Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Vontobel: Zwei Entscheidungen, die die Börsen durchschütteln könnten

Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank stehen vor wichtigen Entscheidungen, die großen Einfluss auf die Märkte haben könnten, sagt Mark Holman, Chef der Vontobel-Tochter Twentyfour Asset Management. Für Europa rechnet er damit, dass die Anleihekäufe noch in diesem Jahr ein Ende finden.

holman_mark.jpg
Mark Holman, Twentyfour Asset Management: "Nach uns vorliegenden Informationen werden die Ratsmitglieder in diesem Monat über das Ende des Anleihekaufprogramms sprechen."
© Vontobel

Nach den Turbulenzen in Italien verlagert sich der Fokus der Anleger wieder auf die Zentralbanken, sagt Mark Holman, Chef von Twentyfour Asset Management, einer Tochtergesellschaft von Vontobel. In der laufenden Woche stehen gleich zwei wichtige Zentralbanksitzungen an. Den Anfang macht am Mittwoch das Offenmarktkomitee der Fed. Aktuell wird laut Bloomberg mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent eine Zinserhöhung von einem Viertelprozent eingepreist. "Dieser Einschätzung schließen wir uns an", so Holman.

Der Anlageexperte richtet seine Aufmerksamkeit vor allem auf den Verlauf der Renditekurve und wie diese von der Entscheidung der Fed beeinflusst wird. Zuletzt war die Kurve so flach wie seit 2007 nicht mehr. Wird der Ausschuss mit Äußerungen über die fehlende Laufzeitprämie versuchen, das lange Ende der Kurve höher zu reden? Oder wird er eine Atempause im Straffungszyklus andeuten, solange die Kurve so flach ist, und damit in Kauf nehmen, dass die Inflation über das Ziel hinausschießt? Auf diese Fragen erhofft sich Holman eine Antwort.

Schlechte Zeiten für Euro-Staatsanleihen
Am Donnerstag stehen zudem die Ergebnisse der Juni-Sitzung des EZB-Rats auf der Agenda. Änderungen in der EZB-Politik erwartet Holman zwar nicht. "Aber nach uns vorliegenden Informationen werden die Ratsmitglieder in diesem Monat über das Ende des Anleihekaufprogramms sprechen", sagt er. 

Holman geht davon aus, dass die monatlichen Käufe Ende September weiter gedrosselt werden, bevor sie Ende 2018 vollständig auslaufen. Das dürfte Folgen für europäische Staatsanleihen haben – und zwar keine positiven, mahnt er. "Angesichts der Turbulenzen in Italien in der vergangenen Woche ist zudem das Timing mit Blick auf italienische Staatsanleihen weder für das italienische Schatzamt noch für die neue Regierung ideal." (fp)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen