Warum Urban Logistics gerade in unsicheren Zeiten gefragt bleibt
Hohe Finanzierungskosten, geopolitische Risiken und wirtschaftliche Unsicherheit belasten viele Immobiliensegmente. Urbane Logistik- und Leichtindustrieimmobilien zeigen sich laut Edmond de Rothschild REIM dagegen bemerkenswert robust. Ein wesentlicher Grund liegt in der Struktur ihrer Mieter.

Eckpunkte:
- KMU-Mieter sorgen für stabile Cashflows und hohe Standorttreue
- Begrenztes Angebot stützt Mietwachstum bei urbanen Logistikflächen
- Nearshoring, E-Commerce und Last-Mile-Logistik bleiben Wachstumstreiber
Während Investoren am Immobilienmarkt weiterhin mit steigenden Kosten und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert sind, sieht Edmond de Rothschild Real Estate Investment Management insbesondere bei urbanen Logistik- und Leichtindustrieimmobilien ein vergleichsweise widerstandsfähiges Marktsegment.
Nach Einschätzung von Theo Soeters, Head of Fund Management bei Edmond de Rothschild REIM, profitieren diese Objekte von einer breiten mittelständischen Mieterbasis. Die Flächen würden häufig von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt, die weniger stark von internationalen Lieferkettenstörungen betroffen seien als global ausgerichtete Großkonzerne.
Stabile Mieter, planbare Erträge
Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten steige bei vielen Unternehmen die Bereitschaft, bestehende Standorte zu sichern und Mietverträge zu verlängern. Für Eigentümer bedeute dies eine hohe Mieterbindung und besser planbare Cashflows.
Ein weiterer Vorteil liegt laut Soeters in der breiten Mieterstruktur. Anders als bei großen Logistikobjekten mit wenigen Nutzern verteilen sich die Einnahmen auf zahlreiche Unternehmen. Dadurch sinkt das Klumpenrisiko und die Ertragsbasis wird stabiler.
Auch die Energiekosten spielen eine Rolle. Viele Nutzer urbaner Logistik- und Leichtindustrieflächen seien in Bereichen wie Distribution, Trockenlagerung oder stadtnaher Versorgung tätig und arbeiteten weniger energieintensiv als klassische Industrie- oder Produktionsbetriebe. Dadurch seien sie weniger anfällig für Schwankungen bei den Energiepreisen.
Angebot bleibt knapp
Unterstützt wird das Segment zudem durch strukturelle Angebotsengpässe. Die Nachfrage nach stadtnahen Lager- und Logistikflächen, insbesondere für Last-Mile-Konzepte, wächst weiter. Gleichzeitig bremsen hohe Bau- und Finanzierungskosten, langwierige Genehmigungsverfahren, knappe Flächen sowie Engpässe bei Energie- und Netzinfrastruktur das Angebot.
Nach Einschätzung von Edmond de Rothschild REIM sprechen auch langfristige Trends für das Segment. Dazu zählen die stärkere Regionalisierung von Lieferketten, der Aufbau strategischer Industriekapazitäten in Europa, die zunehmende Urbanisierung des Warenverkehrs sowie das anhaltende Wachstum des E-Commerce.
Vor diesem Hintergrund bleiben urbane Logistik- und Leichtindustrieimmobilien nach Ansicht des Hauses attraktiv. Insbesondere Objekte mit einer breiten mittelständischen Mieterbasis könnten sich in einem unsicheren Marktumfeld als vergleichsweise resilient erweisen. (dv)