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Wall Street-Abtrünnige entziehen Platzhirschen Milliarden an Assets

Es vergeht wohl kein Tag, an dem nicht neue Teams von Vermögensberatern großen Wall-Street-Banken den Rücken kehren. 25 Milliarden gingen mit. Möglich wird dies erst durch neue Technologiedienstleister, darunter Dynasty Financial Partners, das ein ehemaliger Manager von Citigroup gegründet hat.

Meeting von Menschen - Büro-Angestellte
Heiß diskutieren jene, die sich selbststöädig machen wollen, genauso wie andere, die die Weggeh-Willigen an ihr Haus binden wollen. 
© Rawpixel.com / stock.adobe.com

Jüngstes Beispiel sind vier Private Banker der Schweizer UBS Group, die Kundenvermögen in Höhe von 530 Millionen US-Dollar verwalten. Sie haben sich selbständig gemacht und eine in Portland, Maine, ansässige Firma namens Great Diamond Partners gegründet, berichtet Bloomberg News. In der vergangenen Woche sind fünf Berater der Bank of America in Atlanta, die Kundenvermögen in Höhe von 450 Millionen US-Dollar betreuten, weggegangen, während im April ein 6-Milliarden-Dollar-Team in Texas Morgan Stanley verließ, weiß die gleiche Quelle.

Absetzbewegungen nehmen zu
Berater wenden sich von großen Banken ab und gründen Boutique-Unternehmen. Sie hoffen, somit mehr Kontrolle sowie einen größeren Anteil an den Einnahmen zu erhalten. Wegbereiter sind Technologieunternehmen wie Dynasty Financial Partners, die Handelsplattformen, Datendienste und jene Art von Produkten bereitstellen, die einst nur bei den größten Unternehmen verfügbar waren.

Milliarden US-Dollar an Klientengeldern werden von den Abtrünnigen mitgenommen
Vier große Banken müssen dabei hilflos zusehen, wie Vermögensverwalter-Teams sich mit Hilfe von Dynasty Financial Partners selbstständig machen.

Handelsplattformen und Datendienste erleichtern die Selbstständigkeit
"Große komplexe Teams erfordern große komplexe Lösungen", sagte Tim Oden, Senior Managing Director für Beratungsdienste bei Charles Schwab. "Bevor das Ökosystem existierte, hatten sie keine Wahl, aber nun haben sie eine Wahl."

Gute Mitarbeiter abwerben
Andere Vermögensberatungsunternehmen, darunter Rockefeller Capital Management, haben ebenfalls Talente abgeworben. Im Rahmen einer Expansionsstrategie hat das Unternehmen, das von dem ehemaligen Morgan-Stanley-Manager Greg Fleming geführt wird, in den vergangenen Monaten Teams von Bank of America und UBS angeheuert. Angeheizt wird dieser Trend von einem zehnjährigen Bullenmarkt und eine Zunahme der Anzahl wohlhabender Familien in den USA.

Elchtest junger Teams steht oft noch aus
Die meisten der abtrünningen Teams müssen sich noch in einem Konjunkturabschwung oder einer ernsten Marktkorrektur beweisen. Aber einige der Risiken sind durch technologische Verbesserungen gemindert worden, sagt der Gründungspartner von Great Diamond, Steven Tenney. "Der technologische Fortschritt ist unabhängig von der Konjunktur und Marktzyklen", sagte Tenney, der 26 Jahre bei UBS tätig war. "Als unabhängige Gesellschaft ist man am besten aufgestellt, um davon zu profitieren."

Dynasty groß im Geschäft
Great Diamond sowie die Berater, die in den letzten Wochen die Bank of America und Morgan Stanley verließen, arbeiten mit Dynasty zusammen bei der Gründung unabhängiger Gesellschaften. Mittlerweile nutzen Teams, die zuvor bei großen Banken angestellt waren, die Plattform von Dynasty Financial und verwalten insgesamt etwa 25 Mrd. Dollar, berichtet das in New York ansässige Unternehmen. "Jemand, der ein Unternehmen dieser Größe hat, wird nicht ein erhebliches Risiko eingehen und hoffen, dass es funktioniert", sagte Shirl Penney, CEO von Dynasty, in einem Bloomberg-Interview. "Viele dieser Teams wollten, dass beim Weg in die Unabhängigkeit nicht völliges Neuland beschreiten."

Cerulli bestätigt Trend zur Selbstständigkeit
Die Abwanderung aus den Etagen der Großbanken wird sich voraussichtlich fortsetzen. Unabhängige und hybride Anlageberater werden bis 2028 voraussichtlich 28 Prozent des Marktes ausmachen, verglichen mit 25 Prozent im Jahr 2015, so das Analyseunternehmen Cerulli Associates. 

Banken versuchen zu kontern
Wie sich die abgewanderten Teams finanziell entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, ob ihre Kunden ihnen folgen oder nicht, sagt Alan Johnson, Geschäftsführer des Vergütungsberaters Johnson Associates. Berater, die große Firmen verließen, um Boutiquen zu gründen, behielten durchschnittlich 87 Prozent ihrer Kundenaktiva, hat eine Umfrage von Schwab herausgefunden. "Wenn Sie glauben, dass Sie alle ihre Kunden behalten können, werden sie natürlich mehr Geld verdienen", sagte Johnson. "Die eigentliche Frage ist, wie viele Kunden werden sie verlieren?" Die Banken seien aggressiver geworden bei ihren Bemühungen, Vermögensberater zu halten, und hätten Top-Mitarbeitern schwer abzulehnende Angebote unterbreitet, sagte Johnson. (kb)

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