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Warum kleinere US-Unternehmen kaufen? Und warum gerade jetzt?

Cormac Weldon, Leiter US-Aktien bei Artemis IM, bewertet den US-Markt mit besonderem Blick auf kleinere Unternehmen. Mit ihrem Schwerpunkt auf der Binnennachfrage legt Cormac dar, warum er glaubt, dass kleinere US-Unternehmen gut positioniert sind, um Makro-Schocks in Übersee zu überstehen.

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Cormac Weldon, Leiter US-Aktien bei Artemis IM
© Artemis IM

Aus verständlichen Gründen gab es seit dem Jahreswechsel Phasen völliger Risikoaversion - aber solche Phasen sind in der Regel nur von kurzer Dauer. "In den letzten sechs Monaten sind die Bewertungsmultiplikatoren von Small-Cap-Aktien in den USA deutlich stärker gefallen als die von Large-Caps", weiß Cormac Weldon, Leiter des Bereichs US-Aktien bei Artemis IM, zu berichten.

Outperformance der US-Small Caps bei Rückbau der Risikoaversion
Fundamentaldaten und Wachstum bei den Small Caps werden sich letztendlich gegenüber der Stimmung durchsetzen, ist Cormac Weldon überzeugt. " Ihre Ausrichtung auf die US-Inlandswirtschaft bedeutet, dass kleinere Unternehmen in gewisser Weise vor internationalen Störungen und Volatilität geschützt sind."

Multiples der US-Small Caps unterdurchschnittlich
Die folgende Grafik zeigt, dass die Multiplikatoren von Small-Cap-Aktien derzeit unter ihrem langfristigen Durchschnitt liegen. In den letzten 20 Jahren waren sie nur zwei Mal so niedrig, nämlich während der Finanzkrise und in der Anfangsphase der Pandemie. Kleinere US-Unternehmen werden derzeit also mit einem ungewöhnlich großen Bewertungsabschlag gegenüber Large Caps gehandelt.

Quelle: Refinitiv

Die langfristigen Argumente für eine Allokation in US-Small Caps bleiben aufrecht
1. Die USA sind ungewöhnlich reich an innovativen, schnell wachsenden kleineren und mittleren Unternehmen. 
2. Small Caps sind eine Möglichkeit, sich gezielter an der Vitalität der US-Wirtschaft zu beteiligen (Mega Caps sind in der Regel "globale" Unternehmen). 
3. Der Markt für kleinere Unternehmen ist weniger effizient und wird weniger analysiert als der Markt für Large Caps, was aktiven Managern größere Möglichkeiten zur Generierung von Alpha bietet.
4. Im Vergleich zu kleineren Unternehmen in anderen geografischen Regionen sind die US-Small Caps nicht besonders klein; nach europäischen Maßstäben handelt es sich um große Unternehmen, und gemessen an der Marktkapitalisierung bieten sich hier enorme Chancen.
In einer Zeit, in der die Weltwirtschaft in Turbulenzen gerät, scheint die US-Wirtschaft in einer guten Position zu sein, was Aktien mit inländischer Ausrichtung zugute kommt.

Was noch an Rahmenbedingungen für US-Small Caps spricht
Die OECD-Prognosen gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im Jahr 2022 ein sehr starkes nominales Wachstum von 7,8 Prozent verzeichnen wird. Dies dürfte sich unmittelbar in einem raschen Umsatzwachstum der amerikanischen Unternehmen niederschlagen. Die Umsätze der Unternehmen werden steigen, wenn sie einfach nur stillstehen. Dieses Wachstum wird angetrieben durche Verbraucher, die sich nach wie vor in einer starken Position befinden. Dazu kommt, dass die Sparquoten zwar nicht mehr so hoch wie noch vor einem Jahr sind , aber der Sparüberschuss ist im historischen Vergleich immer noch hoch. Des weiteren erhöhen die Unternehmen ihre geplanten Investitionen erheblich. Schließlich hält das Beschäftigungswachstum an und die Löhne steigen, was die Nachfrage stützen dürfte.
Last but not last scheinen wir uns im Endstadium der Pandemie zu befinden. Daher sollte sich die Verbrauchernachfrage von hier an normalisieren.

Sobald die Inflationssorgen nachlassen, dürften kleinere Unternehmen prosperieren
Die Risikoaversion hat verständlicherweise zugenommen, da sich die geopolitischen Spannungen verschärft haben und der Inflationsdruck gestiegen ist. Irgendwann wird diese Inflationspanik jedoch nachlassen, so dass die Anleger wieder Lust auf risikoreichere Aktien - einschließlich kleinerer Unternehmen - bekommen dürften. Sieht man einmal vom Arbeitsmarkt ab, so beginnen zumindest einige der Faktoren, die die Inflation angeheizt haben, bereits zu schwinden. Steigende Gebrauchtwagenpreise haben durch die Pandemie ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ihr Beitrag zur Gesamtinflation dürfte jedoch von nun an nachlassen - oder sich sogar umkehren, wenn die weltweite Automobilproduktion wieder anläuft. Und schließlich dürften die massiven Technologieinvestitionen, die die amerikanischen Unternehmen in den letzten fünf Jahren getätigt haben - und die sie während der Pandemie beschleunigt haben - eine inflationshemmende Wirkung haben.

