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Wer die US-Wahl gewinnt, das entscheidet die Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung ist der Schlüssel zum Sieg bei den US-Wahlen, schreiben Frank Rybinski, Chief Macro Strategist und D. Harris Kere, Investment Strategist bei Aegon Asset Management in ihrer Analyse. Sie vergleichen die Politikszenarien der einzelnen Kandidaten je Sektor.

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Frank Rybinski, Chef-Makrostratege bei Aegon Asset Management
© Aegon Asset Management

Der entscheidende Schlüssel, um die US-Präsidentschaftswahlen am 3. November, zu gewinnen, ist die Wahlbeteiligung, insbesondere die Wahlbeteiligung der jeweiligen Bevölkerungsgruppen. Ein häufiges Thema bei vergangenen Wahlen war der Umstand, dass Kandidaten, die die Wähler motivieren und mobilisieren konnten, tendenziell eher die Wahl gewannen.

Beobachtungen aus den letzten Jahrzehnten
 2008 und 2012 hat Obama eine hohe Wahlbeteiligung aus dem schwarzen Teil der Bevölkerung zum Sieg geführt. 2016 konnte Hillary Clinton die schwarzen Wähler nicht mobilisieren und ihre niedrige Wahlbeteiligung hat sie wohl die Wahl gekostet. Umgekehrt animierte Trump 2016 die hispanische Wählergruppe. Deren hohe Wahlbeteiligung trug dazu bei, ihn über die Siegeslinie zu führen. Demokraten schneiden tendenziell besser ab, wenn jüngere Wähler zu einer hohen Wahlbeteiligung mobilisiert werden können. Dies war 1992 bei Bill Clinton und 2008 bei Obama der Fall. Republikaner schneiden tendenziell besser ab, wenn die nicht-hispanische, weiße Wählergruppe eine hohe Wahlbeteiligung aufweist (sie stellen die größte Wählergruppe mit 73 Prozent der Wahlberechtigten gegenüber den Schwarzen mit zwölf Prozent der Wähler und den Hispano-Amerikanern mit neun Prozent der Wähler dar.

Prognose zur Wahlbeteiligung ist schwierig
Leider lässt sich die Wahlbeteiligung der untergeordneten Wählergruppen in der Regel nur sehr schwer genau vorhersagen. Interessant ist, dass die Gesamtwahlbeteiligung in Jahren der Wiederwahl im Vergleich zu dem Zeitpunkt, an dem die Wählerschaft einen neuen Präsidenten wählt, tendenziell niedriger war. Der Grund dafür ist, dass eine Wiederwahlkampagne oft ein Referendum über den Amtsinhaber ist. Will die Nation seinen Vertrag um weitere vier Jahre verlängern? In wahlpolitischer Hinsicht bedeutet die niedrigere Wahlbeteiligung in Jahren der Wiederwahl, dass der Einfluss einer höheren Wahlbeteiligung einer bestimmten Wählergruppe auf untergeordneten Ebenen in den Gesamtergebnissen verstärkt werden kann.

Finanzpolitik: Wie wichtig sind Wahlen für Wirtschaft und Märkte?
Es hängt davon ab, wie transformativ, also wie durchsetzungsstark, die Politik ist. Normalerweise ist ein Wandel schwer herbeizuführen, wenn die US-Regierung gespalten ist (keine der beiden Parteien hat die Kontrolle über Exekutive und Legislative). Umgekehrt ist es viel einfacher, Ideologien in Politik umzusetzen, wenn eine Partei dominiert. Im folgendem findet sich eine Gegenüberstellung der wichtigsten Punkte aus den jeweiligen politischen Programmen des republikanischen Kandidaten, Präsident Trump, und des demokratischen Kandidaten, Joe Biden.

Pharmazeutika, Infrastruktur, Verteidigung, Handel und Technologie im Fokus
Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten und seine Politik wird einige wichtige Marktsektoren beeinflussen. In diesem Jahr hat jeder Kandidat einen sehr unterschiedlichen Ansatz, wie er die Politik in den Bereichen Pharmazeutika, Infrastruktur, Verteidigung, Handel und Technologie umsetzen wird. Vor diesem Hintergrund werden die Ergebnisse der diesjährigen US-Wahlen stark von der Wahlbeteiligung und der demographischen Zusammensetzung der Wahlberechtigten abhängen. Wie man in der Vergangenheit gesehen hat, ist die allgemeine Wahlbeteiligung in Jahren der Wiederwahl tendenziell niedriger im Vergleich zu dem Zeitpunkt, an dem die Wähler einen neuen Präsidenten wählen. Letztendlich ist dies nur ein, wenn auch wichtiger, Faktor, der die Gesamtmärkte beeinflussen kann, die ihre Meinung am 4. November offenbaren werden. (kb)

 

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