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Vontobel AM: Dieser Inselstaat könnte ab Wochenmitte haussieren

Für Carl Vermassen, Senior Portfoliomanager für Schwellenländeranlagen bei Vontobel Asset Management, könnte die Wahl in Indonesien diese Woche Investoren eine interessante Opportunität eröffnen.

Carl Vermassen, Vontobel Asset Management
Carl Vermassen, Vontobel Asset Management
© Vontobel AM

Auch wenn die Märkte eine Wiederwahl des indonesischen Präsidenten Joko Widodo (Jokowi) am 17. April 2019 antiziperen, könnte das Land von steigenden Kursen profitieren, meint Carl Vermassen, Senior Portfoliomanager bei Vontobel Asset Management. Kursgewinne seien aber nur dann zu erwarten, wenn Jokowi sich deutlich durchsetzen kann, das heißt mit einem deutlicheren Wahlsieg als der Sieben-Prozent-Gewinn von 2014. In einem solchen Fall könnten Staatsanleihen und die indonesische Rupiah zulegen.

Großes Land, komplizierte Wahl
Der 17. April 2019 stellt laut Vermassen ein massives demokratisches Unterfangen in Indonesien dar. Mehr als 240.000 Kandidaten werden sich vor über 190 Millionen Wählern für mehr als 20.000 Mandate präsentieren. Insgesamt fünf Abstimmungen müssen für die Ämter des Präsidenten und Vizepräsidenten, für das Unterhaus (DPR), den Regionalrepräsentantenrat und die lokalen Provinz- und Gemeinderäte durchgeführt werden. Die größte Aufmerksamkeit gilt den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

Der amtierende indonesische Präsident Joko Widodo, bekannt als Jokowi, tritt gegen den ehemaligen General Prabowo Subianto für eine fünfjährige Amtszeit zwischen 2019 und 2024 an. Die Wahl ist eine Wiederholung der Präsidentschaftswahl 2014, bei der Jokowi Prabowo besiegt hat. Bei den Parlamentswahlen werden beide Parteien gut abschneiden, was die Präsidentschaftswahl noch stärker in den Mittelpunkt rückt.

Jüngste Wahlprognosen sprechen für den Amtsinhaber
Neueste Umfragen geben Jokowi einen Vorsprung von 18 Prozent, wobei nur sieben Prozent der Wähler unentschieden bleiben. Während es vereinzelte Hinweise dafür gibt, dass die Prabowo-Kampagne in letzter Minute in städtischen Gebieten eine starke Dynamik entwickelt hat, ist das wahrscheinlichste Szenario, dass Jokowi einen komfortablen – jedoch keinen deutlichen - Sieg erzielt.

Momentan antizipieren die Märkte einen moderaten Jokowi-Sieg, so dass keine großen Reaktionen zu erwarten sind. Staatsanleihen in Lokalwährungen und Devisen könnten etwas zulegen, jedoch ohne größere Sprünge zu machen.

Bullenmarkt-Szenario
Anders sähe die Situation aus, sollte der diesjährige Sieg deutlicher ausfallen als im Jahr 2014, als Jokowi nur eine knappe Mehrheit von sieben Prozent erzielen konnte. Das würde die Erwartungen an einen Bullenmarkt steigen lassen. In Folge würden Staatsanleihen in Lokalwährungen um 25 Basispunkte zulegen können und die indonesische Rupiah könnte ihren diesjährigen Höchststand von 13.900 gegenüber dem US-Dollar übertreffen.

Der Haupttreiber der Entwicklung der Währung ist eine rasche Auflösung der Währungsabsicherungsgeschäfte der Marktteilnehmer, da diese sich momentan mehr auf kurzfristige Gewinnmitnahmen als auf die langfristige Entwicklung der Leistungsbilanz des Landes konzentrieren. Auch die Bedenken bezüglich eines möglichen Einschreitens der Bank of Indonesia, um einem übermäßigen Erstarken der indonesischen Rupiah Einhalt zu gebieten, scheinen sie über Bord geworfen zu haben.

Knapper Wahlsieg könnte zu Gewalt führen
Ein knapper Sieg von weniger als drei Prozent würde die Situation viel schwieriger machen: Prabowo hat zuvor angedeutet, dass er das Wahlergebnis in Frage stellen wird, sollte seine Niederlage knapp ausfallen. Das bedeutet, dass Gewalttaten nach den Wahlen nicht ausgeschlossen werden können. 

Sollte Prabowo wider Erwarten gewinnen, wird die Reaktion an den Märkten deutlich negativ ausfallen. Indonesische Lokalwährungsanleihen wären mit einem massiven Abverkauf konfrontiert, da internationale Investoren ihr derzeitig moderates Übergewicht in der Anlageklasse reduzieren würden. Dies könnte Yields 40 bis 65 Basispunkten in die Höhe schnellen lassen. Der Devisenmarkt wäre auch betroffen, wobei stützende Massnahmen der Zentralbank zu erwarten sind, sobald die Rupiah einen Wert von 14.500-14.600 gegenüber dem US-Dollar erreicht, prognostiziert Vermassen. (aa)

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