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Vontobels Einschätzung zur Causa Evergrande

Ein Strategist von Vontobel legt seine Sichtweise betreffend den schlingernden chinesischen Immobilienriesen Evergrande dar. Seiner Ansicht nach wären die Folgen einer Pleite weniger gravierend, als von vielen Marktteilnehmern befürchtet. Wobei eine Pleite zumindest derzeit noch nicht feststeht.

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© photo 5000 / stock.adobe.com

Carlos de Sousa, Strategist bei Vontobel, hat sich Gedanken über eine mögliche Insolvenz des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande gemacht. Zuallererst gibt de Sousa eine Einschätzung zu der Ansteckungsgefahr ab, die von einer Evergrande-Pleite einstehen könnte:

Ansteckungsgefahr
Chinas zweitgrößter Immobilienentwickler ringt mit Liquiditätsengpässen, es dürfte trotz "Grace Period" tatsächlich zu Zahlungsausfällen bei den internationalen Anleihen kommen. "Die Verschuldung von Evergrande ist enorm, sie ist jedoch über ein breites Spektrum von Gläubigern verteilt und stellt mit 0,35-0,5 Prozent der Gesamtkredite chinesischer Banken nur einen winzigen Bruchteil des chinesischen Bankensystems dar. Daher dürfte die Ansteckungsgefahr begrenzt sein", hält de Sousa fest. 
 
Evergrande ist kein Lehman
Evergrande ist kein Finanzinstitut und seine Hauptvermögenswerte sind Immobilien, keine Finanzinstrumente. Immobilienpreise entwickeln sich im Unterschied zu Vermögenswerten in der Regel langsam, gibt de Sousa Entwarnung.
 
Staatliche Intervention
Es sei trotz anhaltender Gerüchte sehr unwahrscheinlich, dass die chinesische Regierung zu einer pauschalen Rettung des Unternehmens bereit ist, da sie den Moral Hazard reduzieren will. Sie dürfte jedoch intervenieren, um eine geordnete Restrukturierung zu gewährleisten und chinesische Privatanleger vor Verlusten zu schützen. "Die Reduzierung des Moral Hazard könnte nicht nur zu einer effizienteren Allokation von Ressourcen führen, sondern vielleicht sogar zu einer besseren Finanzlage chinesischer Banken", erklärt de Sousa.
 
Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik
Eine anhaltende Abschwächung im chinesischen Immobiliensektor dürfte zu einer Verlangsamung des chinesischen BIP-Wachstums in der zweiten Jahreshälfte führen. Diese Konjunkturabschwächung sollte aber vorübergehend sein, da die Behörden die Geld- und Fiskalpolitik wahrscheinlich in den nächsten Monaten schrittweise lockern werden. 
 
Chancen für aktive Anleger
In Folge der Turbulenzen bei Evergrande musste der gesamte chinesische High Yield-Sektor seit Ende Mai Kursverluste von circa elf Prozent verbuchen. Viele Anleihen chinesischer High-Yield-Emittenten werden als Stressed und Distressed Credit gehandelt. "Wir sind der Auffassung, dass es zu einem nahezu willkürlichen Ausverkauf des chinesischen Hochzinssegments gekommen ist, der viele ausgezeichnete Chancen für aktive Anleger bietet", erklärt de Sousa abschließend. (aa)

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