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Vontobel über Metallmangel, Lieferprobleme und Hungersnöte

Vontobel Asset Management ist trotz der jüngst stark gestiegenen Rohstoffpreise weiterhin optimistisch für dieses Segment. Neben Öl und Gas sollten Investoren auch Metalle und Agrarrohstoffe auf den Radarbildschirmen haben.

Rohstoffe, Commodities, Öl, Weizen
© Colours Pic / stock.adobe.com

Europa wird sich angesichts des weiter anhaltenden Krieges auf höhere Inflationszahlen einstellen müssen. Dafür verantwortlich sind auch höhere Preise bei Metallen und Agrarrohstoffen. Kerstin Hottner, Portfoliomanagerin, und Michel Salden, Head of Commodities, bei Vontobel, analysieren, welche Faktoren Investoren bei den Metall- und Agrarmärkten auf der Rechnung haben sollten:

Metallmangel in deutschen Landen
Weniger präsent, jedoch von erheblicher Bedeutung, sind die Auswirkungen des Krieges auf Industriemetalle. Russland beliefert als bedeutender Produzent mit rund 40 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion, sechs Prozent bei Aluminium, sieben Prozent bei Nickel (allerdings 12 Prozent in Batterie-relevantem Nickel, sogenannten Class-1 Nickel) und  zehn Prozent bei Platin einen Großteil der deutschen Autoindustrie. Die Autohersteller waren nach der Pandemie gerade erst dabei, ihre Produktion wieder hochzufahren, doch auf russische Metalllieferungen scheint nun aufgrund logistischer Probleme sowie Finanzierungsschwierigkeiten kein Verlass.

Einige Lieferanten weigern sich zudem, Metalle aus Russland zu transportieren. Gleichzeitig sind europäische Produzenten von steigenden Erdgaspreisen und Stromkosten betroffen, da der Schmelzprozess sehr energieintensiv ist. Viele europäische Aluminium- und Zinkhütten haben bereits Konsequenzen gezogen und ihren Betrieb eingestellt, da sie ihre Kosten kaum noch decken können.

Angesichts der hohen, volatilen europäischen Erdgaspreise (niederländisches TTF-Erdgas +50 Prozent seit Anfang des Jahres) ist eine Verbesserung der Situation nicht in Sicht. Dabei sind die Metallbestände in Europa bereits jetzt schon beinahe erschöpft.

Getreideaussaat in der Ukraine höchst fraglich
Die Schwarzerdenböden in der Ukraine und Teilen Russlands machen beide Länder zur Kornkammer der Welt. Gemeinsam sind sie für fast ein Drittel aller weltweiten Weizenexporte verantwortlich, wobei allein auf die Ukraine 15 Prozent aller weltweiten Mais- und Rapslieferungen entfallen. Die weltweiten Agrarbestände sind derweil aufgrund von Ernteproblemen im dürregeplagten Lateinamerika bereits sehr niedrig.

Die Mais- und Weizenaussaat in der Ukraine sollte eigentlich in den nächsten zwei bis vier Wochen beginnen, was jedoch angesichts steigender Dieselpreise und der zerstörten Infrastruktur unwahrscheinlich erscheint.

Europa wird Hottner und Salden zufolge vielleicht mit der zunehmenden Lebensmittelinflation zurechtkommen – im Gegensatz zu Ägypten und anderen weizenimportierenden Ländern Afrikas. Erschwerend kommt hinzu, dass die Getreideproduktion auch in anderen Teilen der Welt aufgrund der enormen Düngerverteuerung im Jahr 2021 abnehmen könnte. Denn unglücklicherweise gehören die Ukraine und Russland auch zu den größten Exporteuren von Düngemitteln.

"Rein rational betrachtet empfehlen wir zur Minderung von Inflations- und geopolitischen Risiken ein Engagement in Rohstoffen, einer Anlageklasse, die in diesem Jahr bislang mehr als 25 Prozent zugelegt hat. Aus menschlicher Sicht lässt uns die Tragödie vor unserer Haustüre fassungslos zurück", schreiben Hottner und Salden abschließend. (aa)

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