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Wer fürchtet sich vor Inflation? Die EZB?

Drei Kurz-Analysen zur anstehenden Zinssitzung der Europäischen Zentralbank: Wie sich die steigenden Inflationsraten auf die Strategie der Notenbank auswirken, was das für den Leitzins bedeutet und auf welche Teuerungsraten man sich bis zum kommenden Jahr einstellen sollte

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„Keine Zinserhöhung durch die EZB“

Marcel van Zuilen, Senior Portfolio Manager, Fixed Income, Aegon Asset Management:
"Der ganze Markt spricht über Inflation, Zinserhöhungen und Tapering durch die Zentralbanken. Wird die EZB dies bei ihrer nächsten Sitzung tun? Ich glaube nicht, und hier sind die Gründe dafür:

Erstens, die Reihenfolge der Ereignisse: Die EZB wird die Zinsen erst dann anheben, wenn sie ihre verschiedenen Ankaufsprogramme für Vermögenswerte komplett eingestellt hat. Das wichtigste Programm ist im Moment das Pandemic Emergency Purchasing Program (PEPP), das bis mindestens März 2022 läuft. Die EZB wird sich nicht dazu entschließen, dieses Programm zu beenden, bevor die EU-Rettungsprogramme vollständig abgeschlossen sind, was voraussichtlich Ende dieses Jahres/im ersten Quartal nächsten Jahres der Fall sein wird, so dass dies gut miteinander übereinstimmt.

Eher unbesorgt
Zweitens scheint die EZB nicht über eine zu hohe Inflation besorgt zu sein. Obwohl die Inflation in der Eurozone im Mai das von der EZB angestrebte Niveau von 2,0 Prozent erreicht hat, hat sie wiederholt erklärt, dass sie nichts dagegen hätte, für einen kürzeren Zeitraum über das Ziel hinauszuschießen, um die vergangenen Jahre auszugleichen, in denen die Inflation weit unter diesem Niveau lag. Sie sehen die derzeitige höhere Inflation als "vorübergehend" an, so dass sie wieder unter die Zwei-Prozent-Marke fallen wird.

Sowohl die Bundesbank als auch einige Marktteilnehmer glauben, dass die deutsche Inflation noch vor Jahresende vier Prozent erreichen könnte. Es gehört jedoch zur Standardpolitik der EZB, darauf hinzuweisen, dass ihre einzige Sorge die durchschnittliche Inflation in der Eurozone ist.

Kurz mal wegschauen
Die Marktteilnehmer reden viel von Inflation und Tapering, aber wenn es hart auf hart kommt, schauen sie weg. Die EZB beobachtet die Break-Evens der 5-Jahres-Forward-Inflationsswaps sehr genau, und in den letzten zwei Monaten bewegten sich diese Break-Evens um 1,6 Prozent, also nicht einmal in der Nähe der 2,0 Prozent, die die EZB als Ziel hat."
 
© Aegon

Am 10. Juni findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank statt. Dies geschieht im Zeichen von Inflationsraten, die bereits jetzt auf Zwei-Jahres-Hochs liegen und wahrscheinlich weiter steigen werden.

Drei Makro-Experte von PGIM, StarCapital und Aegon AM teilen in kurzen, präzisen Analysen ihre Sichtweisen – die in ihrer Stoßrichtung durchaus kontrovers sind. So stehen Teuerungsraten von jenseits der vier Prozent ebenso zu Diskussion, wie ein drastischer Kurswechsel der EZB oder aber das genaue Gegenteil: also eine vollkommen gelassene Notenbank.

Welche Argumente ins Feld geführt werden, haben wir in der oben angeführten Bildgalerie mitsamt der Analysen für Sie zusammengefasst. Im ersten Bild finden Sie die Einschätzung von Katharine Neiss, PGIM FI, ein Klick führt Sie weiter zu Manfred Schlumberger von StarCapital, den Abschluss bildet Marcel van Zuilen von Aegon. (hw)

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