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Von Sparsamkeit war in den USA vor der Krise nichts zu merken

Die Wahrscheinlichkeit weiterer Defizitausgaben ist aufgrund des Ergebnisses der Senatswahlen in Georgia deutlich gestiegen, sind die Experten der DWS Group überzeugt. Allerdings hatte die Regierung Trump davor nicht - wie früher üblich - in guten Zeiten gespart.

Christian Scherrmann, DWS
Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS
© DWS Group

"Sparst Du in der Zeit, so hast Du in der Not“. Diese Regel gilt nicht nur für den Taschengeldhaushalt, sondern auch für öffentliche Finanzen. Die zeigen meist eine gute Korrelation zwischen Konjunkturzyklus und der Lage der Staatshaushalte. In guten Zeiten ist das Steueraufkommen hoch und staatliche Zuschüsse an die Sozialsysteme niedrig. Umgekehrt ist es in einer Rezession. Dieser Zusammenhang war über Jahrzehnte stabil, wie aus dem folgenden Chart, der den Vergleich des US-Budgetsaldos mit der Arbeitslosenquote illustriert, hervorgeht.

Gleichschritt
US-Budgetsaldi und Arbeitslosenquoten gingen früher Hand in Hand 
 

Angestiegene Wahrscheinlichkeit für weitere US-Stimulipakete
Angesichts rasant steigender Infektionszahlen richten sich aktuell viele Hoffnungen neben dem Impfstoff auf die Finanzminister, damit private Haushalte und Unternehmen die absehbare Durststrecke der nächsten Monate überstehen können. Was kann man hier erwarten? "Die Wahrscheinlichkeit für weitere US-Stimulipakete ist durch den Wahlausgang in Georgia stark gestiegen“, meint Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS. "Wir erwarten in den kommenden Monaten unter anderem eine Erhöhung der Hilfszahlungen an die Haushalte sowie Unterstützungsmaßnahmen für Bundesstaaten und Gemeinden.

USA sparten vor der aktuellen Krise nicht
Aus volkswirtschaftlicher Sicht kann man über den Zeitpunkt so mancher Maßnahme der vergangenen Jahre sicher streiten. Anders als etwa Deutschland hatten die USA in der Zeit vor der Krise keineswegs gespart. Man erinnere sich nur an die Senkungen der Unternehmenssteuern zu Zeiten von Hochkonjunktur und hohen Budgetdefiziten. Ob und wann sich daran etwas ändert, dürfte weniger von ökonomischen als von politischen Überlegungen abhängen. Scherrmann verweist auf die sehr knappen Mehrheitsverhältnisse im Senat. "Forschungsergebnisse der Politikwissenschaft zeigen leider, dass Politik selten so funktioniert, wie man sich das als Volkswirt vielleicht wünschen würde.“ (kb)

 

 

 

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