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Wer die Dax-Unternehmen wirklich besitzt

Eine steigende Präsenz von in den USA ansässigen Investoren und von Investmentfirmen, die ESG-Überlegungen folgen, an den Unternehmen in Deutschlands führendem Aktienindex Dax lässt sich nachweisen. Das zeugt die jährliche Studie von IHS Markit und DIRK (Deutscher Investor Relations Verband).

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© Bits and Splits / stock.adobe.com

Die nunmehr bereits achte Ausgabe der Studie zum Thema der Besitzverhältnisse an den Dax-Unternehmen liegt vor. Ende 2020 besitzen Asset Management Firmen 62,1 Prozent an dem Free Float der Dax-Unternehmen. Das bedeute eine Erhöhung des Besitzstands um 0,9 Prozentpunkte im Jahresvergleich. Strategische Investoren - dazu zählen Familien, Stiftungen, Holdinggesellschaften, Regierungen und Staatsfonds - hätten im Summe 18,6 Prozent an den Dax-Firmen und damit 1,1 Prozentpunkte weniger als Ende 2019. Retail-Investoren sind eine dritte Gruppe, auf die insgesamt 16,7 Prozent entfallen, wobei dieser Wert fast unverändert gegenüber dem Jahr zuvor ausfällt. Die folgende Grafik visualisiert diese Zusammenhänge.

Welche Investorengruppen den Dax wirklich besitzen

Quelle: IHS Markit, DIRK

US-Investoren und Briten bauen ihren Marktanteil weiter aus
In den USA ansässige Asset Manager dominieren das Geschehen, wobei die Manager von Index-Tracker Fonds führend sind. 2020 haben sowohl aktive als auch passive Asset Manager ihre Präsenz in den Dax-Titeln erhöht. Der Anteil der nordamerikanischen institutionellen Investoren am Dax Free Float stieg auf 37,6 Prozent, nachdem er 2019 noch 35,0 Prozent und 2013 31,8 Prozent betragen hatte. Auch britische Investoren bauten ihren Anteil an Dax-Firmen aus und erhöhten diesen um einen Prozentpunkt auf 20,7 Prozent Ende 2020. 

Erhöhte Internationalisierung, Deutsche am Rückzug
Frederik Frank, Director for Shareholder Intelligence bei IHS Markit, sagte in einem Interview, die Investorenschaft aus Übersee habe ihre Präsenz trotz der extremen Volatilität infolge der Corona-Pandemie ausgebaut, und die Briten hätten dies trotz der mit dem Brexit einhergehenden Unsicherheit ebenfalls getan. Hingegen hätten die in Deutschland ansässigen institutionellen Investoren ihren Anteil an den Dax-Firmen im Einjahresabstad von 14,8 auf 13,3 Prozent zurückgeführt. Das war ein Abbau des Anteil, der bereits das vierte Jahr in Folge zu beobachten war. 

Indexumbau zum Dax 40
Letztes Jahr hat Qontigo - ein Finanztechnologieunternehmen, das 2019 durch die Kombination der Indexanbieter Stoxx, Dax und des Risikoanalyseunternehmens Axioma gegründet wurde und Teil der Gruppe Deutsche Börse ist - eine Überarbeitung der Dax-Indizes gestartet, um deren Methodik dem internationalen Standard anzupassen und die Qualität der Mitgliedsunternehmen zu steigern. Neue Regeln sind sukzeessive implementiert worden seit letzten Dezember, und dieser Prozess wird im September kulminieren, wenn der Dax dann - analog etwa zu CAC 40 -  40 Mitgliedsunternehmen aufweisen wird.

Value und Growth
Growth-Fonds, die diesem Investmentsil fogen und 2020 besonders gut performten, bauten ihren Anteil von 28,8 auf 30,4 Prozent Marktanteil aus. Value-Fonds blieben im Besitz der größten Anteile am Dax mit 33,8 Prozent, wobei es Ende 2019 noch 35,3 Prozent gewesen waren. Index-Tracker reduzierten ihr Gewicht am Dax Free Float etwas und lagen bei 23,3 Prozent.

BlackRock ist der größte Eigentümer an Dax-Titeln
Wenn man an den Index gelinkte, aktive und andere Investments zusammenrechnet, dann besitzt BlackRock 83,6 Milliarden an Dax-Assets Ende 202 oder zehn Prozent des Free Float und damit mehr als jede andere Investmentgruppe. Währen der Wert dieser Assets in US-Dollar um 40,5 Prozent steige, blieb der Anteil am Dax Free Float relativ gleich. Nummer zwei ist Vanguard, das auf 45,3 Milliarden US-Dollar oder 5,4 Prozent des Free Floats kommt. Ein Jahr zuvor waren es erst 29,2 Milliarden US-Dollar gewesen, der Prozentanteil blieb aber unverändert. Auf den weiteren Plätzen folgen Norges Bank Investment Management (der Manager des norwegischen Staatsfonds "Government Pension Fund – Global2), die Deutsche Bank sowie die Capital Group.

Die Top 20 Dax-Investoren auf Gruppen-Niveau

Quelle: ‘Who owns the German DAX?’, IHS Markit & DIRK, June 2021.

ESG-Fokus
Der Trend zu ESG-Investment spiegelt sich auch in der Struktur der Eigentümerschaft des Dax wider. Ende 2020 hatten 87,7 Prozent der Top 100 Investoren in Dax-Titel eine mittlere bis hohe Sensitivität betreffend die ESG-Agenda, 2019 waren es erst 76,4 Prozent gewesen. Nur  elf Prozent zeigen eine geringe Sensitivität, und 1,2 Prozent sind ESG-Themen gleichgültig. Dax Firmen sind also gut beraten, ihre Kommunikation in Bezug auf Nachhaltigkeit und einzelne ESG-Themen zu verstärken, da man sonst Gefahr läuft, große Investoren zu verlieren. Aktionäre nehmen nämlich ihre Pflichten sehr ernst. Von den Top 100 unter den DAX-Aktionären übern 95,1 Prozent ihr Stimmrecht auf Hauptversammlungen aus. 

Der Fokus auf ESG führte dazu, dass letztes Jahr der Dax 50 ESG Index eingeführt wurde. Der Index schließt Unternehmen mit kontroversiellen Aktivitäten aus und integriert ein ESG-Scoring in die Aktienauswahl. Dieses Jahr hat Qontigo den Dax ESG Target Index lanciert, der antritt, die Risiko- und Ertragscharakteristika des klassischen Dax widerzuspiegeln, wobei er ESG Screenings anwendet, bei denen ESG Scores und eine Verringerung der CO2-Inensität um wenigstens 30 Prozent integriert werden. (kb)

 

 

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