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Vontobel: Steigende Renditechancen bei Corporate Bonds

Für Mondher Bettaieb-Loriot, Head of Corporate Bonds bei Vontobel Asset Management, bieten Investment-Grade-Unternehmensanleihen auch im aktuellen Zinsumfeld institutionellen Investoren interessantes Renditepotenzial.

Mondher Bettaieb-Loriot, Head of Corporate Bonds bei Vontobel Asset Management
Mondher Bettaieb-Loriot, Vontobel Asset Management
© Vontobel AM

Mondher Bettaieb-Loriot, Head of Corporate Bonds bei Vontobel Asset Management, erinnert in einer “Institutional Money” exklusiv vorliegenden Markteinschätzung daran, dass in der Vergangenheit Investment-Grade-Unternehmensanleihen insbesondere in einer sehr milden Rezession oder in einem wachstumsschwachen Umfeld positive Erträge erzielt haben. Die Überrenditen der Investment-Grade-Titel reagieren überdies weniger anfällig auf den Konjunkturzyklus. Im aktuellen Umfeld längerfristig niedriger Zinsen („Lower for longer“) sei dies für Anleger ein attraktives Versprechen auf Erträge, so Bettaieb-Loriot.

Keine Angst vorm Tapering
Die Leitlinien der Fed aus ihrer letzten Sitzung deuten aus Sicht des Vontobel-Experten darauf hin, dass die Zinsen erst spät und dann auch nur in sehr vorsichtigen Schritten erhöht werden, um einen dauerhaften Anstieg der Inflation auf zwei Prozent zu ermöglichen.

Da die Renditen von US-Treasuries im April bei durchschnittlich einem Prozent gelegen hätten, glaubt Bettaieb, dass die Märkte dies allmählich registrieren würden. Kreditrisiko-Spreads auf dem europäischen Investment-Grade-Markt hätten sich ebenfalls unauffällig gezeigt – sie verengten sich bei erstrangigen Titeln um durchschnittlich 5 bis 8 Basispunkte, während nachrangige Instrumente mit einer Verengung um 10 bis 25 Basispunkte weiter erheblich darüber lagen. Die eindeutigen Outperformer unter den nachrangigen Instrumenten seien AT1s (-25 Bp.) gewesen, bei den vorrangigen Instrumenten Covid-19-anfällige Sektoren wie Immobilien (-13 Bp.), Automotive (-11 Bp.) und BBs (-19 Bp.).

Zwar hätten sich BTPs und Bonos jüngst unterdurchschnittlich entwickelt. Bettaieb-Loriot betrachtet diese Underperformance jedoch als vorübergehende Erscheinung, da das negative Nettoangebot von Staatsanleihen aus dem europäischen Raum für den Großteil des zweiten Quartals und den Rest des Jahres andauern dürfte.

Für ihn sendet Fed-Präsident Powell weiterhin dieselbe Botschaft. Die Fed werde ihre Geldpolitik darauf ausrichten, dass die Beschäftigung zunimmt – und zwar in breiter und inklusiver Form. Bisher sei dies nicht geschehen:

So würden die US-Beschäftigungszahlen in den Sektoren Freizeit und Gastgewerbe noch unter dem Niveau vor der Pandemie liegen. Dies wirke sich nicht inflationsfördernd aus und die Fed werde die Zinsen nicht erhöhen, bevor sich dies geändert habe – insbesondere angesichts der neuen Fed-Wirtschaftsprognosen. Derzeit bestehe folglich kein Bedarf an einer geldpolitischen Straffung. Bettaieb-Loriot erwartet, dass der Arbeitsmarkt frühestens 2024 an einem Punkt sein wird, der Zinsanhebungen sicher erwarten lässt.

Auch das Thema Inflation scheine die Fed im April nicht zu besorgen, da eine anhaltend höhere Inflation ohne breite Beschäftigung unwahrscheinlich erscheint. Die Fed betrachte die höhere Inflation, die sich in den kommenden Monaten an den Märkten zeigen könnte, weiterhin als vorübergehendes Phänomen.

Carry Positionen attraktiv
In Europa habe die Impfkampagne an Geschwindigkeit gewonnen. Die Konjunkturerholung verbessere die Anlegerstimmung und die grossen Notenbanken hätten es nicht eilig, ihre geldpolitischen Anreize in näherer Zukunft zu beenden. Da die Beschränkungen in einigen Ländern gelockert würden, steige die Kauflaune der Verbraucher.

Der Vontobel-Professional bleibt bei seiner konstruktiven Einschätzung von Unternehmensanleihen. Unternehmensanleihen aus Industrieländern seien nach wie vor eine Alternative zu Staatsanleihen und Geld auf dem Bankkonto, denn sie böten immer noch positive Renditen und die Chance auf Spread-Verengungen.

Bettaieb-Loriots Basisszenario sieht vor, dass es im europäischen Raum während des gesamten Jahres positive Renditen und Überrenditen auf dem Markt für Unternehmensanleihen und entsprechend gute Einstiegsgelegenheiten geben werde. Folglich seien Carry-Positionen attraktiv. Anleger auf der Suche nach attraktiven Chancen sollten BBBs und BBs, nationale Champions der Peripherieländer, zyklische Titel, Covid-19-sensible Sektoren, den Telekommunikationssektor, Banking und das Versicherungswesen im Auge behalten – vor- und nachrangige Instrumente gleichermaßen. (aa)

 

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