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Was Nassim Taleb von Bitcoin & Co. hält

Nassim Taleb, berühmter Finanzmathematiker, Trader und Autor unter anderem des Buches "Der schwarze Schwan", war einst ein Bitcoin-Freund. Nun setzt er dessen Wert bei null an und findet auch keine Beweise dafür, dass die Blockchain-Technologie eine nützliche Technologie darstellt.

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Nassim Taleb in Denker-Pose
© Hemmerich

In einem sechsseitigen Paper mit dem Titel "Bitcoin, Currencies, and Bubbles" führt Nassim Taleb vier Schlüsselargumente gegen Kryptowährungen an, die er seinen 743.000 Followern bei Twitter mitteilte.

Vier Argumente gegen Bitcoin & Co.
Erstens wird Bitcoin trotz des Hypes dem Anspruch, es sei eine von Staaten unabhängige Währung, nicht gerecht. Tatsächlich habe Bitcoin bewiesen, so Taleb, dass es überhaupt keine Währung ist. Der totale Misserfolg von Bitcoin, zu einer Währung zu werden, sei durch dessen inflationär steigenden Kurs zugedeckt worden. Damit seien bei einem Großteil der Leute, die Bitcoin halten, Papiergewinne entstanden, die Frage nach der Nützlichkeit als Zahlungsmittel sei dagegen in den Hintergrund gerückt. 

Kein Wertaufbewahrungsmittel
Zweitens kritisiert Taleb, dass Bitcoin weder kurz- noch langfristig ein Wertaufbewahrungsmittel darstelle. Dabei stellt er Bitcoin Gold vergleichend gegenüber. Gold und andere Edelmetalle bräuchten keine Pflege, würden über historisch lange Zeiträume bestehen bleiben und benötigten keinerlei Wartung, um ihre physischen Eigenschaften zu behalten. Kryptowährungen hingegen würden ein dauerhaftes Interesse an ihnen erfordern. 

Kein verlässlicher Inflationsschutz und auch kein sicherer Hafen
Was Punkte drei und vier anbelangt, so hält Taleb - im Gegensatz zu einigen Analysten - Bitcoin für keinen verlässlichen Inflationsschutz und auch nicht für eine Art von "Save Haven" unter den Investments, etwa indem man als Besitzer vor der Tyrannei von Regierungen oder anderen Katastrophen geschützt wäre. "Nicht im Entferntesten", sagte Taleb und bezog sich damit auf den März 2020, als Panik an den Märkten ausbrach und Bitcoin stärker als die Aktienbörsen sank. Daneben erwähnte er auch die Lösegeldzahlungen, die Colonial Pipeline leistete, um die Cyberattacke zu einem Ende zu bringen: Hier waren die staatlichen Autoritäten in der Lage, die Bitcoin-Zahlungen nachzuvollziehen und einen Teil des Geldes wiederzubeschaffen.. 

"Regierungsstrukturen und deren Power bei Superrechnern werden stärker bleiben als jene von dezentralen Operatoren, die sich noch dazu mit Misstrauen begegnen und irgendwelchen Falschmeldungen zum Opfer fallen". fügte Taleb hinzu. 

Auch Nutzen von Blockchain-Technologie stark angezweifelt
In seinem Aufsatz geht Taleb auch mit der dem Bitcoin zugrundeliegenden Technologie der Blockchain hart ins Gericht, deren Nutzen er bezweifelt. Es gebe keine Evidenz dafür, dass wir eine großartige Technologie im Sinne einer hohen Nützlichkeit erhalten. Trotz aller Fanfarenklänge, während Taleb sein Paper verfasste, habe man mit der Blockchain-Technologie fast nichts bewerkstelligt.

Taleb war nicht immer bearish bezüglich Kryptos
Im April 2021 sagte Taleb in einem CNBC-Interview, dass Bitcoin ein offenes Ponzi-Schema und eine gescheiterte Währung wäre. So schreib er 2017 das Vorwort für das Buch mit dem Titel "Der Bitcoin Standard" von Volkswirt Saifedean Ammous, mit dem er sich mittlerweile überworfen hat. Dort bezeichnete er Bitcoin "als exzellente Idee, die die Bedürfnisse eines komplexen Systems erfüllt, weil es keine Eigentümer gibt und keine Autorität über ihr Schicksal entscheiden kann. Bitcoin gehört den Leuten." So ändern sich die Zeiten. Nun sieht Taleb den erwarteten Wert von Bitcoin nicht höher als null. (kb)

 

 

 

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