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Wer fürchtet sich vor Inflation? Die EZB?

Drei Kurz-Analysen zur anstehenden Zinssitzung der Europäischen Zentralbank: Wie sich die steigenden Inflationsraten auf die Strategie der Notenbank auswirken, was das für den Leitzins bedeutet und auf welche Teuerungsraten man sich bis zum kommenden Jahr einstellen sollte

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„EZB und Inflation: durch- und wegschauen!“

Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement StarCapital:
In Europa hat die Inflationsrate die EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent erreicht und in Deutschland mit 2,5 Prozent bereits übertroffen. Steigende Rohstoff- und Energiepreise, Lieferprobleme bei so unterschiedlichen Produkten wie Holz, Dämmstoffe und Speicherchips sowie explodierende Container-Frachtraten lassen noch kein Ende des Spuks erkennen.

Mit der sukzessiven Aufhebung der Lockdown-Maßnahmen und der beginnenden Urlaubssaison warten coronabedingt aufgestaute Ersparnisse in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro darauf, ausgegeben zu werden.

Nach der Industrie steht nun auch der Konsum- und Dienstleistungssektor vor einem Boom. Begierig erwarten die Anbieter die abrupt steigende Nachfrage und werden ihr mit massiv steigenden Preisen begegnen. Die Bundesbank erwartet nicht umsonst eine Beschleunigung der Inflation auf über vier Prozent.

Alles nur Basiseffekte
Doch die EZB beruhigt: Das sind alles nur Basiseffekte, die schon im nächsten Jahr von ganz allein wieder verschwinden. Deshalb reicht es, durch die Inflation „hindurchzuschauen“. Dies stimmt aber nur zum Teil!

Ein Teil des Preisanstiegs wird nämlich nachhaltig sein. Und der Staat, der in der Pandemie die Verschuldung massiv hochgefahren hat, wird nicht zur „Schuldenbremse“ zurückkehren. Die ist unwiderruflich im „Haus der deutschen Geschichte“ verschwunden. Schon Nobelpreisträger Milton Friedman pflegte zu sagen: „Nichts ist so dauerhaft wie ein temporäres staatliches Ausgabenprogramm!“

Die EZB wird noch lange bei der anziehenden Inflation wegschauen und weiter unvermindert die europäischen Staatsschulden aufkaufen. Dies wird sie auch in ihrer Sitzung am Donnerstag bestätigen: Eine Reduktion der Anleihekäufe ist nicht zu erwarten! Obgleich sie erst in der Eurokrise begonnen hat, hat sie zwischenzeitlich ein höheres Volumen angehäuft als die US-Notenbank: Wenn das keine Leistung ist!
 
© StarCapital

Am 10. Juni findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank statt. Dies geschieht im Zeichen von Inflationsraten, die bereits jetzt auf Zwei-Jahres-Hochs liegen und wahrscheinlich weiter steigen werden.

Drei Makro-Experte von PGIM, StarCapital und Aegon AM teilen in kurzen, präzisen Analysen ihre Sichtweisen – die in ihrer Stoßrichtung durchaus kontrovers sind. So stehen Teuerungsraten von jenseits der vier Prozent ebenso zu Diskussion, wie ein drastischer Kurswechsel der EZB oder aber das genaue Gegenteil: also eine vollkommen gelassene Notenbank.

Welche Argumente ins Feld geführt werden, haben wir in der oben angeführten Bildgalerie mitsamt der Analysen für Sie zusammengefasst. Im ersten Bild finden Sie die Einschätzung von Katharine Neiss, PGIM FI, ein Klick führt Sie weiter zu Manfred Schlumberger von StarCapital, den Abschluss bildet Marcel van Zuilen von Aegon. (hw)

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