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Was ist mit der US-Sparte der Deutschen Bank los?

Die US-Aufsichtsbehörden haben die letzten Jahre damit verbracht, die Deutsche Bank besser in den Griff zu bekommen. Ein wilder Handelstag zu Beginn dieses Jahres zeigt, wie schwer dieses Unterfangen ist. Denn an einem Handelstag lag der Verlust der US-Sparte beim zwölffachen Value-at-Risk (VaR).

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"Sogar ein Verlust des Zwei- oder Dreifachen des VaR an einem bestimmten Tag ist unwahrscheinlich. Das Zwölffache des VaR ist außerordentlich unwahrscheinlich", sagte Andrew Lo, ein Finanzprofessor an der MIT Sloan School of Management. 
© MIT

Händler in der US-Sparte des deutschen Kreditinstituts erlitten somit im ersten Quartal einen Ein-Tages-Verlust, der zwölfmal so hoch war (siehe Chart) wie der von internen Risikoverantwortlichen für regulatorische Zwecke geschätzte Verlust an einem typischen Tag, wie aus einer zuvor nicht gemeldeten aufsichtsrechtlichen Mitteilung hervorgeht, aus der Bloomberg News zitiert. Der US-Handelsverlust der Deutschen Bank wurde durch entsprechende Gewinne in London ausgeglichen, wie Personen mit Kenntnis der Geschäftsaktivitäten der Bank sagten.

Extremverlust der US-Sparte der Deutschen Bank im Vergleich zu anderen Großbanken

Durch Gewinne in London kompensiert
Der Verlust in den USA - beispiellos in ersten Quartalen anderer Banken und der jüngsten Geschichte der Sparte - musste bei der Ergebnisvorlage der Deutschen Bank nicht erwähnt werden. Aber er wirft Fragen über die Fähigkeit der US-Aufsichtsbehörden auf, ein genaues Bild über die Geschäftstätigkeit einer ausländischen Bank zu erhalten, wenn Kennzahlen wie Value-at-Risk - oder VaR - nur einen Bruchteil des möglichen Handelsrisikos zeigen. Das Problem ist besonders ausgeprägt bei der Deutschen Bank, die nach mehreren nicht bestandenen Stresstests im US-Geschäft das Kapitalniveau erhöht hat.

Haben die US-Aufsichten die Deutsche Bank auch nur annähernd im Griff?
Mehrere US-Aufsichtsbehörden, einschließlich der Federal Reserve, erkundigten sich über den übermäßigen Verlust, wie ein mit den Diskussionen Vertrauter berichtet. Sprecher der Fed und  des New Yorker Department of Financial Services, das einen Teil des US-Geschäfts der Deutschen Bank beaufsichtigt, hüllen sich Bloomberg zufolge in Schweigen. (kb)

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