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Warum der Dollar langsam an Bedeutung als Weltreservewährung verliert

In einer Krise besteht zunächst immer ein Mangel an der Reservewährung US-Dollar; sie reicht aber dennoch meist aus, sobald sich die Lage stabilisiert hat. In der aktuellen Krise stellt sich jedoch die Frage, ob der US-Dollar seinen besonderen Status teilweise verloren hat.

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Paul Brain, Leiter des Fixed Income Teams bei Newton IM, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management 
© Newton

Paul Brain, Leiter des Fixed Income Teams bei Newton IM, sagt: „Möglich, dass wir auf ein multipolares Reservewährungssystem zusteuern. Die Größenordnung und der Zeithorizont dafür sind natürlich höchst ungewiss. Zu beobachten ist auf jeden Fall, dass eine Reihe von Zentralbanken damit begonnen haben, auf die chinesische Währung zu setzen. Einige Länder wie zum Beispiel Russland und Kasachstan haben bereits Umschichtungen weg vom US-Dollar vorgenommen."

Deglobalisierung unterstützt Trend weg vom US-Dollar
Der Trend zur „Deglobalisierung“, beeinträchtigte Kapitalflüsse, die Digitalisierung der Währungen und die politischen Spannungen befeuern diese Entwicklung langfristig. Die Unfähigkeit des Internationalen Währungsfonds (IWF), sinnvoll Einfluss zu nehmen und die Versuche der US-Regierung, auf die Auszahlungen des IWF einzuwirken, könnte weitere Institutionen und Regierungen dazu veranlassen, nach Alternativen zum US-Dollar zu suchen. Brain dazu: "Auf kurze Sicht rechnen wir allerdings nicht damit, dass der US-Dollar als Leitwährung abgelöst werden wird. Denn die gegenwärtigen Marktverwerfungen und die Reaktion der Fed stärken den aktuellen Status des US-Dollars."

Wer statt dessen als Reservewährung kommen könnte
Würde der US-Dollar doch allmählich abgelöst werden, ist die Frage, von welcher Währung? Und wäre China bereit, in die Bresche zu springen? Dies wirft wiederum automatisch die Frage auf, wie Währungen in einem Regime bewertet werden, in dem die Zinsunterschiede ohnehin gering und als Maßstab kaum noch hilfreich sind. "Wir stellen heute bereits fest, dass die Wechselkursschwankungen im Einklang mit der Zinsvolatilität immer geringer werden“, konstatiert Brain. (kb)

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