Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Finden statt suchen!

Ad

Optimieren Sie mit nur wenigen Klicks Ihren Ausschreibungsprozess vom Start weg mit dem kostenfreien und unabhängigen Pre-RFP-Tool von Institutional Money! Jetzt anmelden!

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Was passiert, wenn alle ETF-Investoren gleichzeitig aussteigen wollen?

Angesichts der jüngsten Entwicklungen am britischen Investmentmarkt macht sich der ein oder andere Anleger wieder vermehrt Sorgen um die Liquiditätslage. Und wie nicht anders zu erwarten wäre, sind dabei auch börsengehandelte Fonds (ETFs) wieder ins Visier der Kritiker gekommen.

xavier_jason_klein_quer.jpg
Jason Xavier, Head of EMEA ETF Capital Markets, Franklin Templeton Investments, argumentiert, dass ETFs Anlegern in turbulenten Zeiten Flexibilität und Markttransparenz bieten können. 
© Franklin Templeton

Bei Xaviers Treffen mit Investoren hört er häufig Bedenken, dass die Präsenz von ETFs die Volatilität an den Märkten verschärfen kann. Den vorgetragenen Argumenten zufolge lösen ETFs durch die Tatsache, dass sie Anlegern eine bequeme und transparente Möglichkeit bieten, in den Markt einzusteigen oder diesen zu verlassen, eine Abwärtsspirale aus, wenn viele Investoren beschließen, sich gleichzeitig aus dem Markt zurückzuziehen.

Abwärtsspiralen gab es schon lange vor ETFs
Allerdings gibt es ein paar Dinge, die hierbei in Vergessenheit geraten sind. Marktverwerfungen gab es schon lange bevor die ersten ETFs aufgelegt wurden. So gab es beispielsweise weder beim Wall Street-Crash des Jahres 1929 noch am „Schwarzen Montag“ des Jahres 1987 ETFs. Auch zu Zeiten der globalen Finanzkrise der Jahre 2008-2009 waren noch kaum ETFs vorhanden.

Mehrere Liquiditätsebenen 
Die jüngsten weithin beachteten Entwicklungen in der britischen Investmentlandschaft haben neuerliche Fragen über Liquiditätsrisiken aufgeworfen. Xavier: "Natürlich sind ETFs in Phasen erhöhter Belastungen ähnlichen Marktrisiken ausgesetzt wie andere Vermögenswerte.  Allerdings sorgt die Struktur der ETFs für zusätzliche Liquiditätsebenen, und in Realität sollte es durch sie weniger wahrscheinlich werden, dass Anleger auf Vermögenswerten sitzenbleiben, die sie im Fall von Marktturbulenzen nicht liquidieren können."

Bei einem herkömmlichen Investmentfonds stammt die Liquidität ausschließlich vom Fonds selbst. ETFs hingegen bieten mehrere Liquiditätsebenen über sowohl den Primär- als auch den Sekundärmarkt. Ganz einfach formuliert: Anleger haben die Option, ihre ETF-Anteile im Rahmen eines sogenannten Sekundärmarktgeschäfts einem anderen Anleger anzubieten.

Aber was geschieht, wenn sich kein williger Käufer findet?
Genau da macht die Struktur eines ETFs den Unterschied. Xavier dazu: "Eine der zentralen Eigenschaften eines ETFs die Tatsache, dass das Angebot an Anteilen flexibel ist. Sollten sich also keine bereitwilligen Käufer finden, kann ein ETF-Anleger immer noch die Möglichkeit haben, seine Anteile an einen befugten Teilnehmer zu verkaufen, der im Grunde genommen Primärmarktliquidität bietet."

Demokratisierung der Investmentlandschaft
Der Einschätzung von Franklin Templeton zufolge bewegen fundamentale makroökonomische, geopolitische und idiosynkratische, spezifische Risiken die Märkte sehr viel stärker als ETFs. Dementsprechend spielen sie auch bei Marktverwerfungen eine sehr viel größere Rolle. Xavier dazu: "Märkte sind irrational und sind schon immer gestiegen und gefallen. Dieses Phänomen wurde nicht erst durch die Ankunft von ETFs verursacht. Während der letzten 100 Jahre haben wir zahlreiche Fälle erlebt, in denen auf überschwängliche Bullenmärkte Kursrückgänge und Bärenmärkte gefolgt sind."

ETFs haben die Investmentlandschaft verändert, indem sie so gut wie alle Aspekte des Anlageprozesses demokratisiert haben, unter anderem auch den Zugang zu Anlageklassen, die Preisfindung, den Handel, das Market Timing und sogar die Volatilität selbst. UNd ETFs bieten Endanlegern umsetzbare Transparenz, Freiheit und Zugang, so dass sie auf Grundlage ihrer Überzeugungen handeln können – genau so, wie es professionelle Marktteilnehmer wie Hedgefonds-Manager, Händler, Anlageverwalter oder Börsenmakler schon seit vielen Jahren tun. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen