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Welche Stilfaktoren man jetzt spielen sollte - und welche nicht

Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen moderne Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

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Hamed Mustafa (Bild), Leiter Institutional Sales Deutschland im Bereich ETF und Index Investing bei BlackRock
© Axel Gaube

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklären können. Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgröße (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien.

Diese Faktoren wirken, abhängig vom Marktzyklus, nicht immer in gleichem Maße
Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmäßiger, umfassender Analysen für den
Anlageerfolg entscheidend. Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock unterstützt Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen.

Drei Signale stehen im Vordergrund
• Konjunkturumfeld (Economic Regime Signal), verbunden mit der Frage: Hat der entsprechende Faktor in einem solchen Umfeld historisch betrachtet gute Renditen geliefert?
• Bewertung (Valuation Signal): Ist der Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet?
• Relative Stärke (Relative Strength Signal): Gibt es einen Trend, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt?
​Je mehr dieser Signale in die Allokationsentscheidung einfließen, umso robuster fallen die Ergebnisse aus.

Aktuelle Positionierung
Hamed Mustafa analysiert: „An unserem deutlichen Übergewicht bei Quality-Aktien, sprich Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen, halten wir fest. Die relative Stärke dieses Faktors bleibt attraktiv und hat sich sogar noch leicht verbessert. Zudem spricht das Konjunkturumfeld mit abnehmendem Wachstum für diesen eher defensiven Faktor. 

Bei Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringer Schwankungsbreite bleiben wir leicht übergewichtet und haben die Position zuletzt noch etwas erhöht. Denn sowohl die relative Stärke als auch die Bewertungen haben sich weiter verbessert. Zusätzliche Unterstützung kommt auch hier vom Konjunkturumfeld. 

In Bezug auf Momentum-Aktien, sprich Werte im Aufwärtstrend, sind wir noch vorsichtiger geworden und halten an unserem deutlichen Untergewicht fest. Denn die relative Stärke dieses Faktors hat deutlich  nachgelassen. Unterdessen bleiben die Bewertungen recht hoch, auch wenn sie etwas zurückgegangen sind. Zudem entwickeln sich Momentum-Aktien besonders gut, wenn die Wirtschaft anzieht. 

Im Faktor Size, also bei Aktien kleinerer Unternehmen, halten wir weiterhin ein moderates Untergewicht. Allerdings haben wir dieses Untergewicht zuletzt etwas reduziert, denn die Bewertungen haben sich leicht verbessert. Die relative Stärke bleibt jedoch eher schwach. Eine neutrale Positionierung bietet sich aus unserer Sicht bei Value-Aktien an, das heißt zum Beispiel bei Titeln mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen. Zuletzt haben wir unser Engagement in entsprechenden Werten leicht zurückgefahren. Denn während die relative Stärke zugenommen hat, fallen die Bewertungen nun weniger günstig aus. Zudem entwickelt sich dieser Faktor am besten bei anziehendem Wirtschaftswachstum, nicht in einem Umfeld wie dem aktuellen.“

Aktuelle Einschätzung zu den einzelnen Stil-Faktoren im Überblick

(kb)

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