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Warren Buffett macht mit Short-Index-Puts 2,4 Milliarden Dollar Gewinn

Die am Höhepunkt der Finanzkrise 2008 für Berkshire Hathaway geschriebenen Put-Optionen auf verschiedene Aktienindizes bescheren Warren Buffet nach nunmehr einer Dekade einen hübschen Gewinn von 2,4 Milliarden US-Dollar ein. Von wegen Massenvernichtungswaffen....

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Warren Buffett ist wieder einmal auf der Gewinnerseite.
© Bloomberg

Von Investmentguru Warren Buffett uncharmant vor einiger Zeit als Massenvernichtungswaffen tituliert, sind Derivate für ihn ebenfalls eine Quelle zum Geldverdienen. Da er die Fed auf seiner Seite wusste, die in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 einen Bail-Out der US-Banken und damit des Weltfinanzsystems vornahm, konnte er getrost hohe Aktienmarkt-Volatilität verkaufen und Puts auf führende Aktienindizes mit Laufzeiten bis 2026 im Milliardenhöhe schreiben. 

Erfolgreicher Stillhalter in Geld
In der Öffentlichkeit wurden diese Optionstransaktionen weniger stark diskutiert als etwa seine Beteiligung an der Bank of America. Jedenfalls begannen die Aktienindex-Puts mit Juni 2018 fällig zu werden, während die letzte eine Laufzeit bis Januar 2026 aufweist. Innnerhalb des Zeitraums von 2004 bis 2008 setzte Buffett dieses Short-Put-Strategien für Berkshire Hathaway auf, da er davon überzeugt war, dass Aktien langfristig steigen würden. Die Index-Puts, die vier verschiedene Underlyings zum Gegenstand haben, brachten Buffetts  Investmentgesellschaft von 2008 bis 2017 2,4 Milliarden US-Dollar Ertrag ein. 

Nun wo sich die Optionspositionen ihrer Fälligkeit nähern, hat Bloomberg in einem Chart illustriert, wie Berkshire Hathaway über die letzten zehn Jahre von den verkauften Index-Puts profitiert hat. 

Quartalsweise Gewinn- und Verlustschwankungen aus den Aktienindex-Puts

 

Quellen: Bloomberg; zerohedge.com

Derivate sind doch nicht alle böse
Buffett, der sich wiederholt kritisch über Derivate geäußert hat, argumemtiert übrigens, dass in diesem Falle alles anders sei, denn es gebe bei den von ihm geschriebenen Index-Puts kein Gegenparteirisiko. Schließlich wusste er ja die Fed auf seiner Seite. Der 87-Jährige hat einige andere Derivatpositoinen bereits aufgelöst, sein letztes Credit-Default Agreement etwa hat er bereits 2016 geschlossen. 

Analogie zum klassischen Versicherungsgeschäft
Zudem verglich er das Stillhaltergeschäft in Geld - nichts anderes sind ja geschriebene Puts - mit dem Versicherungsgeschäft. An Prämien kassierte er upfront 4,2 Milliarden US-Dollar. Denn auch beim klassischen Geschäft eines Versicherers würde dieser Prämien im Voraus vereinahmen und könne diese an den Kapitalmärkten arbeiten lassen, ehe später - der Höhe nach vorerst unsichere - Versicherungsansprüche fällig werden. Ein Put-Schreiber stellt dem Hedgingmarkt Liquidität zur Verfügung und erhält für die Übernahme von Risiko eine Prämie.  Kritiker sehen in dieser Argumentation einen PR-Spin von Buffett.

Bilanzielle Auswirkungen
Wie der Chart zeigt, hat die Bewertung der Derivate Voilatilität in die Quartalsergebnisse von Berkshire Hathaway gebracht. Diese Ertrags-Swings würden ihn und seinen Geschäftspartner Charlie Munger völlig ungerührt lassen, sagte Buffett. Munger verteidigte die eingegangenen Derivat-Positionen anlässlich kritischer Fragen auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway 2009. Es gäbe Limits betreffend dieser Art von Transaktionen, doch er, Munger, denke, man sei von diesen noch ein gutes Stück weit entfernt. 

Modifizierte Optionskontrakte
Die Optionspositionen wurden mehrmals in den letzten zehn Jahren verändert, schreibt Bloomberg. Goldman Sachs sei dabei einer der mysteriösen "risikofreien" Gegenparteien. In einer Meldung 2010 schrieb Berkshire, man habe 4,8 Milliarden US-Dollar an Prämien aus 47 Kontrakten erhalten. Gegen Ende 2010 hieß es in einem Brief an die Aktionäre, man habe acht dieser Optionen auf Drängen einer Gegenpartei aufgelöst. Damit seien 39 KOntrakte mit 4,2 Milliarden US-Dollar an Prämien offen. Bei einigen dieser Deals hätten die Vertragspartner die Fälligkeiten verkürzt und die Basispreise der Optionen verringert, wie aus dem Aktionärsbrief 2009 hervorgehe. 

Wer ist Gegenpartei? Und wie risikolos sind diese und die Strategie selbst wirklich?
Die Vertragspartner von Berkshire Hathaway bleiben immer ein wenig im Dunkeln. Bufffet sagte 2010, Goldman Sachs sei eine der Gegenparteien, ohne andere Namen zu nennen. Ob Goldman noch immer dabei ist, ist unklar. Einige Marktteilnehmer nannten Buffetts Strategie, in der Krise auf den langfristigen Aktienaufschwung zu setzen, "kreativ". Kritiker monieren, dass man kaum von Kreativität sprechen könne, wenn man wie Buffett in der Krise darauf setze, dass die Zentralbanken letztllich dafür sorgen würden, dass die Aktien langfristig stiegen. 

Fazit
Wie lange Buffetts Stillhalter-Strategien weiter funktionieren können, ist nicht klar. Aber bis dato hat der Altmeister der Vermögensanlage alles richtig angesichts der Geldschwemme und manipulierter Niedrigzinsen seitens der Notenbanken gemacht. (kb)


 

 

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