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Währungsmärkte zeigen die großen Trends und entscheiden die Rendite

In wie weit Währungseffekte die erzielbaren Renditen beeinflussen und wohin sich die wichtigsten Devisen entwickeln könnten, erläutert ein bekannter Vermögensverwalter aus Starnberg.

Michael Thaler
Michael Thaler, Top Vermögen
© Top Vermögen

Währungsschwankungen werden von manchen Anlegern gerne ausgeblendet. Dabei seien diese für den langfristigen Anlageerfolg entscheidend, meint Michael Thaler, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg. Seiner Ansicht nach bieten die Absicherung von Währungsrisiken und die Nutzung von Chancen im Währungsmarkt einen kostengünstigen und zielgerichteten Makro-Hedge. Dies werde auch für 2021 so gelten.

Währungseffekte wirken sich spürbar aus
Wie sehr Währungen das Jahresergebnis beeinflussen können, zeigt ein Blick über den Atlantik. Während Anleger, die in US-Dollar rechnen zum Stand 20. Dezember 2020 einen S&P500-Indexgewinn von 14,8 Prozent verbuchen, sehen Anleger, die in Euro rechnen nur noch einen Gewinn von sechs Prozent, da der US-Dollar im Vergleich zum Euro 8,8 Prozent seit 1. Januar 2020 verloren hat. Umgekehrt hat aus Sicht eines US-Anlegers auch der DAX in US-Dollar um fast zehn Prozent zugelegt, während Euro-Anleger mit einer knappen Null-Nummer zufrieden sein müssen. "Eine Absicherung des Aktienbestandes in US-Dollar hätte einen schönen Zusatzertrag für Euro-Anleger gebracht", betont Thaler.

Währungsaussichten 2021
Die Prognosen für 2021 im Verhältnis Euro/US-Dollar waren Thaler zufolge auch selten zuvor so breit gestreut. Beachtenswerte Analysen sehen einerseits auf Basis eines konjunkturellen Aufschwungs den US-Dollar als sicheren Hafen weiter auf dem Rückzug, teils sogar bis zu 1,35 für einen Euro. Andere Analysten dagegen sehen bei der US-Zentralbank eine leichte Tendenz die Zinsen wieder leicht zu erhöhen und erwarten eine deutliche Erholung des US-Dollars auf 1,10 für einen Euro.

Zehn Prozent in die eine oder andere Währungs-Richtung können im Jahr 2021 demnach über den gesamten Anlageerfolg entscheiden. Da das kommende Anlagejahr sicherlich eine größere Richtungssuche wird, dürfte eine höhere Schwankungsbreite in allen Anlageklassen, sprich auch den Währungen die Folge sein. Eine Absicherung eines leicht erholten US-Dollars bei enttäuschenden Wirtschaftsdaten im Frühjahr kann für den weiteren Jahresverlauf durchaus sinnvoll sein, empfiehlt der Vermögensberater.

Hohe Zinsen führen nicht zu höheren Wechselkursen
Aber auch weitere Währungen lohne es im Blick zu haben. Obwohl die Zinsen im britischen Pfund bei zehnjährigen Staatsanleihen um insgesamt rund acht Prozent besser sind als bei deutschen Staatsanleihen, kommt das britische Pfund nicht vom Fleck. Seit 2016 tendiert die Inselwährung gegenüber dem Euro zur Schwäche.

Der starke Fokus auf Dienstleistungen in Großbritannien hat im COVID-Jahr 2020 die Wirtschaft neben dem Brexit zusätzlich unter Druck gebracht. Auch hier wird laut Thaler im kommenden Jahr ein heißer Ritt zu erwarten sein, wenn die wirtschaftliche Erholung vielleicht doch länger als antizipiert benötigt und möglicherweise bestimmte Finanzdienstleistungen über den Kanal abwandern müssen.

Aussie-Dollar und Renminbi
Der Australische Dollar gilt gemeinhin als Währungsabbild der Rohstoffpreise. Und hier gab es zuletzt deutliche Aufschläge, die Industrie brummt weltweit, speziell in China ist ein deutlicher Aufschwung zu erkennen. Daher verwundert es auch nicht, dass die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar in 2020 über 6,5 Prozent zugelegt hat.

Was Anleger auch nicht vergessen sollten. In China gibt es noch Zinsen, nämlich über drei Prozent. Allerdings befinden sich die Zinsmärkte vor Ort auch im Aufruhr, denn die implizite Staatsgarantie für von Regionalregierungen geführte SOE-Unternehmen gelten nicht mehr uneingeschränkt. So mussten zuletzt durchaus prominente Unternehmen ihre Anleger um Entschuldung bitten.

Insgesamt sollte aber Asien, nicht zuletzt aufgrund des Freihandelsabkommens RCEP interessant bleiben. Auch die schwedische Krones ist eine klassische Währung, die die Industrietätigkeit abbildet. Und hier ist seit April 2020 eine deutliche Aufwertung gegenüber dem Euro spürbar.

Weitere Währungsprognosen
Der brasilianische Real dürfte aufgrund politischer Unsicherheiten schwach bleiben, auch wenn sich im kommenden Jahr die Agrarrohstoffpreise erholen. Die norwegische Krone wird gerne als Substitut für eine Erholung des Ölpreises angesehen. Hier könnte im Jahresverlauf trotz den neuen Anforderungen der grünen Ökonomie eine zunehmende Reisetätigkeit dem Ölpreis Rückenwind verschaffen.

Kryptowährung Bitcoin steigt und steigt...
Kryptowährungen hatten in 2020 ein fulminantes Comeback gefeiert. Es bleiben aber nach wie vor gravierende regulatorische Risiken, ein hoher Stromverbrauch und die grundsätzliche Frage als Wertsicherungsobjekt angesichts einer sehr hohen Schwankungsbreite.

"Insgesamt ist aber auch zu konstatieren: Die Akzeptanz von Bitcoins zur Spekulation und Anlage nimmt zu. Und wenn man ehrlich ist, ist Gold auch nicht viel mehr als die Hoffnung, dass im Fall der Fälle Menschen bereit sind Gold als Tauschmittel zu akzeptieren. Wobei auch 2021 ein wenig Gold im Depot eine beruhigende Währung sein sollte", erklärt Thaler abschließend. (aa)

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