Warum der SpaceX-IPO Europas Defence-Werte unter Druck setzt
Europäische Verteidigungsaktien haben zuletzt deutlich nachgegeben. Für Shayan Heidari vom schwedischen Assetmanager Finserve Nordic könnte der Rekord-IPO von SpaceX ein zusätzlicher Belastungsfaktor sein. Der Fondsmanager sieht jedoch keine grundlegende Schwäche des Sektors.

Eckpunkte:
- SpaceX-IPO reduziert kurzfristig Kapitalmarkt-Liquidität für den Sektor
- Fundamentale Sicht auf Europäische Defence-Werte weiter konstruktiv
Die milliardenschwere Börsennotierung von SpaceX könnte nach Ansicht von Shayan Heidari, Portfoliomanager des Finserve Global Security Fund, kurzfristig Kapital aus dem europäischen Verteidigungs- und Luftfahrtsektor abziehen. „Eine Transaktion dieser Größenordnung wird zu einem breiteren Kapitalmarkt-Ereignis, das die Aufmerksamkeit der Investoren, Liquidität und institutionelle Risikobudgets in angrenzenden Sektoren absorbiert“, so Heidari in einem Marktkommentar. Die Notierung lenke den Fokus auf das Raumfahrt- und Defence-Tech-Ökosystem, konkurriere aber gleichzeitig mit anderen Unternehmen des Sektors um Kapital.
Tatsächlich stehen europäische Rüstungswerte seit einigen Wochen unter Druck. Der Stoxx Europe Targeted Defence Index hat seit seinem Hoch im Januar rund 15 Prozent verloren. Betroffen waren unter anderem Rheinmetall, BAE Systems, Thales und Leonardo. Marktbeobachter nennen dafür vor allem Finanzierungsfragen, steigende Zinsen sowie eine zunehmende Verlagerung des Anlegerinteresses hin zu Drohnen- und Militärtechnologieunternehmen.
Heidari sieht darüber hinaus Hinweise darauf, dass der SpaceX-IPO direkte Auswirkungen auf den europäischen Kapitalmarkt hat. So wurde zuletzt berichtet, dass geplante Aktienplatzierungen von OHB und dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS verschoben oder zeitlich überprüft wurden, um nicht in unmittelbare Konkurrenz zur SpaceX-Emission zu geraten. Marktteilnehmer verwiesen dabei auf die enorme Kapitalbindungskraft der weltweit größten Börsennotierung.
Defence-Story bleibt fundamental intakt
An seiner langfristig positiven Einschätzung für europäische Verteidigungsunternehmen hält Heidari dennoch fest. Die aktuellen Kursbewegungen seien eher Ausdruck kurzfristiger Kapitalallokationen als einer veränderten Einschätzung der fundamentalen Aussichten. Europas Verteidigungsunternehmen blieben zentrale Akteure der laufenden Aufrüstung und steigender Sicherheitsausgaben.
„Die Schwäche europäischer Defence-Aktien könnte kurzfristige Kapitalallokationseffekte widerspiegeln und nicht eine Veränderung der zugrunde liegenden Investmentstory“, so der Fondsmanager. SpaceX habe zwar vorübergehend einen Liquiditäts- und Aufmerksamkeitsmagneten geschaffen. Die langfristigen Treiber des europäischen Verteidigungssektors seien dadurch jedoch nicht infrage gestellt. (dv)