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Welcher Faktor tatsächlich die Performance von Managed Futures erklärt

Wie es aussieht, haben Managed Futures 2019 nach schwierigen Jahren wieder einmal ein gutes Jahr. Die amerikanische Research-Firma PivotalPath argumentiert, dass es mehr als alles andere die Zinsentwicklung ist, die die künftigen Erträge von Managed Futures prognostizieren kann.

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Jon Caplis, CEO von PivotalPath
© PivotalPath

Jahre der Underperformance von Managed Futures haben dazu geführt, dass die Debatte darüber, ob das Modell dieser komplexen Strategien überhaupt noch funktioniert, befeuert wurde.

Zinsentwicklung ist das A und O
PivotalPath sammelt Hedgefonds-Daten und stellt aufgrund seiner Analysen fest, dass die Zinsen die Performance Managed Futures Funds, die Renditen in guten Marktphasen und einen Schutz in Abschwüngen ihren Investoren bieten sollten, erklären können. "Den Investoren wird das Konzept so verkauft, dass durch das Eingehen von Long- und Short-Positionen in den Assetklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Währungen sowohl in Auf- als auch Abschwungphasen Geld verdient wird", erklärt Jon Caplis, CEO von PivotalPath, der davor Co-Head Portfolio Allocation & Risk Management bei dem systematisch agierenden Asset Manager Campbell & Co. war. " Die Realität ist aber, dass die Zinssätze die Performance von Managed Futures Funds stärker als jeder andere Faktor und fast perfekt vorhersagen können." 

Caplis zufolge würden Managed Futures beim Shorten von welcher Assetklasse auch immer kein Geld verdienen. 2008 etwa seien sie Aktien short gewesen, hätten sich aber wegen ihrer Fixed-Income Long-Tangente so gut geschlagen, weil diese stieg und stieg, als die Zinsen immer tiefer fielen. 

Missverständnis über die Wirkungsweise von Managed Futures
"Es gibt ein Missverständnis darüber, wie Managed Futures arbeiten, aber all die Komplexität kann eingedampft werden auf eine wesentliche Sache: die Zinsen" so Caplis weiter. "Wenn die Zinsen hoch sind und stark fallen, ist das ein hervorragendes Umfeld für Managed Futures Funds. Steigende Zinsen sind hingegen ein schlechtes Environment für die Strategie."

Das Modell von PivotalPath zeigt, dass sein Managed Futures Index year-to-date bis Juli ungefähr um 8,5 Prozent zugelegt haben sollte, wenn man den Rückgang der Renditen bei den dreimonatigen US-Schatzwechseln (T-Bills) um 50 Basispunkte in diesem Zeitraum berücksichtigt. Der Index umfasst 82 Fonds mit insgesamt 100 Milliarden US-Dollar an Assets. Und tatsächlich lag die Performance des Index mit 7,9 Prozent relativ nah bei den erwarteten Wert des Modells. 

Was das Modell liefert
PivotalPath untersuchte dafür eine Datenhistorie, die von Jahresanfang 1997 bis Jahresende 2018 reicht. Lagen die Zinsen zwischen null und einem Prozent, rentierten Managed Futures Funds mit 4,1 Prozent. Der S&P 500 Index hatte eine Rendite von 15,7 Prozent, das Alpha lag bei zwei Prozent. Die meisten Managed Futures Funds verwenden im Übrigen den S&P 500 als Benchmark, wobei Caplis glaubt, dass dies einen fehlerhaften Vergleich darstellt. Lagen die Zinsen höher - also in einer Bandbreite von einem bis drei Prozent, rentierte der Managed Futures Funds-Index mit 13,5 Prozent, während der S&P 500 im Schnitt um 4,8 Prozent nachgab. Das Alpha lag hier bei 6,1 Prozent. 

Zinsveränderungen erklären mehr
Wenn die Zinsen um mehr als ein Prozent steigen, erbrachte der Index 2,3 Prozent Performance im Durchschnitt, das Alpha war mit -0,7 Prozent negativ. Wenn Zinsen um maximal ein Prozent zulegten, dann verzeichnete der Index 5,5 Prozent Rendite, das Alpha war mit -3,5 Prozent wieder negativ. Gehen hingegen die Zinsen um maximal ein Prozent zurück, zeigt der Managed Futures Funds-Index eine Rendite von 17,1 Prozent, und das Alpha lag bei 16,1 Prozent. Das stellt die ideale Situation für diesen Hedgefonds-Stil dar. Fielen die Zinsen um mehr als ein Prozent, betrug die Indexrendite im Schnitt 18,1 Prozent, das Alpha ging aber auf 10 Prozent zurück. 

Volatilität beeinflusst Managed Futures-Performance stark
Zwischen 1997 und 2008 war die durchschnittliche Volatilität fast doppelt so hoch als im Zeitraum 2009 bis 2018. Im ersten Zeitabschnitt rentierte der Index mit 14,5 Prozent, und die Volatilität lag bei 12,0 Prozent. Im zweiten Abschnitt war das Bild ein anderes: Der Index erbrachte 3,8 Prozent Ertrag im Schnitt, während die Volatilität bei 7,8 Prozent lag. 

Andere Investoren, anderer Set-Up
Caplis zufolge änderte sich Zusammensetzung der Investoren in dieser Strategie: Waren es zuerst HNWIs (High Net Worth Individuals) gewesen, so dominieren heute institutionelle Investoren wie Versicherer, Stiftungs- und Pensionsfonds, die keine großen Drawdowns erklären möchten. Aus diesen Grund hätten die Asset Manager das Risiko signifikant reduziert und auch die Größe der Wetten zurückgefahren, wodurch sich die Volatilität der Startegien verringerte.  

Gegenstimmen
Nicht jeder ist mit der Interpretation von PivotalPath, dass die Zinsen der beste Prognosefaktor  für die Performance von Managed Futures Funds ist, einverstanden. "Angesichts der Tatsache, dass Managed Futures-Strategien sowohl long als auch short gehen können, gibt es auch Gründe zu glauben, dass diese Fonds auch Geld in einem Umfeld steigender Zinsen verdienen können", sagt Andrew Beer, Managing Member von Dynamic Beta Investments, einem Asset Manager von liquiden Alternatives, der den ersten Managed Futures ETF verwaltet. Die Analysen von PivotalPath hätten den Nachteil, dass sie nur 20 Jahre zurückschauen würden und sich damit auf einen Zeitraum konzentrierten, in dem die Zinsen ständig gefallen seien. 

Sollten die Zinsen steigen, sind Managed Futures die falsche Strategie
Laut Caplis ist die Managed Futures-Strategie nicht plötzlich nach mehreren erfolgreichen Jahren kollabiert. Das Problem sei, dass sie die ganze Zeit über missverstanden worden sei: "Investoren fragen sich, ob Trends noch funktionieren. Diese haben niemals aufgehört zu funktionieren. Die Investoren haben aber missverstanden, wie die Strategie wirklich arbeitet. Wenn man daran glaubt, dass die Zinsen nur eine Richtung, nämlich die nach oben kennen,  ist das ein schwaches Umfeld für Managed Futures." (kb)

 

 

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