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Von homogenen und heterogenen Sektoren

Sind Technologiewerte derzeit teuer? Und Aktien aus den Bereichen Energie und Versorger günstig? „So pauschal wie manche Anleger es gerne hätten, lässt sich eine solche Aussage gar nicht treffen“, sagt Maximilian Kunz von HQ Trust.

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Maximilian Kunz, Senior Analyst bei HQ Trust
© HQ Trust

Kunz hat sich die Bewertung der Aktien innerhalb des jeweiligen Sektors einmal genau angesehen. Im Rahmen seiner Analyse blickt der Senior Analyst von HQ Trust bei den wichtigsten elf MSCI-Branchen auf die sogenannte Bewertungsdispersion, also die Differenz zwischen den Bewertungen der einzelnen Aktien. Anhand der Preis-Cashflow-Werte untersuchte Maximilian Kunz seit 1998 die Differenz zwischen der 25 Prozent- teuersten Aktie und der 25 Prozent-günstigsten Aktie in jedem Sektor. Er schnitt also oben und unten einen Teil der Unternehmen ab, um Extremwerte von Ausreißern zu vermeiden.

Sektorale Dispersion der Price/Cashflow Werte
Die Linie beschreibt die Differenz zwischen der 25 Prozent-teuersten Aktie und der 25 Prozent-günstigsten Aktie in jedem Sektor pro Monat.

Quelle: HQ Trust

Erkenntnisse
„Seit dem Jahr 2017 steigen die Bewertungsdiskrepanzen innerhalb der verschiedenen Sektoren kontinuierlich an – in einigen haben sie Höchststände erreicht", analysiert Maximilian Kunz. „Die Coronakrise hat diesen Effekt noch einmal deutlich verschärft: Anstatt ein Katalysator für eine Trendwende zu sein, wirkte sie verstärkend.“

In der Historie waren solche Ausdehnungen ein Anzeichen für eine Blasenbildung
Die höchsten Differenzen traten meist in den Sektoren auf, die später als Verursacher der Krise identifiziert wurden. Anfang des Jahrtausends waren es der IT- und der Communication-Sektor.
Auffällig sei, dass bereits im Jahr 2006 ein Aufblähen des Real Estate-Sektors zu beobachten gewesen sei: also deutlich vor Immobilienblase und darauffolgender Finanzkrise.

Zur aktuellen Situation 
„Besonders deutlich gehen die Bewertungsunterschiede aktuell in den Bereichen Health Care und IT auseinander. Hier sind die Investoren bereit, für die Top-Aktien deutlich mehr pro ein Euro Cashflow zu bezahlen. Dies verdeutlicht die enormen Wachstumserwartungen, die an diese Aktien gestellt werden", so Maximilian Kunz weiter. „Dahinter folgen die Unternehmen aus dem Sektor der Basiskonsumgüter, wo die Unterschiede historische Ausmaße angenommen haben.“ Verschiedene Marktbereiche würden von immer weniger Unternehmen dominiert. Dies spiegle sich auch in den von den Investoren gezahlten Bewertungen wider. 
Bei den Versorgern sowie der Energiebranche sei dies am wenigsten der Fall. Beide Sektoren zeigten sich in diesem Bereich aber bereits seit 1998 sehr stabil. (kb)

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