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Was ist hier los? Notenbanken weltweit verfehlen Inflationsziel

Nachdem so viele Zentralbanken ihre Inflationsziele nicht erreichen, denken einige über Änderungen an ihrem Instrumentarium nach, mit denen sie ihre Volkswirtschaften steuern. Haben die alten Modelle schon abgedankt?

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© Daniel Thornberg / stock.adobe.com

Norwegens Entscheidung, das Teuerungsziel zu senken, ist nur das jüngste Beispiel und folgt mehr oder weniger offiziellen Anpassungen in Schweden, Argentinien und dem Euroraum. Selbst in Neuseeland, der Geburtsstätte des so genannten "Inflation Targeting", also des Inflationsziels, wechselt die Zentralbank zu einem breiteren Ziel, das auch einen Fokus auf die Beschäftigung beinhaltet, berichtet Bloomberg News. 

Es gibt keine Einheitslösung für die Notenbanken, die Debatte ist zersplittert

Die Anhebung der Inflationsziele wurde in den letzten Jahren ebenso intensiv diskutiert wie deren Reduktion oder Änderung. Während einige Zentralbanken die Notwendigkeit anerkennen, ihre Mandat zu überdenken, verdoppeln andere ihre Anstrengungen bei ihrer bestehenden Politik.

Was tragen Globalisierung und technischer Fortschritt zur Inflationsentwicklung bei?

Claudio Borio, ein führender Mitarbeiter der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat im September mit einer provokanten Rede die Debatte angeheizt und ein umfassendes Umdenken gefordert. So solle berücksichtigt werden, inwiefern Globalisierung und technologischer Fortschritt die Inflation beeinflusst haben. "Sollen wir die Bücher wegwerfen?" fragte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, am Donnerstag. "Es gibt ernsthafte Kosten bei einem Kurswechsel in Bezug auf Glaubwürdigkeit und die Verankerung der Erwartungen."

Stand der Debatte in einigen ausgewählten Staaten: USA

Fed-Vertreter sprechen seit Jahren über operative Systeme, und die Diskussion geht weiter. Indes tut sich die Zentralbank schwer, ihr Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen, so hat sie dieses in den letzten fünf Jahren größtenteils verfehlt. Im Januar erörterten einige Fed-Vertreter, das Inflationsziel als eine Bandbreite statt als eine Punktschätzung auszudrücken, während andere vorschlugen, dass der Offenmarktausschuss die Preisniveausteuerung untersucht, wie aus dem Sitzungsprotokoll hervorgeht. Die Preisniveausteuerung wird unterstützt von John Williams, dem Präsidenten der San Francisco Fed, der diese im November als einen "kraftvollen Weg zur Überwindung der Null-Untergrenze" bezeichnet hat. Jede Änderung des Zwei-Prozent-Ziels würde vom Kongress geprüft werden. US-Notenbankchef Jerome Powell wurde bei einer geldpolitischen Anhörung im vergangenen Monat zu dem Thema befragt. "Ich würde sagen, dass der Rahmen funktioniert", sagte er dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses.

Euroraum

Während die Entscheidungsträger der EZB während der Krisen, die den 19 Länder umfassenden Euroraum in den letzten zehn Jahren getroffen haben, treu an ihrem Preisstabilitätsziel festgehalten haben, räumten sie sich mehr Zeit ein, ihr Ziel zu erreichen. Der mittelfristige Zeithorizont, in dem die Gesamtinflation unter, aber nahe zwei Prozent liegen soll - der einst 18 bis 24 Monate abdecken sollte - hat sich auf drei bis fünf Jahre verlängert. Die Preissteigerungsrate, die im Jahr 2017 aufgrund des starken Ölpreises vorübergehend die Zwei-Prozent-Marke streifte, wird voraussichtlich nicht vor Ende 2020 nachhaltig zu solchen Niveaus zurückkehren.

In der Verteidigung ihrer beispiellosen geldpolitischen Stimuli haben die Notenbanker auch ihren Fokus von allgemeinen Inflationsmaßen auf diejenigen verlagert, die volatile Komponenten ausnehmen. Draghi argumentierte am Donnerstag, dass der zugrunde liegende Preisdruck nach wie vor gedämpft sei und noch überzeugende Anzeichen für einen anhaltenden Aufwärtstrend zeigen müsse - kurz gesagt, Wertpapierkäufe und rekordtiefe Zinsen werde noch einige Zeit benötigt.

UK

Die Bank of England war ebenfalls flexibel, wenn es darum ging, ihr Ziel von zwei Prozent zu erreichen. Es wurden in der Vergangenheit große Abweichungen toleriert, die durch Faktoren wie starke Währungsbewegungen verursacht wurden, und kürzlich wurde der geldpolitische Horizont vorübergehend erweitert, um eine monetäre Unterstützung für die Wirtschaft zu ermöglichen. (kb)

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