AM. 

Deutschland hat die Energiewende mit dem Energieeinspeisegesetz angestoßen

„Heute wird in Dubai Solarstrom für 3 Cent je kWh angeboten – das entspricht einem Ölpreis von nur 5 US-Dollar je Fass. Elektroautos, die bei Spitzennachfrage einen Teil ihrer Batterieladung ins Netz einspeisen dürfen, können dadurch bis zu 2.000 Euro im Jahr verdienen und auf diese Weise die Gesamtkosten entscheidend senken. Abgesehen davon verbrauchen diese Autos deutlich weniger Energie als Dieselfahrzeuge und sind im Unterhalt auch sonst viel billiger. Weitere Investitionen in fossile Brennstoffe und Verbrennungsmotoren sind daher betriebswirtschaftlich sinnlos. Anleger sollten das im Auge behalten“, erklärt Impact Investor Jochen Wermuth vom Family Office Wermuth Asset Management.  

Zweites „grünes Wirtschaftswunder“ ist möglich

„Deutschland kann auch weiterhin bei der weltweiten grünen Industrierevolution Marktführer sein“, ist Wermuth überzeugt. Ein zweites „grünes Wirtschaftswunder“ sei möglich, mit niedrigeren Energie- und Transportkosten, einem neuen Wachstumsschub, niedrigeren Steuern und sicheren Arbeitsplätzen. Dazu brauche es nur faire Wettbewerbsbedingungen für erneuerbare Energien und Elektromobilität. Vor allem müsse es Letzteren erlaubt sein, Strom ins Netz einzuspeisen. „Deutschland wird keine billigeren Autos als China bauen können, dafür aber intelligentere. Ein großer Schritt vorwärts in Richtung Elektromobilität ist beispielsweise das Speicherprojekt von Daimler, GeTech, The Mobility House und Remondis in Lünen“, hebt Wermuth hervor. Ohne neuartige Speichertechnologien könne der Ausbau der alternativen Energien jedoch nicht gelingen. 

Preis von wenigstens 30 Euro je Tonne nötig, um Kapital klimafreundlich zu lenken

„Darüber hinaus bedarf es klarer Signale, was die wahren Kosten von Emissionen betrifft. Die EU sollte alles tun, damit der Preis pro Tonne CO2 wenigstens nicht mehr unter 30 Euro fällt – aktuell liegt dieser bei 6 Euro. Kraftfahrzeuge und Flugzeuge sollten endlich in das European Emission Trading System (ETS) einbezogen werden“, sagt Wermuth. Der IWF schätzt, dass sich die direkten und indirekten Subventionen der fossilen Energieträger auf 5,3 Billionen US-Dollar pro Jahr belaufen. Nach Berechnungen von Wermuth Asset Management sind das bei etwa 40 Gigatonnen globaler CO2-Emissionen rund 130 US-Dollar je Tonne CO2. Damit wären 30 Euro also kein zu hoher Preis, sondern entsprächen etwa den durchschnittlichen Kosten für die Eliminierung einer Tonne CO2-Emissionen. Durch Ankäufe von ETS-Zertifikaten könnte ihn die EU-Kommission durchsetzen. 

Umleitung der Kaoptalströme weltweit

„Letztlich gilt es, die globalen Kapitalströme umzuleiten – und Zeit ist dabei der kritische Faktor“, sagt Wermuth. Dafür brauche es ein konsequentes und sofortiges Umdenken seitens der Öl-, Gas- und Kohleproduzenten. Sie müssten Verantwortung übernehmen und ihre Geschäftsstrategien an den politischen Vorgaben und betriebswirtschaftlichen Realitäten ausrichten. Konkret bedeutet dies, dass 80 Prozent der bereits entdeckten und bilanzierten Kohle-, Gas-, und Ölreserven nicht verwendet werden können und abgeschrieben werden müssen. Gewinne aus der laufenden Produktion sollten nicht mehr in sinnlose neue Projekte – mit Förderkosten von mehr als 5 Euro je Barrel – investiert, sondern an die Aktionäre ausgeschüttet oder für erneuerbare Energie und Ressourceneffizienz verwendet werden. 

„Obwohl die Welt in einer Kapitalschwemme zu ertrinken droht und obwohl Investitionen in erneuerbare Energien, emissionsfreie Mobilität und Ressourceneffizienz attraktive Renditen bieten, hat sich bisher kaum Kapital in Richtung erneuerbare Energien bewegt“, sagt Wermuth. Es fehle nach wie vor an Eigenkapital für die Projektentwicklung und die Übernahme des ersten Ausfallrisikos. Dabei könne man bereits mit 30 Milliarden Euro Eigenkapital heute in der EU 200 Milliarden Euro an Solar- oder Windprojektfinanzierung darstellen und so 80 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Würden die fertigen Projekte verkauft und das Kapital wieder neu eingesetzt, käme man nach fünf Investitionszyklen auf Projektfinanzierungen in Höhe von 1 Billion Euro, was einer Einsparung von 400 Millionen Tonnen CO2 entspricht, etwa 1 Prozent der Weltemissionen. „Durch intelligente Investitionen könnten aus 30 Milliarden Euro Eigenkapital mit Fremdfinanzierung, Zins und Zinseszins über 25 Jahre 3 Billionen Euro an Projektfinanzierungen umgesetzt werden. Damit könnten 1,2 Milliarden Tonnen an CO2-Emissionen eingespart werden, also mehr als Deutschland pro Jahr emittiert. Diese Chance muss genutzt werden.“ (kb)

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