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Warum Chinas Immobiliensektor für Bond-Investoren attraktiv sein kann

Für die Anleihen des chinesischen Immobiliensektors war es bisher ein volatiles Jahr. Der Hauptgrund dafür ist die Politik Pekings, die finanzpolitischen Maßnahmen für die Gesamtwirtschaft angesichts einer starken Erholung des BIP-Wachstums nach den pandemiebedingten Turbulenzen 2020 verschärft.

Peter Eerdmans, ​Head of Fixed Income, Ninety One
Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One
© Ninety One

"Die Regierung hat sich speziell auf den Immobiliensektor konzentriert, um eine Spekulationsblase zu verhindern", stellt Peter Eerdmans, Head of Fixed Income, Ninety One, fest. "Während sich die physischen Immobilienmärkte durchweg als widerstandsfähig erwiesen haben - was erklärt, warum Peking entschlossen an seiner Haltung festhält -, haben restriktivere Maßnahmen zu einer Reihe von Kreditereignissen geführt, die das Vertrauen der Investoren in den Markt erschüttert haben. Zu den bekanntesten Beispielen gehören die Zahlungsunfähigkeit von China Fortune Land zu Beginn des Jahres und die anhaltenden Schwierigkeiten des Vorreiters des Sektors, Evergrande.

Sollten Anleiheninvestoren den Immobiliensektor in China meiden?
Der chinesische Immobiliensektor sei nach wie vor attraktiv und biete ein erhebliches Potetzial für eine Spread-Einengung, findet Eerdmans. Dabei ist anzumerken, dass sich die Anleiherenditen und Spreads des Sektors in früheren Phasen von Volatilität ähnlich ausgeweitet haben, bevor sich dieser anschließend wieder erholte. Tatsächlich wurden chinesische Immobilienanleihen zuletzt 2018 auf einem ähnlichen Niveau gehandelt, als die Sorgen über einen sich verlangsamenden physischen Immobilienmarkt sowie die Spannungen zwischen China und den USA für die Investoren im Vordergrund standen. Angesichts der attraktiven Bewertungen ist Ninety One der Meinung, dass Investoren für das Risiko angemessen entschädigt werden. Ninety One bleibt in diesem Sektor übergewichtet und hält weiterhin Ausschau nach Relative-Value-Chancen, da die Anleihepreisstreuung anhält.

Wie geht es im chinesischen Immobiliensektor weiter?  
Fürs erste konnte die Zahlungsunfähigkeit von Evergrande abgewendet werden. Sollte es im Verlauf dennoch dazu kommen, dass Evergrande zahlungsunfähig wird und eine Umstrukturierung erfolgen muss, so ist davon auszugehen, dass diese kontrolliert vonstattengehen wird, wobei die Regulierungsbehörden und das Bankensystem in enger Abstimmung handeln würden, um sicherzustellen, dass keine systemischen Risiken entstehen.

Keine systemischen Auswirkungen einer Evergrande-Pleite befürchtet
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Es ist nicht anzunehmen, dass ein Ausfall und eine Umstrukturierung von Evergrande systemische Auswirkungen haben würden: Evergrande ist zwar sowohl auf den Onshore- als auch auf den Offshore-Märkten ein großer Kreditnehmer, aber wir glauben, dass das direkte Engagement der chinesischen Banken gegenüber dem Unternehmen begrenzt ist und nicht mehr als ein Prozent ihres gesamten Kreditbestands beträgt. Es ist zu schätzen, dass die vier großen, systemrelevanten Banken (ICBC, China Construction Bank, Bank of China, Agricultural Bank of China) nicht mehr als 0,5 Prozent ihrer gesamten Kredite an Evergrande vergeben haben. Die Gewinne der Banken könnten einen kleinen Dämpfer erleiden, wenn sie Rückstellungen für das Engagement bilden müssen, jedoch wird dies unserer Ansicht nach keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf ihr Bonitätsprofil haben oder ein systemisches Risiko auslösen", sagt Eerdmans. 

Risiken
Zu diesen gehört, dass die Behörden länger als erwartet brauchen, um einen raschen Übergang zu schaffen, und dass dies die Stimmung der Hausbesitzer in einer Zeit belastet, in der aufgrund von saisonalen Effekten eine Verlangsamung der Immobilienkäufe zu erwarten wäre. In diesem Szenario wäre angesichts der systemischen Bedeutung des Immobilienmarktes für die chinesische Gesamtwirtschaft mit mehr Marktvolatilität und einer raschen Korrektur des politischen Kurses zu rechnen.

Die Behörden werden ihre Entschlossenheit, Evergrande als privates Unternehmen zu führen und dem moralischen Risiko einer Rettung des Unternehmens zu widerstehen, wahrscheinlich beibehalten, meint Eerdmans. Mittel- bis längerfristig erfordere die Einführung einer echten Kreditkultur in China auch, dass es ein reales Risiko von Zahlungsausfällen und Umstrukturierungen geben müsse, solange diese Ereignisse nicht zu systemischen Risiken oder einem Vertrauensverlust in den nationalen Immobilienmarkt führten.  

Investoren sollten ihre Portfolios auf schwächere Unternehmen überprüfen
Dabei geht es um das Erkennen von Firmen, die Schwierigkeiten haben könnten, das derzeitige, enge regulatorische und finanzielle Umfeld zu bewältigen. "Obwohl nicht davon auszugehen ist, dass die Zahlungsunfähigkeit von Evergrande systemisch ist, könnten im aktuellen Umfeld auch andere kleinere, weniger gut finanzierte Immobilienentwickler in Schieflage geraten", sagt Peter Eerdmans abschließend. (kb)

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