Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Warum begibt Buffetts Berkshire gerade jetzt 30-jährige Anleihen?

Warren Buffett kommt mit einem neuen Deal an den Anleihemarkt, der dazu geführt hat, dass Händler sich fragen, ob das Orakel von Omaha damit implizit eine Prognose über die Richtung der Zinsen abgibt.

buffett.jpg
Warren Buffetts Schritte werden genau verfolgt.
© Christopher Goodney / Bloomberg

Die Berkshire Hathaway Finance Corporation begibt 30-jährige festverzinsliche Anleihen zur Refinanzierung von 950 Millionen US-Dollar an vorrangigen, variabel verzinslichen Papieren, die Ende nächster Woche fällig werden. Die Entscheidung, von variablen zu festen Zinsen zu wechseln, könnte als Wette auf die Richtung der Zinsen angesehen werden. Zumindest könnte dies darauf hindeuten, dass das Unternehmen den starken Rückgang der langfristigen Renditen in den letzten zwei Monaten als eine Markt-Timing-Chance betrachtet, die zu gut ist, um sie verstreichen zu lassen.

Beweist Buffett damit sein Händchen für den künftigen Zinstrend?
Berkshire, die sowohl von Moody’s Investors Service als auch von S&P Global Ratings mit dem dritthöchsten Rating eingestuft wird, hat die Papiere am Donnerstag mit einem Spread von 140 Basispunkten über den als Benchmark fungierenden US-Treasuries gepreist. Die 30-jährige US-Rendite sank am Donnerstag auf 2,91 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Januar 2018. Die jüngste Bondrally bedeutet für Berkshire Einsparungen in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar pro Jahr, wenn der Plan die ganze Zeit war, von flexibeln zu festen Zinsen zu wechseln.

Window of Opportunity oder Spekulation auf steigende Zinsen, das ist hier die Frage
Die andere Interpretation lautet, dass das Unternehmen sich für die Refinanzierung mit langfristigen festverzinslichen Papieren entschieden hat, da es den starken Rückgang der 30-jährigen Renditen für unhaltbar hält. Wenn ein Kreditnehmer in der Zukunft mit steigenden Zinssätzen rechnet, würde er es vorziehen, jetzt einen festen Zinssatz festzuschreiben, statt später höhere Zahlungen in Kauf nehmen zu müssen.

Kurz vor Taper Tantrum 2013 und Zinsanstieg mit 30-Jähriger an den Markt gegangen
Nun hat die Berkshire-Sparte auch im August 30-jährige Anleihen begeben, um einen Teil von variabel verzinslichen Schuldverschreibungen zu refinanzieren. Aber zuvor hatte sie seit Mai 2013, was kurz vor dem "Taper Tantrum" lag, das die Zinsen nach oben trieb, keine Papiere mit so langer Laufzeit an den Markt gebracht.

Buffett, das Zinsorakel 2013: Hat er heute wieder eine gutes Händchen?
Berkshire Hathaway-Tocher begab 30-jährige Anleihe kurz vor Taper Tantrum

Vor der Offerte sagte Buffett sagte auf der Jahrestagung, dass er die Sparer bedauere, die von festen Zinszahlungen abhängig seien, angesichts der damals niedrigen Renditeniveaus.

Buffetts Motivation bleibt wohl im dunkeln
Unabhängig von der genauen Motivation für den Deal in dieser Woche nimmt Berkshire Kapital auf in einer Zeit zunehmender Ängste unter den Händlern über die Entwicklung der Zinsen. In einer aktuellen Zusammenfassung von Bloomberg News, sagten BMO Capital Markets und Morgan Stanley, dass die 30-jährige Rendite bis Ende des Jahres auf 2,85 Prozent fallen wird, während J.P. Morgan einen Anstieg auf 3,55 Prozent prognostiziert, woe Bloomberg berichtet. NatWest Markets ist bei dem Langläufer am pessimistischsten und sieht einen Anstieg der Rendite auf 3,8 Prozent. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren