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Warum die Märkte 2020 anders aussehen können als 2019

Darüber hinaus kam es zu einem Rückgang der Anleiherenditen, der im August seinen Höhepunkt erreichte. Seitdem ist es den Aktienmärkten dank der Aussicht auf ein Handelsabkommen und der erneuten Unterstützung der Zentralbanken gelungen, ihre „gläserne Decke“ zu durchbrechen.

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Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac, stellt fest: "Nach der Erholung im ersten Quartal sind die Aktienmärkte nun seit Ende April aufgrund der sich verschlechternden makroökonomischen Lage, die sich infolge des Handelskrieges zwischen den USA und China verschärft hat, nach oben gedeckelt. Diese Rahmenbedingungen führten zu einer deutlichen Outperformance der Wachstums- und defensiven Sektoren gegenüber zyklischen Werten."
© FONDS professionell

"Dementsprechend hat sich die Entwicklung auf Sektorebene umgekehrt. Substanzwerte und zyklische Aktien verzeichnen eine Outperformance gegenüber Wachstumstiteln", so Saint-Georges weiter. "Zudem setzte eine Erholung der Renditen ein. Die sich über das vergangene Jahr hinweg aufgestaute Nachfrage nach Anlagen mit niedriger Duration dürfte ausreichen, damit dieses Muster bis zum Jahresende fortbesteht. Über diesen Horizont hinaus könnten zwei Faktoren diese Entwicklung aber wieder umkehren."

Zwei Gründe für eine mögliche Umkehr der Entwicklung
Der erste mag vielleicht technisch erscheinen, sei jedoch auch von strategischer Bedeutung, so Saint-Georges. Er meint die quantitative Straffung der Fed, die 2018 begann und bis September dieses Jahres andauerte. Sie war ein großer Fehler mit weitreichenden Folgen. Das amerikanische Finanzsystem hat nun mit einem US-Dollar-Liquiditätsproblem zu kämpfen, für das die Fed bislang keine dauerhafte Lösung finden konnte. Das ist für unzählige kleine US-Finanzakteure mit hohem Verschuldungsgrad riskant und verhindert zudem, dass sich der überbewerteten US-Dollar abschwächt. Die von der Fed im letzten Monat beschlossene monatliche Finanzspritze von 60 Milliarden US-Dollar reicht offensichtlich nicht aus, um das Problem zu lösen. Es müssen zeitnah weitere Maßnahmen getroffen werden, um einen „Liquiditätsunfall“ zu verhindern. 

Elizabeth Warren und die Aktienmärkte
Der zweite Faktor betrifft die politische Landschaft in den USA. Der in den Industrieländern seit
Jahrzehnten bestehende Triumph der Wall Street über die Main Street hat große
gesellschaftliche und politische Konflikte ins Rollen gebracht, die die Kandidatur von Elizabeth
Warren bei den US-Präsidentschaftswahlen bestärken könnte. Ihr Programm konzentriert sich
ganz offen auf Steuererhöhungen und eine Regulierungspolitik, die auf eine stärkere Umverteilung der Unternehmensgewinne an die Lohnempfänger abzielen.

Mehr Vorsicht ist für 2020 angesagt 
Saint-Georges dazu: "Zugegeben, diese radikale Agenda wird wahrscheinlich noch etwas abgemildert, sollte sich Frau Warren in den demokratischen Vorwahlen durchsetzen. Dennoch würde sie von den Aktienmärkten sicherlich nicht gut aufgenommen werden und die Aussichten für den US-Dollar wahrscheinlich weiter dämpfen. Die Anleihenmärkte stünden im Spannungsfeld zwischen der Flucht in sichere Häfen und dem Finanzierungsbedarf eines Programms mit deutlichem Fokus auf Infrastruktur- und Sozialausgaben. So vernetzt wie die globalen Märkte sind, sollten Anleger das neue Jahr mit mehr Vorsicht begehen als zum Jahresende 2019." (kb)

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