Extrem polarisierte Marktbedingungen werden nicht ewig andauern 
Die Korrelation zwischen den Renditen von Wachstums- und Substanzwerten ist auf ein Allzeittief gefallen. Der Markt ist derzeit extrem polarisiert und schwankt zwischen den Extremen dieser beiden Stile, während sich die Debatte über Inflation und Zinssätze weiterentwickelt. Wenn es den zyklischen Werten an einem Tag gut geht, dann geht es den Wachstumswerten per Definition schlecht. Cormac Weldon und siene Kollegen bei Artemis IM 
gehen nicht davon aus, dass sich dies fortsetzen wird - mit der Zeit sollten sich die spezifischen Eigenschaften der Aktien gegenüber den Stil-Faktoren durchsetzen. Artemis ist zuversichtlich, dass der stilunabhängiger Ansatz des Hauses mit einem Portfolio, das einen Teil Zyklizität und einen Teil Wachstum enthält, gut abschneiden wird. Man geht davon aus, mit beiden Arten von Aktien Alpha zu erzielen.

Positionierung
"Wir haben eine Reihe von Growth-Titeln, meiden aber verlustbringende Unternehmen. Der Russell 2000 ist übersät mit verlustbringenden Unternehmen mit hohem Beta, die billig gehandelt werden - von denen wir jedoch vermuten, dass sich viele als Value Traps erweisen werden. Und es gibt einige schnell wachsende Unternehmen, die irgendwann Gewinne abwerfen könnten. Wir meiden beide Extreme - ein Ansatz, der sich seit der Auflegung des Fonds bewährt hat". erklärt Weldon. Man sei misstrauisch gegenüber verlustbringenden Unternehmen und habe daher im Vergleich zur Benchmark einen Qualitätsschwerpunkt gesetzt. Stattdessen sei man in Wachstum und Qualität übergewichtet.

Anlagebeispiele
Bio-Techne sei zum Beispiel bereits hochprofitabel und steigere seinen Umsatz um rund 20 Prozent pro Jahr. Ähnlich verhalte es sich mit Syneos Health. Gleichzeitig habe man aber auch zyklische/finanzielle Titel wie Signature Bank. Das Portfolio ist in Software unter- und in Finanzwerten übergewichtet. Letzteres, weil die Banken in die Pandemie mit extrem starken Bilanzen eintraten , die sie seit der Finanzkrise wieder aufgebaut hatten. In der Anfangsphase der Pandemie bildeten sie zu hohe Rückstellungen für Kreditausfälle. Dieses Kapital wird nun an die Aktionäre zurückgegeben. Artemis IM geht davon aus, dass sich die Kreditaufnahme der Verbraucher erholen wird, wenn die Pandemie der Vergangenheit angehört. Dazu kommt: Die Renditekurve muss noch steiler werden: Die Renditen steigen über die gesamte Kurve hinweg. Man geht jedoch davon aus, dass die Renditekurve in diesem Jahr steiler werden wird, was die Kreditmargen erhöhen wird.

Aktienbeispiel eins: Maravai
Die Produkte von Maravai sind entscheidend für die Entwicklung von Arzneimitteltherapien, Impfstoffen und Diagnostika. Das Unternehmen hat kürzlich ein Angebot von einem deutschen Unternehmen erhalten - und abgelehnt. Die Produkte des Unternehmens decken die wichtigsten Phasen der biopharmazeutischen Entwicklung ab:
- Komplexe Nukleinsäuren für diagnostische und therapeutische Anwendungen.
- Produkte auf Antikörperbasis zum Nachweis von Verunreinigungen bei der Herstellung von biopharmazeutischen Arzneimitteln.
- Produkte zum Nachweis des Ausdrucks von Proteinen in Geweben. 
Das Unternehmen sei gut positioniert, um von dem massiven Zustrom von Interesse und Investitionen in den mRNA-Bereich sowie von dem Wachstum im Bereich der Zell- und Gentherapie im Allgemeinen zu profitieren, so Weldon. 

Aktienbeispiel zwei: Planet Fitness
Langjährigen Kunden wird der Name Planet Fitness ein Begriff sein; Artemis besitzt diese preisgünstige Fitnessstudio-Kette schon seit einiger Zeit. Sie macht den Besuch eines Fitnessstudios erschwinglicher und weniger einschüchternd für Neueinsteiger. Während der Pandemie habe man die Gewichtung deutlich reduziert, aber habe seinen Anteil wieder aufgestockt, da die durch Covid verursachte Störung allmählich in den Rückspiegel wandere.
- Bislang sind die Aktien des Unternehmens hinter denen anderer "Wiedereröffnungs"-Aktien zurückgeblieben.
- Durch den Abbau von Überkapazitäten wurde die Fitnessstudio-Branche während der Pandemie attraktiver. 
- Branchendaten deuten darauf hin, dass ein Fünftel der Fitnessstudios nicht wiedereröffnen wird.
- Planet Fitness erfüllt ein ESG-Kriterium, indem es dazu beiträgt, den Zugang zu Gesundheit und Fitness zu erweitern (zum Beispiel bietet es Studenten im Sommer eine kostenlose Mitgliedschaft an).

Aktienbeispiel drei: Pool Corporation 
Durch eine Kombination aus organischem Wachstum und Akquisitionen hat Pool Corp eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Schwimmbadzubehör und Verbrauchsmaterialien (Beleuchtung, Filter, Pumpen) erreicht. Dies verleiht dem Unternehmen ein beneidenswertes Maß an Preismacht in seiner Nische. Außerdem haben die Menschen während der Krise ihre Ersparnisse genutzt - und ihre Zeit oft mit dem Bau von Swimmingpools ausgefüllt. Diese Dynamik kam zu einer Südwanderung in den USA hinzu: Die Menschen ziehen in südlichere und wärmere Bundesstaaten, wo Schwimmbäder attraktiver sind. (kb)

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