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Warren Buffett auf der HV zu Bitcoin, Aktien, Inflation und mehr

Als in Europa der Krieg ausbrach und die Inflation in den USA in die Höhe schoss, setzte Warren Buffett, CEO von Berkshire Hathaway, auf eine bewährte Strategie zur Bewältigung der negativen Auswirkungen. Der milliardenschwere Investor unternahm seinen größten Aktienkauf seit mindestens zehn Jahren.

Warren Buffett
Warren Buffett genoss das Bad in der Menge beim "Woodstock des Kapitalismus", der alljählichen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway.
© Scott Eells / Bloomberg

Unbeeindruckt von den geopolitischen Turbulenzen und der Angst vor einer galoppierenden Inflation hat Berkshire Hathaway mit Warren Buffet (91) und Charlie Munger (98) an der Spitze zugeschlagen und die Beteiligungen am US-Aktienmarkt ausgebaut. Aufgestockt wurden etwa die Beteiligungen an Chevron und Activision Blizzard.

Soviel Aktien im Quartal gekauft wie seit 2008 nicht mehr
Buffett, der am Samstag in Omaha, Nebraska, auf Berkshires jährlicher Aktionärsversammlung Hof hielt, sah sich mit Fragen konfrontiert, warum er den Abschwung nicht genutzt hätte, als die Pandemie ausgebrochen sei. Jetzt, wo Krieg und Inflation den Märkten Volatilität bescheren und der S&P 500 Index das schlechteste Quartal seit zwei Jahren aufweist, hat Buffett inmitten der Ungewissheit seine Investitionen erhöht und im ersten Quartal Netto-Aktienkäufe in Höhe von 41 Milliarden US-Dollar getätigt. Das ist der höchste Wert seit Aufzeichnung der Daten, die bis ins Jahr 2008 zurückreichen.

"Solange Buffett und sein Team angemessene Preise für Qualitätsunternehmen zahlen, sollten diese Investitionen in jedem Umfeld - ob Inflation oder nicht - gut laufen", sagte Berkshire-Investor Darren Pollock, Direktor bei Cheviot Value Management, gegenüber Bloomberg. "Sie spiegeln die schiere Menge an Bargeld wider, die in Berkshires Kassen zusammenkommen mit dem unserer Meinung nach immer deutlicher werdenden Wunsch, aus Cash auszusteigen, da die Inflation immer stärker wird". 

Inflation
Buffett sagte, er könne die Entwicklung der Inflation in den kommenden Monaten oder Jahren nicht vorhersagen, obwohl er Preiserhöhungen in seinen Unternehmen gesehen habe. Er räumte auch - wie bereits in der Vergangenheit bei solchen Anlässen - ein, dass Berkshire nicht immer gut im Timing seiner Wertpapierkäufe gewesen sei. Jedoch sei man einigermaßen gut dabei gewesen herauszufinden, wann man genug für sein Geld bekommen habe.

Des Weiteren signalisierte Buffett, dass Aktienrückkäufe für das Unternehmen derzeit nicht so attraktiv wären. Dennoch, die 3,2 Milliarden US-Dollar für die Share Buybacks im Verbindung mit anderen Investitionen hätten dazu beigetragen, denCashbestand des Konglomerats auf etwa 106 Milliarden US-Dollar zu reduzieren. Dies sei allerdings eine Summe, die immer noch über Buffetts bevorzugter Sicherheitsmarge liege.

Berkshires Beteiligung an Chevron, die sich Ende 2021 auf fast 4,5 Milliarden US-Dollar belief, erreichte Ende März 25,9 Milliarden Dollar, wie aus den für das erste Quartal eingereichten Unterlagen hervorgeht. Die Activision-Beteiligung, die nur 1,87 Prozent der Stammaktien des
des Videospielunternehmens ausmachte, stieg auf 9,5 Prozent, da Berkshire darauf wettet, dass der Deal mit Microsoft sicher abgeschlossen werden wird.

Aktuelle Krisen und Nachfolgeregelung
Der Milliardär navigierte vorsichtig durch einige der heikelsten Themen des Jahres, wenn er sie überhaupt ansprach. Kaum explizite Kommentare gab es zum Einmarsch Russlands in der Ukraine, Buffett ging jedoch auf eine Frage zum Risiko von Atomwaffen ein. Über Berkshires eigenen Nachfolgeplan gab er diese Mal wenig preis. Buffett bestätigte letztes Jahr, dass Greg Abel, der stellvertretende Vice Chairman, der für das Nicht-Versicherungsgeschäft zuständig ist, der Top Kandidat für seine Nachfolge sei, wenn er als CEO zurücktrete. Abel und sein Kollege, der stellvertretende Vice Chairman Ajit Jain, nahmen für einen Teil der Veranstaltung neben Buffett und Munger auf der Bühne Platz. Buffett gab jedoch keine Anzeichen dafür, dass er beabsichtige, seine Position in nächster Zeit zu räumen. Sein Auftritt beruhigte einige Investoren in Bezug auf seine Fähigkeit, mit den Anforderungen Schritt zu halten. "Das Niveau der geistigen Schärfe und der Humor sind immer noch vorhanden. Das ist wirklich etwas Besonderes", sagte James Armstrong, dessen Henry H. Armstrong Associates Investitionen in Berkshire-Aktien getätigt hat, im Talk mit Bloomberg. "Ich bin ziemlich zufrieden, dass das Management des Unternehmens in guter Verfassung ist."

Buffett scherzte, dass das Alter der Top-Manager offen gesagt ein Grund für Investoren sei, die Führungskräfte aus der Nähe zu betrachten. "Es ist jetzt drei Jahre her und es ist viel besser, Aktionäre, Eigentümer und Partner tatsächlichen von Angesicht zu Angesicht zu sehen", sagte Buffett zum Auftakt der Treffen am Morgen. "Wenn Sie der Eigentümer eines Unternehmens sind und man hat zwei Männer - 98 und 91 - die das Unternehmen leiten, haben Sie ein Recht darauf, ihnen persönlich zu begegnen."

Inflationsgefahren
Buffett sprach erneut die Auswirkungen der Inflation an, nachdem er die Aktionäre im letzten Jahr vor der heißgelaufenen Konjunktur gewarnt hatte. Inflation schade den Anleihegläubigern ebenso wie denjenigen, die ihr Geld unter der Couch versteckten. "Die Inflation betrügt fast jeden", sagte Buffett. "Wenn man wirklich eine völlig stabile Geldeinheit für die nächsten hundert Jahren hätte, wäre das besser für Wirtschaft und Investoren im Allgemeinen."

Bitcoin-Kritik
Buffett und Munger sind bekannt als permanente Skeptiker in Bezug auf Kryptowährungen, wobei Munger sie als "schädliches Gift" bezeichnete. Das Paar äußerte seine fundmanetale Kritik erneut am Samstag, wobei Buffett anmerkte, dass er lieber eine Menge Ackerland oder Wohnungen besitzen würde, denn das seien produktive Vermögenswerte - im Gegenzug zu Bitcoin. "Was sollte ich damit machen?" fragte Buffett in die Runde. "Es schafft keinerlei Werte, tut nichts." (kb)

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