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Warum Mega-IPOs kein Risiko für die Marktliquidität darstellen

Pictet sieht in den erwarteten Börsengängen von OpenAI, Anthropic und SpaceX kein Risiko für die Liquidität am Kapitalmarkt. Die Mega-IPOs seien Ausdruck eines liquiden Marktumfelds und einer positiven Investorenstimmung, sagte Chefstratege Luca Paolini auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Luca Paolini, Pictet: "Zeichen von Euphorie und Optimismus" 
Luca Paolini, Pictet: "Zeichen von Euphorie und Optimismus" © Pictet

Eckpunkte:

  • Genügend Liquidität für erwartete Börsengänge
  • IPO-Welle signalisiert Optimismus am Kapitalmarkt
  • Hyperscaler profitieren von Beteiligungen an den IPO-Kandidaten

Optimistische Stimmung
Die erwarteten Börsengänge von OpenAI, Anthropic und SpaceX dürften die Marktstimmung eher stützen als belasten. Zu dieser Einschätzung gelangte Luca Paolini, Chief Strategist beim Schweizer Vermögensverwalter Pictet, im Rahmen eines gemeinsamen Kapitalmarktausblicks mit Frédéric Ducrozet, Head of Macroeconomic Research, in Frankfurt.

Die anstehenden Mega-IPOs seien Ausdruck eines äußerst liquiden Marktumfelds und einer positiven Investorenstimmung. „Es ist ein Zeichen von Euphorie und Optimismus“, sagte Paolini. Zugleich wertete er die Entwicklung als Hinweis darauf, dass die Risikobereitschaft der Anleger inzwischen sehr ausgeprägt sei und die Risikoprämien auf einem niedrigen Niveau lägen.

"Schwierig, gegen diese Liquidität zu wetten"
Befürchtungen, die milliardenschweren Neuemissionen könnten dem Aktienmarkt übermäßig Liquidität entziehen, teilt Pictet nicht. Paolini verwies auf die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Vermögen und die weiterhin hohe Kapitalausstattung vieler Investoren.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei „so viel Vermögen“ geschaffen worden, dass ausreichend Kapital für die Neuemissionen vorhanden sei. „Es ist sehr, sehr schwierig, gegen dieses Vermögen, diese Liquidität zu wetten“, sagte der Chefstratege.

Sorgen vor einem Liquiditätsabfluss durch die Börsengänge hält Pictet auch deshalb für übertrieben, weil die Unternehmen weiterhin umfangreiche Aktienrückkäufe tätigen. Diese absorbierten einen Teil des zusätzlichen Angebots. Zudem nähmen die Rückkäufe nicht nur in den USA, sondern zunehmend auch in China und anderen Schwellenländern zu. Insgesamt bleibe das Angebot an Aktien daher begrenzt.

Extra-Schub für die Hyperscaler
In ihrer Präsentation bezeichneten die Strategen die anstehenden Börsengänge zudem als „extra boost“ für die großen US-Hyperscaler. Zu den Investoren der IPO-Kandidaten zählen laut Pictet Microsoft, Amazon und die Google-Mutter Alphabet. Microsoft halte 27 Prozent und Amazon sechs Prozent an OpenAI. An Anthropic seien Amazon mit 18 Prozent und Alphabet mit 14 Prozent beteiligt. Alphabet besitze zudem fünf Prozent an SpaceX.

Für Paolini sind die Mega-IPOs deshalb weniger ein Liquiditätsrisiko als vielmehr Ausdruck der derzeit hohen Zuversicht an den Kapitalmärkten. Die Welle großer Börsengänge zeige, dass Unternehmen und Investoren weiterhin auf ein günstiges Finanzierungsumfeld und anhaltendes Wachstum setzten. (dv)

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