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Wenig Upside-Potential, viele Risiken: sentix halbiert Aktienquote

Die auf Sentiment-Messungen spezialisierte Investmentboutique sentix hat in ihrem Multi-Asset-Fonds die Aktienquote radikal reduziert. Zu schlecht seien die Aussichten für die Aktienmärkte für das dritte Quartal, zu groß das Investorenvertrauen trotz vieler drohender Risiken.

Patrick Hussy, Geschäftsführer und verantwortlicher Portfoliomanager bei sentix Asset Management.
Patrick Hussy, Geschäftsführer und verantwortlicher Portfoliomanager bei sentix Asset Management, reduziert die Aktienquote.
© sentix

„Wir haben die Aktienquote im sentix Risk Return -M- Fonds vergangene Woche von 60,5 Prozent auf 23,6 Prozent reduziert, also mehr als halbiert“, erklärt Patrick Hussy, Fondsmanager von sentix Asset Management und zugleich auch Geschäftsführer. Als Grund für diese Entscheidung nennt Hussy, dass wegen der Aussicht auf eine noch lockerere Geldpolitik Aktien der Konjunktur im zweiten Quartal weit vorausgeeilt seien und sich zu weit von der Realwirtschaft entfernt hätten.

Deutschland steht vor einer Rezession
„Spätestens mit den Juli-Daten des sentix-Konjunkturindex sind die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft gestorben“, stellt Hussy fest. Vor allem die Werte für Deutschland seien besorgniserregend und ließen eine Rezession erwarten.

Der sentix Konjunkturindex Deutschland ist (in seiner Lagekomponente) im Juli auf sieben Punkte gefallen und nähert sich nun sukzessive dem Negativbereich – eine Indikation für sinkende Aktien. „Eine solche Abkopplung von Konjunktur und Aktienmarkt ist selten, das kann sich der Markt auf Dauer nicht leisten.“ Zum Vergleich: Anfang 2018 lag der Index noch bei über 70 Punkten, seitdem sinkt dieser Wert.

Zentralbanken können Aktienmarkt nicht retten
Auch andere von sentix erhobene Indikatoren mahnen aktuell zur Vorsicht. Der Themenindex Notenbankpolitik, der 2018 noch die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik widerspiegelte und mit einem schwachen Aktienmarkt einherging, ist mittlerweile weit in den positiven Bereich gestiegen. „Anleger setzen nun sehr stark auf frisches Notenbankgeld, sie könnten vielleicht enttäuscht werden.“ Die Notenbankpolitik allein könne den Aktienmarkt nicht retten.

Bitcoin ist eine Alternative
Auch das Comeback der Kryptowährungen – der Bitcoin-Kurs stieg im Juni von 8.000 auf zwischenzeitlich über 13.800 US-Dollar – sei laut Hussy ein Indiz. „Das verrät etwas über das Vertrauen in Papiergeldwährungen.“ Marktteilnehmer suchten offenbar ein Fluchtventil.

Darüber hinaus argumentiert Hussy mit saisonalen Gründe: „Nach dem 20. Juli beginnt in der Regel eine Saure-Gurken-Zeit“, erläutert Hussy mit Blick auf das DAX-Saisonmuster seit 1990. „Insgesamt ist Vorsicht angesagt, das dritte Quartal wird schwierig, die Volatilität wird wieder steigen.“

Der Wind hat sich gedreht
Im Juni hatte die Aktienquote des sentix Risk Return -M- Fonds mit über 60 Prozent noch auf dem höchsten Stand des Jahres gelegen. „Das sentix Sentiment für US-Aktien war Anfang Juni wegen der Angst vor einer Rezession extrem weit in den Negativbereich gefallen, für uns ein klares Kaufsignal“, berichtet Hussy. Für Europa und Japan sah es ähnlich aus. „Daher konnten wir vom deutlichen Aufwärtstrend im Juni stark profitieren.“

Dieser Pessimismus ist verflogen und hat sich in Gelassenheit gewandelt. Die antizyklische Vorgehensweise mahnt daher zur Vorsicht. Nun setzt der Fonds nur noch zu 23,6 Prozent auf Aktien, vor allem S&P 500-Aktien, aber auch Werte aus DAX, Euro Stoxx 50, CSI 300 und Nasdaq. Weitere Verkäufe könnten folgen.

Auf Sektorenseite spreche sentimentstechnisch derzeit viel für die Branchen Auto, Chemie und Banken. Deren Sentiment ist nun extrem niedrig, was Chancen auf eine Erholung dieser Sektoren biete. Umgekehrt habe mittlerweile jeder die „Sektor-Lieblinge“ Pharma und Nahrungsmittel im Depot hoch gewichtet. Hiervon nehmen die Sentiment-Experten Abstand.

Sorglosigkeit am Rentenmarkt
Auch im Rentenmarkt mehrten sich die Risiken, hier seien Anleger ebenfalls zu sorglos, wie der hohe Stand des sentix Overconfidence Index Bund Future zeige. „In unserem Fonds fahren wir mit 30 Prozent Prozent Bund-Future und 28 Prozent US-Treasuries auf Sicht.“

Gold konsolidierungsanfällig
Spannend bleibt auch Gold: Der sentix Risikoradar Gold und das aktuelle Medienecho beim Gold zeigen eine Konsolidierung an, erläutert Hussy. „Wir glauben zwar weiter an Gold, nehmen aber den Fuß etwas vom Gas und haben ein Viertel unserer Position abgebaut.“

2018 bewies sentix gutes Markttiming
Der sentix Risk Return -M- Fonds hatte 2018 gegen den Trend eine Rendite von 3,2 Prozent erwirtschaftet, Ende des 2. Quartals 2019 waren es 2,17 Prozent. (aa)

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