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Wer von steigenden Zinsen profitiert - und wer nicht

In der Theorie ist es klar, welche Sektoren von steigenden Zinsen profitieren und welche darunter leiden: Bei Branchen mit traditionell hoher Verschuldung sinken die Gewinne stärker als bei Sektoren mit niedrigen Verbindlichkeiten. Und Banken profitieren, da sich die Zinsmarge ausweitet.

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Sven Lehmann, Portfoliomanager von HQ Trust
© HQ Trust

Doch ist es wirklich so einfach, dass Banken und gering verschuldete Unternehmen die Profiteure und hoch verschuldete die Verlieren sind? Sven Lehmann, Portfoliomanager bei HQ Trust, hat nachgerechnet.

Für seine aktuelle Analyse ermittelt der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend, wie 20 Datastream-Sektorindizes während insgesamt zwölf Zinssteigerungsphasen (elf abgeschlossene und die aktuelle) im Vergleich zum globalen DS-Aktienindex abgeschnitten haben. Die Analyse umfasst den Zeitraum von 1984 bis heute.

Sektoren reagieren sehr unterschiedlich auf Zinssteigerungen
Während die Technologie der mit Abstand beste Sektor war, lagen Versorger ganz am Ende. 

Quellen: Datastream, Refinitiv, HQ Trust

Erkenntnisse
"Technologieaktien haben in der Vergangenheit in Zeiten steigender Zinsen am besten abgeschnitten. Das durchschnittliche Plus von 19,2 Prozent wird zwar von der Phase vor dem Platzen der Dotcom-Blase stark beeinflusst, aber der Sektor ist in zehn von zwölf Phasen stärker als der Index gestiegen. Dies gelang ansonsten nur dem Industriesektor“ stellt Lehmann fest. Und weiter: "Zyklische Branchen liefen tendenziell besser als der Gesamtmarkt: Bei den Autoherstellern war das genauso der Fall wie bei Industrieunternehmen und Rohstofferzeugern.“

Hingegen hätten defensive Sektoren wie Versorger, Nahrungsmittel oder Healthcare meist schlechter ab als der Index abgeschnitten: Bei den Versorgern habe das auf elf von zwölf  Phasen mit steigenden Zinsen zugetroffen. Bei den Banken sei das Ergebnis weniger eindeutig: Es habe sechs Phasen gegeben, in denen die Aktien besser als der Markt gelaufen seien, und sechs weitere, in denen die Banktitel hinter dem globalen DS-Index zurückgeblieben seien.

Verschuldete Branchen laufen nicht schlechter als weniger verschuldete
Die Aussage, dass Branchen mit hohen Nettoschulden schlechter laufen als Sektoren mit niedrigen, lässt sich nicht belegen: Die drei am wenigsten verschuldeten Branchen sind Technologie (Platz 1), Finanzdienstleistungen (Platz 10) sowie Konsumentenprodukte (Platz 17).

Wie schlagen sich die Branchen in der aktuellen Phase steigender Zinsen? 
Grundsätzlich ist die Reihenfolge der Sektoren wie in der Historie, allerdings gibt es hohe relative Unterschiede. „Zu den stärksten Outperformern zählen aktuell Autobauer, Bautitel und die Reisebranche", stellt Lehmann fest. "Am Ende der Performance-Rangliste stehen die defensiven Sektoren Nahrungsmittel, Konsumentenprodukte und der Einzelhandel.“ (kb)

 

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