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Vontobel AM: Diese Rentenpapiere könnten aus der Asche auferstehen

Vontobel Asset Management sieht einen schwächelnden US-Dollar als Treiber für Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen, die nach vielen enttäuschenden Jahren aus der Asche auferstehen könnten.

Thierry Larose, Senior Portfoliomanager bei Vontobel Asset Management
Thierry Larose, Vontobel Asset Management
© Vontobel AM

Der US-Dollar könnte gegenüber anderen Währungen abwerten. Für Thierry Larose, Senior Portfolio Manager bei Vontobel Asset Management, zählen Schwellenländeranleihen in Lokalwährung zu den Profiteuren dieser Entwicklung. Er verweist in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag darauf, dass sich Schwellenländeranleihen in lokaler Währung in der Vergangenheit in einem günstigen oder schwachen US-Dollar-Umfeld gut entwickelt haben. Der US-Dollar diene deshalb in der Regel als Barometer für die Attraktivität von Investitionen in Schwellenländeranleihen in lokaler Währung. Aber der Vontobel AM-Mann sieht noch weitere Gründe, warum sich die Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer im Jahrzehnt der „Roaring 20s“ gut schlagen dürften.

Nur eine Hälfte des "Dollar Smile" ist negativ für Schwellenländerwährungen
In den letzten sieben Jahren seien Schwellenländeranleihen in Lokalwährung etwas in Ungnade gefallen da es 2013, 2015 und 2018 drei Perioden mit einer großen US-Dollar-Stärke gegeben habe. Larose verweist dabei auf die „Dollar-Smile-Theorie“, nach der die US-Währung dazu tendiere, gegenüber anderen Währungen aufzuwerten, wenn die US-Wirtschaft extrem schwach oder sehr stark ist. Damit sei aber nur eines der Enden des „Dollar Smile“, nämlich eine schwache US-Wirtschaft, tatsächlich negativ für die Schwellenländer.

Seiner Meinung nach ist ein starker US-Dollar nur dann ein Problem, wenn er nicht durch ein solides Wirtschaftswachstum in den USA gestützt wird, da dieses normalerweise auf die Nachfrage nach Rohstoffen und Industriegütern aus den Schwellenländern übergreifen würde.

Vor diesem Hintergrund gehe es bei der Anlage in Schwellenländeranleihen in lokaler Währung nicht nur darum, das Beste aus einer tatsächlichen oder vorübergehenden US-Dollarschwäche zu machen. Vielmehr sieht Larose Schwellenländeranleihen in lokaler Währung auch dann gedeihen, wenn der US-Dollar aufgrund der relativen wirtschaftlichen Stärke stabil oder moderat stark ist.

Unkomplizierter Dollar-Hedge
Der Vontobel-Experte findet es zwar noch zu früh, um die Ära einer anhaltenden US-Dollar-Abwertung einzuläuten, aber die Währung habe unmissverständliche Anzeichen von Schwäche gezeigt, und die Markterwartungen könnten zu einer Fortsetzung dieser Entwicklung führen.

In der Tat wird der globale „Covid-Reflation-Trade“ breit angelegt sein und nicht nur in den USA stattfinden. Die Doppeldefizite wachsen besorgniserregend, während die Zinsdifferenzen den US-Dollar gegenüber allen anderen Währungen nicht mehr stützen.

Die globale Reflation wird sich nach der Erwartung Laroses auch positiv auf die globale Handelsdynamik auswirken, wovon die meisten Schwellenländer profitieren dürften. Die Währungen der Schwellenländer spiegeln ihrerseits die reale Nachfrage und das Angebot der realen Handels- und Finanzströme wider und werfen obendrein eine positive Rendite ab. Für Anleger, die eine US-Dollar-Absicherung im Portfolio benötigen oder erwarten, dass der US-Dollar schwach ist oder stabil bleibt, empfiehlt Larose deshalb Schwellenländeranleihen in Lokalwährung.

Überdurchschnittliche Renditen?
Die drängendste Frage, die sich Anlegern derzeit stelle, sei: Können wir ein Jahrzehnt erwarten, in dem Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen überdurchschnittliche Renditen liefern? Abgesehen von den „unkown Unknowns“, die per Definition unvorhersehbar seien, hält Larose eine längere Periode der US-Dollarstärke und höherer Zinsen in den entwickelten Märkten angesichts der riesigen Schuldenmengen, welche die entwickelten Volkswirtschaften in den kommenden Jahrzehnten finanzieren und refinanzieren müssen, für schwer vorstellbar. (aa)

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